Investigative Recherche: Ein Bus nach Mexiko, ein verlorener Pass und 427 alte Menschen: Wie Amerika Menschen aus ihrem Leben schafft
Eine Unterschrift ist das kleinste Stück Wille, das ein Mensch auf Papier bringen kann. Ein Name, eine Linie, ein Ja. Verweigert man sie, behält man etwas für sich. So jedenfalls war es gedacht. Um 3 Uhr morgens weckt ein Beamter Dolores Freixa im Abschiebegefängnis Eloy in Arizona. Sachen packen. Wohin, sagt ihr niemand. Die Wüste liegt noch im Dunkeln, als der Bus anfährt, mit ungefähr 40 Männern und einer weiteren Frau. Die Männer erzählen, sie hätten ihrer Rückkehr nach Mexiko freiwillig zugestimmt. Freixa, die einzige Kubanerin an Bord, hat nichts unterschrieben. Der Bus fährt trotzdem an die Grenze. Dort soll aus einer Fahrt ohne Ziel eine freiwillige Ausreise werden.
An der Grenze bleibt sie sitzen. Ein Beamter zeigt ihr eine Erklärung zur freiwilligen Ausreise und fragt, ob die Unterschrift darauf ihre sei. Sie verneint. Auf dem Papier stand bereits eine Unterschrift, die nach ihren Worten nicht von ihr stammt. Immer wieder verlangt sie, nach Arizona zurückgebracht zu werden. Schließlich fährt man sie zurück nach Eloy. Nicht alle hielten durch. Rechtsanwältin Liudmila Marcelo erzählt von einem Mandanten, der sich geweigert habe, den Bus zu verlassen. Andere hätten ihn verlassen und damit ihre Abschiebung hingenommen. Wiederholt seien Unterschriften verlangt worden. Dabei hatte ein Gericht in Massachusetts im Februar Abschiebungen in Drittstaaten ohne vorherige Unterrichtung und ohne Gelegenheit zum Widerspruch untersagt. Trotzdem versuchte ICE nach übereinstimmenden Schilderungen von Betroffenen und Anwälten, Menschen ohne ausreichende Vorwarnung an die mexikanische Grenze zu bringen. Verlegungen von einer Haftanstalt in die nächste. Papiere, die niemand versteht, und dazu Warnungen vor schlimmeren Folgen, falls jemand sich weigere. Freiwilligkeit misst sich in solchen Nächten an der Frage, wie viel Druck ein Mensch erträgt.
kaizen-blog.org
Eine Unterschrift ist das kleinste Stück Wille, das ein Mensch auf Papier bringen kann. Ein Name, eine Linie, ein Ja. Verweigert man sie, behält man etwas für sich. So jedenfalls war es gedacht. Um 3 Uhr morgens weckt ein Beamter Dolores Freixa im Abschiebegefängnis Eloy in Arizona. Sachen packen. Wohin, sagt ihr niemand. Die Wüste liegt noch im Dunkeln, als der Bus anfährt, mit ungefähr 40 Männern und einer weiteren Frau. Die Männer erzählen, sie hätten ihrer Rückkehr nach Mexiko freiwillig zugestimmt. Freixa, die einzige Kubanerin an Bord, hat nichts unterschrieben. Der Bus fährt trotzdem an die Grenze. Dort soll aus einer Fahrt ohne Ziel eine freiwillige Ausreise werden.
An der Grenze bleibt sie sitzen. Ein Beamter zeigt ihr eine Erklärung zur freiwilligen Ausreise und fragt, ob die Unterschrift darauf ihre sei. Sie verneint. Auf dem Papier stand bereits eine Unterschrift, die nach ihren Worten nicht von ihr stammt. Immer wieder verlangt sie, nach Arizona zurückgebracht zu werden. Schließlich fährt man sie zurück nach Eloy. Nicht alle hielten durch. Rechtsanwältin Liudmila Marcelo erzählt von einem Mandanten, der sich geweigert habe, den Bus zu verlassen. Andere hätten ihn verlassen und damit ihre Abschiebung hingenommen. Wiederholt seien Unterschriften verlangt worden. Dabei hatte ein Gericht in Massachusetts im Februar Abschiebungen in Drittstaaten ohne vorherige Unterrichtung und ohne Gelegenheit zum Widerspruch untersagt. Trotzdem versuchte ICE nach übereinstimmenden Schilderungen von Betroffenen und Anwälten, Menschen ohne ausreichende Vorwarnung an die mexikanische Grenze zu bringen. Verlegungen von einer Haftanstalt in die nächste. Papiere, die niemand versteht, und dazu Warnungen vor schlimmeren Folgen, falls jemand sich weigere. Freiwilligkeit misst sich in solchen Nächten an der Frage, wie viel Druck ein Mensch erträgt.
Investigative Recherche: Ein Bus nach Mexiko, ein verlorener Pass und 427 alte Menschen: Wie Amerika Menschen aus ihrem Leben schafft
Eine Unterschrift ist das kleinste Stück Wille, das ein Mensch auf Papier bringen kann. Ein Name, eine Linie, ein Ja. Verweigert man sie, behält man etwas für sich. So jedenfalls war es gedacht. Um 3 Uhr morgens weckt ein Beamter Dolores Freixa im Abschiebegefängnis Eloy in Arizona. Sachen packen.