Mississippi: Cindy Hyde-Smith verliert knapp und greift nach den Stimmzetteln, die ihre Niederlage noch verhindern könnten
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In Mississippi liegen zwischen einem historischen Wahlsieg und einer weiteren Amtszeit der Republikanerin Cindy Hyde-Smith gerade einmal 0,2 Prozentpunkte. Der Demokrat Scott Colom führt bei der Senatswahl mit 49,0 Prozent, Hyde-Smith erreicht 48,8 Prozent. Die meisten Stimmen sind gezählt, doch zwischen 12.000 und 20.000 vorläufige Stimmzettel warten noch auf ihre endgültige Prüfung. In einem Bundesstaat, in dem eine solche Wahl seit Jahrzehnten kaum vorstellbar schien, entscheidet sich plötzlich an diesen Unterlagen, wer nach Washington geschickt wird. Hyde-Smith hat deshalb einen Kampf begonnen, der weit über die gewöhnliche Auszählung hinausreichen könnte. Am Donnerstag ließ sie sämtliche 82 Wahlkommissionen Mississippis anschreiben. Ihr Verlangen: Alle vorläufigen Stimmzettel müssten aufbewahrt und getrennt von den regulären Stimmen sowie den Briefwahlunterlagen behandelt werden.
Die Anwälte der Republikanerin begründeten ihre Forderung damit, dass die Wahlberechtigung jedes einzelnen Wählers und die spätere Entscheidung über dessen Stimmzettel überprüfbar bleiben müssten. Das klingt nach ordnungsgemäßer Verwaltung. Doch gerade bei einer derart knappen Wahl können veränderte Verfahren erhebliche Folgen haben. Coloms Anwälte antworteten noch am selben Tag. Die Forderung sei rechtswidrig, weil sie dazu führen könne, dass Wahlkommissionen in verschiedenen Bezirken dieselben Stimmen unterschiedlich behandeln. Wer die Regeln während einer laufenden Auszählung verändert, berührt eine der empfindlichsten Fragen demokratischer Wahlen: Darf eine Stimme davon abhängen, in welchem Bezirk sie abgegeben wurde? Die Anwaltskanzlei Elias Law Group, die Colom vertritt, warnte ausdrücklich vor einem Verstoß gegen das Wahlrecht Mississippis.
Einfach armselig.
