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US-News

Trumps Justizministerium präsentiert 20.000 angeblich illegale Wähler. Jetzt sollen diejenigen verfolgt werden, die seine Zahlen überprüft haben
Mehr als 20.000 Menschen in Kalifornien sollen sich nach Darstellung der Trump-Regierung ohne amerikanische Staatsbürgerschaft als Wähler registriert haben. Eine gewaltige Zahl, besonders ein Tag vor den Kongresswahlen. Bundesrichter James Boasberg ließ die Angaben überprüfen. Am Samstag kam das Ergebnis: Mehr als 40 Prozent der aufgeführten Personen standen überhaupt nicht im kalifornischen Wählerverzeichnis. Weitere 22 waren wahrscheinlich längst eingebürgerte amerikanische Staatsbürger. Bei Tausenden anderen bestehen ebenfalls Hinweise auf eine amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Liste, mit der Washington gegen angeblichen Wahlbetrug vorgeht, hält damit einer ersten Überprüfung in wesentlichen Teilen nicht stand.

Die Reaktion des Justizministeriums folgte am Sonntag. Die Anwälte der Einwandererrechtsorganisation CHIRLA hätten mit ihrer Untersuchung gegen eine gerichtliche Anordnung verstoßen, erklärte die Behörde. Boasberg hatte ihnen am Freitag Zugang zu den Daten gewährt, allerdings ausschließlich zur Begründung ihrer Klagebefugnis. Die Namen durften sie nicht veröffentlichen. Das Ministerium verlangt nun, eine mögliche Missachtung des Gerichts zu untersuchen, und brachte sogar strafrechtliche Konsequenzen ins Gespräch. Die Regierung verteidigt die Zuverlässigkeit ihrer Liste und greift gleichzeitig diejenigen an, die deren Fehler öffentlich gemacht haben.

Alberto Lammers vom Wahlrechtsprojekt der Universität Kalifornien in Los Angeles widerspricht. Die Anwälte und ihre Fachleute hätten sämtliche gerichtlichen Vorgaben eingehalten. Darüber muss nun das Gericht entscheiden. Der Vorgang besitzt eine politische Schärfe, die sich durch juristische Schriftsätze kaum verdecken lässt. Ausgerechnet die Menschen, die eine staatliche Behauptung mit überprüfbaren Daten konfrontieren, geraten unter den Verdacht eines Rechtsbruchs. Dabei steht weiterhin die Frage im Raum, weshalb eine angeblich sorgfältig erstellte Liste Tausende Namen enthält, die offenbar gar nicht in das Wählerverzeichnis gehören.

Für amerikanische Staatsbürger, deren Wahlberechtigung infrage gestellt wird, geht es um ihr verfassungsmäßiges Recht. 2 Tage vor der Abstimmung kann eine falsche Zuordnung erhebliche Folgen haben. Die Trump-Regierung beansprucht die Gewissheit für sich, während die vorliegenden Ergebnisse erhebliche Zweifel begründen. Ein Staat darf seine Bürger überprüfen. Er muss allerdings auch ertragen, dass seine eigenen Behauptungen überprüft werden. In Washington scheint ausgerechnet diese Selbstverständlichkeit zum Gegenstand einer möglichen Strafuntersuchung geworden zu sein.

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Können diese Midterm-Wahlen die USA reparieren?
Das Versprechen der Vereinigten Staaten ist seit langem gebrochen. US-Präsident Donald Trump hat das nicht verursacht, aber offengelegt – und ausgenutzt. Einen Ausweg gibt es, doch der steht auf keinem Stimmzettel

Es ist der 21. Juli 2016 in Cleveland, Ohio. Ein deutlich jüngerer und energischerer Donald Trump nimmt die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner an: "Niemand kennt das System besser als ich. Deshalb bin ich der Einzige, der es reparieren kann."

Zehn Jahre später ist viel passiert. Es stellt sich die Frage, ob die US-Zwischenwahlen am 3. November das Land "reparieren" können.

Nein.

Das ist nicht meine Antwort: Es ist mein Einspruch gegen die Frage. Denn anders als Trump sehe ich die USA nicht als Maschine, in der Keilriemen oder Nockenwelle den Geist aufgegeben haben. Sie waren immer ein Versprechen – und ein Versprechen repariert man nicht, man löst es ein. Oder man bricht es. In den USA liegt es in Scherben. Wer das Land erneuern will, muss ein neues Versprechen geben.

In den vergangenen Tagen bin ich durch Orte gefahren, die Amerikas Verheißung im Namen tragen. Meine Reise begann in einem Ort namens Economy in Pennsylvania. Deutsche Träumer gründeten ihn 1824 und meinten mit dem Namen eine göttliche Heils-Ökonomie, die sie in der Freiheit der Neuen Welt zum Leben erwecken wollten.

Ich traf dort den anglikanischen Geistlichen Laurie Thompson, einen bekennenden Kapitalisten. Er sehnt sich nach dem, was die Gründer im Sinn hatten: einem Wirtschaften im Dienst an anderen. Heute, sagte er, beherrsche die Gier alles. Das breche ihm das Herz. Ob Amerika scheitern könne? "Es wird scheitern."

Das gebrochene Versprechen
Amerika hat sein Versprechen immer wieder erneuert – fast immer in der Not. Die Unabhängigkeitserklärung von 1776 trug das Versprechen von Freiheit und Gleichheit – ein Anspruch, an dem das Land gegenüber People of Color bis heute scheitert. Mitten im Bürgerkrieg versprach Abraham Lincoln 1863 in Gettysburg "eine neue Geburt der Freiheit".

 

Wenn er andere beleidigt, wirkt er impulsgesteuert. Wie kann das strategisch sein?
Trump kann heftige Wutanfälle haben, aber die finden nicht im Affekt statt. Oftmals sind es taktische Ablenkungsmanöver. Er ist wohl der Einzige, der sich in den linken Fuß schießen würde, damit man nicht auf den rechten schaut. Auch wenn das, was er sagt, selbstzerstörerisch wirkt, tut er morgen etwas, das noch schlimmer ist. Das lenkt uns alle ab: Wissenschaftler, Medien, Politiker. Wir rennen ständig dorthin, wohin er den Ball schießt.
Und was ist das Ziel dieser Strategie?
Irgendwie bis morgen überleben. Sein Zeithorizont ist ein anderer. Die meisten Staats- und Regierungschefs messen sich an Gesetzgebungserfolgen in einer Demokratie, an Umfragewerten, an Wahlsiegen oder an einem bleibenden Vermächtnis. Für ihn geht es darum, im Hier und Jetzt so viel Macht und Reichtum wie möglich anzuhäufen. Wir alle beurteilen ihn nach Maßstäben, die er gar nicht akzeptiert.
 
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