Balkanroute
Flüchtlinge weichen verstärkt nach Albanien aus
Die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien ist fast geschlossen, die Flüchtlingsroute verschiebt sich nach Westen. Albanische Behörden arbeiten an einem Notfallplan.
Tausende Flüchtlinge sind zu Fuß auf Griechenlands Autobahnen unterwegs in Richtung Norden. © Yannis Behrakis/Reuters
Angesichts verschärfter Einreisebedingungen in Ländern auf der Balkanroute stellt Albanien einen wachsenden Flüchtlingsandrang an seiner Grenze fest. Eine "große Zahl" syrischer Flüchtlinge warte derzeit darauf, nach Albanien gelassen zu werden, sagte die albanische Integrationsministerin Klajda Gjosha während eines Besuchs in Korça im Süden des Landes. Eine genaue Zahl nannte sie nicht.
Da im griechischen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien mittlerweile Tausende Flüchtlinge festsäßen, zeichne sich offenbar eine neue Fluchtroute in Richtung west- und nordeuropäischer Aufnahmeländer ab.
"Die Regierung muss bereit sein, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um keine Mauern zu errichten und diese Flüchtlinge daran zu hindern, nach Albanien einzureisen", mahnte Gjosha. Ihr Land müsse daher eng "mit allen Nachbarländern, mit Griechenland und den anderen EU-Mitgliedsländern zusammenarbeiten", um der Flüchtlingskrise zu begegnen.
Flüchtlinge werden auf Fähren untergebracht
Örtlichen Medienberichten zufolge haben die albanischen Behörden einen Notfallplan aufgestellt, um bis zu 10.000 syrische Flüchtlinge in einer ehemaligen Militärkaserne in Korça sowie in der Nähe eines Flughafens im südalbanischen Gjirokastra unterzubringen.
Österreich und neun weitere Länder entlang der Balkanroute hatten am Mittwoch beschlossen, die Kontrollen an der griechisch-mazedonischen Grenze zu verschärfen. Ziel ist es laut Österreichs konservativer Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, "die Migrationsströme zu stoppen".
Griechenland versucht nun, die Flüchtlingszahlen auf dem Festland zu verringern: Griechische Fähren sollen in den kommenden Tagen weniger Migranten als bisher auf den Inseln der Ostägäis abholen. "Wir müssen den Zustrom wegen des Rückstaus auf dem Festland verlangsamen", sagte der für die Küstenwache zuständige griechische Minister Thodoris Dritsas.
Dazu sollen weniger Fahrkarten ausgegeben werden, zugleich werden weniger Fähren für die Überfahrt zum Festland eingesetzt. Die Migranten sollten nach ihrer Registrierung "etwas länger" auf den Inseln bleiben, hieß es. Um die Inseln nicht zu überlasten, sollten die registrierten Migranten auf drei großen Fähren untergebracht werden, die in den Häfen der Inseln Lesbos, Chios und Samos angelegt haben, teilte die Ministerin weiter mit.
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