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Wirtschaft EU

USA drohen EU wegen Marktbeschränkungen mit "verheerender" Vergeltung
Die EU plant europäische Unternehmen bei bestimmten Internetdienstleistungen zu bevorzugen. Der US-Botschafter in Brüssel reagiert mit einer scharfen Drohung

Brüssel – Die USA haben der Europäischen Union (EU) einem Zeitungsbericht zufolge mit "verheerenden" Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollte Brüssel den Marktzugang für US-Unternehmen einschränken. Der US-Botschafter bei der EU, Andrew Puzder, habe eine entsprechende Warnung ausgesprochen, berichtete die "Financial Times" am Sonntag.

Hintergrund ist eine Entscheidung der EU-Kommission, den Großteil der wertvollen Mobilfunkfrequenzen für Satelliten an europäische Firmen zu vergeben und den Anteil für US-Betreiber zu reduzieren. Damit würden Frequenzen für chinesische und US-amerikanische Unternehmen wie SpaceX eingeschränkt. Auf die Frage, ob europäische Unternehmen Vergeltungsmaßnahmen befürchten müssten, erklärte Puzder gegenüber der FT, sie „sollten sich bewusst sein, dass dies passieren könnte und für diese Unternehmen verheerende Folgen hätte“, angesichts der Größe des amerikanischen Marktes.

 
Neuer Anlauf für Europas Traum vom billigen Wüstenstrom
Ein 4800 Kilometer langes Kabel soll Sonnen- und Windstrom aus Marokko nach Deutschland bringen. Gleichzeitig wachsen die Netze rund ums Mittelmeer zusammen

Im Süden Marokkos, bei dem kleinen Dorf Msied, hört die befestigte Straße auf. Dahinter verlieren sich Pisten in einer kargen Landschaft aus Geröll und Gestein, dem Rand der Sahara. Gerade einmal 1500 Menschen leben in der Umgebung. Hier, am gefühlten Ende der Welt, soll eines der größten Energieprojekte entstehen, die Europa je geplant hat. Zumindest wenn es nach den Planern von Sila Atlantik geht.

Auf 1500 Quadratkilometern, mehr als dreimal so viel Fläche wie Wien, sollen hier einmal Solar- und Windparks mit 15 Gigawatt Leistung stehen, dazu große Batteriespeicher. Zwei Gleichstromkabel mit zusammen 3,6 Gigawatt sollen den Strom 4800 Kilometer weit über den Meeresboden nach Norden leiten: an Portugal, Spanien und Frankreich vorbei, durch belgische und niederländische Gewässer bis zur deutschen Küstenstadt Emden und zu einem zweiten Anschlusspunkt weiter südlich.

Etwa 40 Milliarden Euro soll das kosten, knapp die Hälfte davon allein das Kabel. Mitte der 2030er-Jahre soll das erste Kabel Strom liefern, das zweite gegen 2038, wenn in Deutschland das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen soll.

Leuchtturmprojekt mit Risiken
Einer, der für das Projekt wirbt, ist Thies Clausen. Seit 2010 arbeitet er in der Energiepolitik, heute leitet er bei Sila Atlantik den Bereich Politik und Kommunikation. Dass das Risiko für ein Projekt dieser Größenordnung groß ist, sei ihm bewusst. "Die Umsetzung von Sila Atlantik wäre der endgültige Durchbruch der eigentlich naheliegenden Idee, Erzeugungs- und Lastzentren über größere Distanzen zu verbinden", sagt er.

 
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