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Wirtschaft Österreichs

Ardo: Große Enttäuschung im Marchfeld
Nach dem wohl besiegelten Abzug des Tiefkühlproduzenten Ardo aus Groß-Enzersdorf herrscht im Marchfeld große Betroffenheit. Rund 500 bäuerliche Betriebe und mehr als 200 Beschäftigte sind betroffen. Die Politik will nun noch mit der Eigentümerfamilie verhandeln.

Nach den am Mittwoch gescheiterten Gesprächen zwischen Ardo und der Politik ist die Stimmung angespannt. Auch in Groß-Enzersdorf im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf) blicken viele Menschen mit Sorge auf die angekündigte Schließung des Standorts, wie eine Straßenumfrage von noe.ORF.at zeigte.

„Ich finde das ganz schlimm, weil die Bauern sind betroffen und wir leben von den Bauern“, sagte etwa Herta Gnadenberger aus Probstdorf. Auch die Auswirkungen auf kleinere Betriebe werden befürchtet. „Es wird sich etwas ändern, natürlich, weil es ja auch viele kleine Betriebe gibt, die zuliefern“, so Pablo Spitzer aus Groß-Enzersdorf.

Sorgen gibt es auch um die Beschäftigten. „Viele, auch ältere Herrschaften, werden jetzt natürlich den Arbeitsplatz verlieren. Und man weiß ja, wie es ist: Ab 50 plus einen neuen Job zu finden, wird sehr, sehr schwierig sein“, sagte Katharina Simetzberger aus Oberhausen. „Vielleicht schaffen es die Politik und die Ardo noch gemeinsam. Für die Mitarbeiter und für die Bauern und für die ganze Region“, so der Groß-Enzersdorfer Batuhan Saglam.

„Bauern haben viel investiert“
Johann Schauern aus Wittau verwies auf große Investitionen seitens der Betriebe. „Es haben sehr viele auf biologischen Landbau umgestellt, auf Ersuchen der Firma Ardo. Und jetzt haben sie zigtausende Euro in Maschinen und Geräte investiert. Und jetzt können sie sie eigentlich nicht mehr brauchen“, sagte er.

 
Neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie: Online-Einkauf auf Rechnung wird strenger
Österreich verschärft die Regeln für Kleinkredite und Online-Einkäufe auf Rechnung. Händler reagieren bereits. 8 Dinge, die Konsumenten jetzt wissen müssen.
In Österreich tritt ab 20. November 2026 die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft. Sie soll u. a. Konsumenten besser vor Überschuldung durch Online-Einkäufe schützen. Wie? Indem auch für Kleinkredite unter 200 Euro durch sogenannte „buy now, pay later“-Modelle dieselben Regeln gelten wie für klassische Kredite. Amazon hat bereits reagiert und schafft die Zahlungsoption der Monatsabrechnung ab. Auf welche weiteren Veränderungen sich Konsumentinnen und Konsumenten einstellen können, beantwortet Christian Giehler. Er ist Österreich-CEO der Inkassogruppe coeo, die international über fünf Millionen Schuldnerakten pro Jahr für Kunden wie Klarna abwickelt.

1.) Warum braucht es die Reform für Kredite?

Es gibt zwei Dinge, die sich in den vergangenen zehn Jahren extrem geändert haben. Zum einen sind Online-Kredite weitaus alltäglicher geworden und zum anderen haben wir die Thematik, dass die Leute unglaublich gerne weiterhin per Rechnung einkaufen. Diese Zahlungsmethodik, der Zahlungsaufschub, hatte bis dato eigentlich keine Regulation.

2.) Wie weit verbreitet ist diese Kaufvariante?

In Österreich wird im Online-Bereich über 30 Prozent die Zahlart Kauf auf Rechnung verwendet. Gerade bei Black-Friday-Angeboten wurde oft damit geworben, dass es sich um ein kostenloses Angebot handelt, aber in der Regel sind dahinter Gebühren verankert. Man hat vielleicht vier Wochen lang keine Zinsen, aber danach schon. Auch wenn Gebühren teilweise sehr klein sind, sind es versteckte Details, die der Verbraucher so nicht gewusst hat. Deswegen ist es so wichtig, eine Transparenz hineinzubekommen.

 
WIFO/IHS: Wirtschaft wächst trotz schwieriger Lage
Trotz globaler Herausforderungen rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS mit einem leichten Wirtschaftswachstum für Österreich. Das WIFO prognostiziert heuer ein Plus von 0,9 Prozent, das IHS von 0,8 Prozent. Gleichzeitig wurden die Inflationsprognosen nach oben korrigiert.

Videobericht
 
Mehr als 100 Millionen Euro: Warum BMW in Steyr massiv investiert
Sehr gute Nachrichten aus Oberösterreich: Um sich immuner gegen Lieferkettenausfälle zu machen, investieren die Münchner Autobauer in eine neue Montagelinie für das Herzstück von Elektromotoren.
Mitten im Produktionshochlauf seiner neuesten Elektromotoren-Generation legt die BMW Group in Oberösterreich nach. Bis zum Jahr 2029 investiert der bayerische Autobauer mehr als 100 Millionen Euro zusätzlich in sein Werk in Steyr, um eine eigene Fertigung für hochkomplexe Leistungselektronik aufzubauen.

Diese Summe kommt noch zu jenem Milliarden-Paket hinzu, mit dem BMW den Standort bereits zwischen 2022 und 2030 für rund eine Milliarde Euro in Richtung Elektromobilität umbaut.

Herzstück der neuen E-Motoren
Konkret geht es bei der neuen Millionen-Investition um den sogenannten Inverter (Wechselrichter). Dieses Bauteil ist das elektronische Gehirn des Elektroantriebs: Es wandelt den Strom aus der Hochvoltbatterie für den E-Motor um und steuert die gesamte Energieübertragung – was direkt über Reichweite und Effizienz des Autos entscheidet. Das komplexeste Bauteil im Inneren dieses Inverters ist das mit Hochleistungs-Halbleitern bestückte Leistungsmodul.

 
NEOS-Mandatirn Karin Doppelbauer gestern ausgezuckt, als ein SPÖ-Mandatar ARDO vorwarf, aus Profitgier das Werk zu schließen. Wie schon mehrfach erwähnt, NEOS habe oft gute Ideen, deren Problem ist vor allem der Schutz der Kapitalisten.
Ardo: Erster Vorschlag für Sozialplan vorgelegt
In der Causa um das vor der Schließung stehende Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf hat der Konzern einen ersten Vorschlag für einen Sozialplan vorgelegt, hieß es am Donnerstag. Eine Onlinepetition nimmt zudem die Bundesregierung in die Pflicht.

Neben einer Bekräftigung, dass die Schließung des Werks aus wirtschaftlichen Gründen unausweichlich sei, wies Ardo am Donnerstag Vorwürfe zurück, dass man staatliche Förderungen erhalten habe, die nun zurückgezahlt werden müssten.

Lediglich für Förderungen der Erzeugergemeinschaft Tiefkühlgemüse (ETG), an der Ardo beteiligt ist, könnten Rückforderungsansprüche der EU geltend gemacht werden. Die Geschäftsführung von Ardo habe aber volles Verständnis für die Emotionen und die Unsicherheit, die die Ankündigung, das Werk in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) zu schließen, ausgelöst hat, hieß es am Donnerstag in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens.

Mittelfristige Perspektive für Beschäftigte
Man habe dem Betriebsrat einen ersten Vorschlag für einen Sozialplan für die Beschäftigten vorgelegt. Man gehe davon aus, dass die Mehrheit der Beschäftigten noch sechs bis neun Monate weiter bei Ardo tätig sein könne, manche auch ein ganzes Jahr. Ardo rief am Donnerstag dazu auf, „den konstruktiven sozialen Dialog fortzusetzen“, um „rasch Klarheit für die Beschäftigten zu schaffen“. Die nächste Verhandlungsrunde mit dem Betriebsrat für einen Sozialplan ist laut Unternehmen für 23. Oktober geplant.

 
"Made in Europe" und "rot-weiß-rote Arbeitsplätze" klingen gut – aber sind es nicht
Wenn die Bundesregierung verspricht, mit öffentlichen Aufträgen Arbeitsplätze zu erhalten oder heimische Firmen zu fördern, dann betreibt sie teuren Protektionismus

Wenn es eine Aussage gibt, der die meisten Menschen zustimmen, dann ist es die, dass öffentliche Aufträge, die aus Steuergeldern finanziert werden, möglichst der eigenen Wirtschaft und Bevölkerung zugutekommen sollen.

Aber es gibt wenige Aussagen, die so falsch sind.

Wenn öffentliche Vergaben nicht an den besten Anbieter gehen, wer immer das auch sei, sondern an heimische oder gar lokale Anbieter, dann zahlt der Staat höhere Preise und die Bevölkerung erhält schlechtere Leistungen. Wenn andere Staaten dasselbe tun, was sehr wahrscheinlich ist, dann profitiert auch die eigene Wirtschaft nicht. Das ist ein Aspekt des Grundübels des Protektionismus, der derzeit weltweit Hochsaison genießt.

 
Eiskalte Tiefkühl-Strategin mit Faible für Rahmspinat: Ardo-Chefin Sabine Sagaerth
Seit 2024 ist die Belgierin die Chefin des Tiefkühlkonzerns, der gerade in Österreich für Schlagzeilen sorgt. Denn Groß-Enzersdorf passt nicht mehr in Sagaerths Strategie

Knallhart. Eiskalt. Und gerne im Hintergrund tätig. So beschreiben Wegbegleiter Sabine Sagaerth, Chefin des Tiefkühlkonzerns Ardo mit Sitz in der belgischen Kleinstadt Ardooie.

Ardo hat es in Österreich zu einiger Bekanntheit gebracht. Der einzige Standort im deutschsprachigen Raum, in Groß-Enzersdorf nahe Wien, soll kommendes Jahr schließen. Jetzt fürchten Marchfelder Bauern um ihren größten Abnehmer für Tiefgefrorenes. Petitionen und Rettungsversuche laufen. Die Politik sucht Lösungen. Doch Sagaerth bleibt hart. Die einzige Alternative zu Schließung wäre es, massiv in die veraltete Fabrik zu investieren.

Weit weg von Flandern
Die Mittfünfzigerin kennt das Lebensmittelgeschäft seit Jahrzehnten. Ehe sie im Jahr 2024 zu Ardo stieß, werkte sie in hohen Führungspositionen etwa beim belgischen Bierriesen Anheuser-Busch und dem US-amerikanischen Lebens- und Futtermittelkonzern Cargill. Mit ihrem Wechsel als Chefin für Lebensmittelverarbeitung zu Vandemoortele, einem belgischen Unternehmen für tiefgekühlte Backwaren, stieg sie dann, wenn man so will, ins Tiefkühl-Business ein.

 
Große ÖBB-Reform: Warum es bei der Neuaufstellung Streit gibt
Mehr Einfluss für die Gewerkschaft, eine bemerkenswerte Aufsichtsratsbesetzung und Spekulationen um die Matthä-Nachfolge: Bei der großen Bahnreform wächst der Widerstand.
„Die Begeisterung ist leider draußen, jetzt kommt die Ernüchterung“, beschreibt ein ÖBB-Manager die Stimmung in der Staatsbahn. SPÖ-Mobilitätsminister Peter Hanke verordnete der Bahn die größte Reform seit mehr als 20 Jahren, der dafür notwendig Gesetzesentwurf wird derzeit koalitionär akkordiert.

So richtig und überfällig das Aufbrechen der einzementierten, viel zu starren Strukturen in Österreichs größtem Staatsunternehmen ist, so problematisch verläuft die Neuaufstellung. Die Geister scheiden sich vor allem bei der geplanten Aufwertung des gewerkschaftlichen Herzstücks der Bahn. Hier schlummert enormes Konfliktpotenzial.

Konkret geht es um die ÖBB-Produktion GmbH mit 7200 Mitarbeitern, darunter die Lokführer (Triebfahrzeugführer). Sowie die für die Instandhaltung zuständige Technische Services GmbH (TS). 4500 Mitarbeiter sind in den Werkstätten für die 20.000 ÖBB-Schienenfahrzeuge zuständig. Produktion und TS hängen als Töchter an den Teilkonzernen Personenverkehr und Cargo. Diese sollen, was vernünftig ist, von AGs in GmbHs umgewandelt werden und von der Holding effizienter gesteuert werden.

 
Ardo: Mehrere Interessenten für Alternative
Nach dem Ardo-Aus in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) laufen die Gespräche über eine neue heimische Tiefkühlgemüseproduktion auf Hochtouren. Es soll mehrere ernst zu nehmende Interessenten geben. Doch die Zeit drängt.

Für die Zeit nach Ardo würden derzeit unterschiedliche Modelle geprüft, hieß es am Montag von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) gegenüber Journalistinnen und Journalisten. Einerseits könnten bestehende Unternehmen zusätzliche Mengen an Marchfelder Gemüse verarbeiten, andererseits könnte eine neue Verarbeitung aufgebaut werden.

Pernkopf sprach im Rahmen einer Konferenz zu „KI in der Landwirtschaft“ in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) von „einer Handvoll“ ernst zu nehmender Investoren beziehungsweise Interessenten. Namen wollte er mit Verweis auf vereinbarte Verschwiegenheit nicht nennen. In den kommenden Wochen solle nun geprüft werden, welche bestehenden Betriebe zusätzliche Mengen übernehmen könnten und wo neue Produktionslinien notwendig seien.

 
Ardo: Zeitplan für Werksschließung steht
Das Aus des Ardo-Werkes in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) erfolgt nach einem gestaffelten Zeitplan. Bis Jahresende läuft die Produktion von Tiefkühlgemüse, im Sommer nächsten Jahres schließt das gesamte Werk. Die ersten Betriebe haben die Aussaat gestoppt.

Spinat, Rotkraut und Karotten: Die heurige Ernte soll noch vollständig verarbeitet, verpackt und teilweise bis weit ins Jahr 2027 eingelagert werden. Das verspricht der Tiefkühlgemüseproduzent Ardo. Für den Standort im Marchfeld ist das Ende der Produktion allerdings bereits absehbar.

Mit Ende Dezember soll die Produktion von Tiefkühlgemüse eingestellt werden, im Frühling die Nudel-Linie, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag auf Anfrage mit. Schrittweise werde dann die Logistik bis zum zweiten Quartal nächsten Jahres geschlossen. Im August 2027 sollen schließlich die Pforten des Werks endgültig geschlossen werden.

Engpässe bei heimischem Spinat erwartet
Die angekündigte Schließung hat bereits Auswirkungen auf die Landwirtschaft in der Region. Einige Betriebe im Marchfeld haben nun die Aussaat gestoppt, etwa jene von Winterspinat, das bestätigte am Dienstag auch die Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Denn das Ardo-Werk verfügt über die einzige Produktionslinie österreichweit für Tiefkühl-Spinat. Damit dürften ab Mitte 2027 Engpässe bei heimischem Blattgemüse in den Supermarktregalen drohen.

Gespräche über Alternativen laufen
Unterdessen laufen die Gespräche zwischen Bund und Land über eine alternative Produktionslösung auf Hochtouren, es gebe ernsthaft interessierte Investoren, wird betont. Namen und weitere Details dazu werden aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln derzeit allerdings nicht bekannt gegeben – mehr dazu in Ardo: Mehrere Interessenten für Alternative (noe.ORF.at; 19.10.2026).

 
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