40 Billionen Dollar Schulden: Warum die USA immer tiefer ins Minus rutschen
Die US-Staatsschulden steigen so schnell wie nie zuvor, mittlerweile zählen Zinsen zu größten Ausgaben in Washington. Das könnte auch Kredite in Europa teurer machen
Die USA haben erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar Staatsschulden überschritten. Der Schuldenberg wächst rasant – und inzwischen steigen auch die Kosten für Zinsen. Was steckt hinter der Entwicklung und wie gefährlich ist sie?
Frage: Wie hoch sind die US-Schulden und wie schnell steigen sie?
Antwort: Die US-Staatsschulden haben erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten, wie Daten des US-Finanzministeriums zeigen. Das entspricht umgerechnet rund 34,3 Billionen Euro. Zum Vergleich: Österreichs Staatsschulden liegen bei rund 431,8 Milliarden Euro. Als Donald Trump im Jänner 2017 erstmals Präsident wurde, beliefen sich die US-Schulden noch auf knapp 20 Billionen Dollar. Seither hat sich der Schuldenberg also mehr als verdoppelt. Besonders schnell ging es im vergangenen Jahr. Erst im März wurde die Marke von 39 Billionen Dollar überschritten, im Oktober waren es noch 38 Billionen. Allein seit Trumps Amtsantritt im Jänner 2025 sind weitere 3,8 Billionen Dollar hinzugekommen.
Frage: Warum sind die Schulden in den USA so stark gestiegen?
Antwort: Washington gibt seit Jahren mehr Geld aus, als der Staat einnimmt. Die Lücke wird mit neuen Schulden finanziert. Einen großen Sprung gab es während der Corona-Pandemie, als die Regierung viel Geld ausschüttete, um Unternehmen und Haushalte zu unterstützen. Rund ein Drittel des seit 2017 angehäuften zusätzlichen Schuldenbergs entstand in den zwei Pandemie-Jahren, danach normalisierten sich die Defizite aber nicht mehr. Unter Joe Biden kamen große Infrastrukturinvestitionen und Subventionen für saubere Energie dazu. Und auch Trump gibt weiter viel Geld aus. Etwa mit seinem großen Steuer- und Ausgabenpaket, dem "One Big Beautiful Bill Act". Dieses "schöne Paket", dürfte die Schulden laut Congressional Budget Office um weitere 4,7 Billionen Dollar erhöhen. Die New York Times nannte zudem die hohen Kosten des Iran-Kriegs und Trumps Zollpolitik als Gründe für den schnellen Schuldenanstieg.
Die US-Staatsschulden steigen so schnell wie nie zuvor, mittlerweile zählen Zinsen zu größten Ausgaben in Washington. Das könnte auch Kredite in Europa teurer machen
www.derstandard.at