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Wirtschaft Weltweit

G20: Mehr Einheit, als Trump erträgt
Trumps Ukraineplan überschattet das Treffen in Afrika. Der Gipfel endet aber mit einer gemeinsamen Erklärung – sehr zum Verdruss des abwesenden US-Präsidenten

Der Gruß in Richtung US-Präsident Donald Trump kam schon wenige Minuten nach Beginn des G20-Gipfels. Bereits bei seiner Eröffnungsrede in Johannesburg verkündete Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Samstag, dass sich die anwesenden Teilnehmer einstimmig auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt hätten. Sein Regierungssprecher postete umgehend ein Video jubelnder Verhandlungsführer der G20-Länder vom Vortag, nachdem alle Staatschefs das von ihnen ausgearbeitete, 30-seitige Dokument abgesegnet hatten.

Jene Erklärung also, die Trump unbedingt verhindern wollte. Die USA boykottierten das Treffen zum ersten Mal in der Geschichte der G20 vollständig – offiziell wegen Trumps Fehde mit Südafrika, dem er "Menschenrechtsverletzungen" gegen die weiße Minderheit vorwirft. Wahrscheinlicher jedoch wegen seiner Abneigung gegen multilaterale Formate, zumindest dann, wenn sie wie in Johannesburg den globalen Süden stärken sollen – und nicht wie im nächsten Jahr in einem seiner Resorts in Miami stattfinden.

Allzu viel Belastbares steht freilich nicht in der ausufernden Abschlusserklärung. Mit Bezug auf die Ukraine heißt es, man werde "an einem gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden arbeiten". An anderer Stelle heißt es: "Alle Staaten müssen davon absehen, durch Androhung oder Anwendung von Gewalt Gebietsgewinne anzustreben." Hier fehlt allerdings der explizite Bezug auf die Ukraine, sonst hätte Russland das Dokument wohl kaum abgesegnet.

 
Musk scheitert mit FSD-Lizenzierung: "Unzumutbare Forderungen" der Konkurrenz
Während Mercedes-Benz bei seinem Level-3-System die volle Verantwortung übernimmt, forderte Tesla von den Partnern offenbar unhaltbare Kompromisse

Elon Musk verspricht gerne Dinge. Ein günstiges Tesla Model 2 wurde immer wieder in den Raum gestellt, die Produktion aber mittlerweile eingestellt. Ein Robotaxi-Netzwerk war geplant, aber schon der Start in diesem Jahr lief äußerst holprig. Und dann ist da natürlich noch das seit Jahren immer wieder von Musk hochgelobte "vollständig autonome Fahren" (Full Self-Driving, FSD), also Teslas, die ohne menschliches Eingreifen und ohne Unfall von A nach B düsen können.

Der Tesla-CEO Musk war von der firmeninternen FSD-Umsetzung so überzeugt, dass er bereits 2021 davon erzählte, dass andere Autohersteller an seiner FSD-Lösung interessiert seien und diese lizenzieren möchten. Vier Jahre später gibt er öffentlich zu: "Sie wollen es doch nicht. Verrückt!" Und das hat gute Gründe.

Verhandlungen gescheitert
Es gäbe "vorläufige Gespräche" mit anderen Autoherstellern über die Lizenzierung der Software, erklärte Musk in einem Earnings Call Anfang 2021. Im Juni 2023 legte er auf X mit einem Posting nach und erklärte, Tesla würde Wettbewerbern "gerne Autopilot/FSD oder andere Tesla-Technologie" zur Verfügung stellen. Als keiner mehr damit rechnete, dass einer dieser Deals wirklich zustande kommen würde, erklärte Musk im April 2024, dass Tesla "in Verhandlungen mit einem großen Autohersteller" stünde und eine "gute Chance" bestehe, dass ein Vertrag noch in diesem Jahr unterzeichnet werde.

Wie man heute weiß, kam der Deal nicht zustande und tatsächlich wurde nie offiziell bekannt, welcher Autohersteller gemeint war. Aussagen von Ford-CEO Jim Farley Anfang dieses Jahres lassen jedoch vermuten, dass er bei den Gesprächen auf der anderen Seite des Tisches gesessen hat. In mehreren Interviews, wo er auf die Lösung von Tesla angesprochen wurde, erteilte er diesen Gerüchten eine Absage. Seine Begründung: "Waymo ist besser."

 
Trübe Aussichten
HP streicht Tausende Stellen: Gewinnausblick enttäuscht
Margendruck durch steigende Preise für Speicherchips

Der Computer-Hersteller HP verschärft seinen Sparkurs. Bis 2028 sollen zwischen 4.000 und 6.000 Stellen gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dies entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft. "Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahme über einen Zeitraum von drei Jahren Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar erzielen wird", sagte HP-Chef Enrique Lores bei einer Telefonkonferenz.

Betroffen seien Beschäftigte aus den Bereichen Produktentwicklung, Verwaltung und Kundendienst. Der US-Konzern hatte zu Jahresbeginn im Rahmen eines vorangegangenen Sparpakets den Abbau von bis zu 2.000 Stellen angekündigt.

Margendruck durch steigende Preise für Speicherchips
Lores warnte zudem vor möglichem Margendruck durch steigende Speicherchip-Preise. Der Effekt werde voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2026 spürbar. Bis dahin verfüge der Konzern über ausreichende Lagerbestände. Sein Unternehmen suche nach günstigeren Lieferanten und plane Preiserhöhungen, um die Belastungen für die Bilanz gering zu halten, fügte Lores hinzu. Er prognostizierte für das Geschäftsjahr 2025/2026 einen Gewinn von 2,90 bis 3,20 Dollar je Aktie. Analysten hatten bisher 3,33 Dollar je Aktie erwartet. HP-Aktien brachen daraufhin im nachbörslichen Geschäft der Wall Street um gut fünf Prozent ein.

 
Trump will Südafrika nicht zu G-20-Gipfel einladen
US-Präsident Donald Trump will die Teilnahme Südafrikas am G-20-Gipfel im kommenden Jahr in den USA verhindern. Der Republikaner schrieb gestern auf seiner Plattform Truth Social, auf seine Anweisung hin werde Südafrika keine Einladung für das Treffen im Dezember 2026 in Miami erhalten. Der US-Präsident warf Südafrika erneut vor, einen „Genozid“ an weißen Bauern zu begehen. Fachleute und Südafrikas Regierung widersprechen der Darstellung eines angeblichen Völkermords entschieden.

Trump kritisierte außerdem, das Land habe sich am Ende des jüngsten G-20-Gipfels vor wenigen Tagen in Johannesburg geweigert, den jährlich wechselnden Vorsitz symbolisch an einen hochrangigen Vertreter der US-Botschaft zu übergeben.

Der US-Präsident hatte bei dem Gipfel in Südafrika gefehlt, Vizepräsident JD Vance kam ebenfalls nicht. Auch in diesem Kontext hatte Trump dem Land ohne Beweise vorgeworfen, dass dort weiße Farmer verfolgt und getötet würden.

 
Dramatischer Tesla-Absturz: Musks Auto-Geschäft schrumpft weiter
Europas Automarkt im Aufwind, Tesla im Abwärtstrend: Elon Musks Konzern schwächelt im Vergleich zur Konkurrenz – trotz E-Auto-Boom. VW bleibt Marktführer.

Berlin – Elon Musks Autokonzern Tesla muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Der Absturz bei den Neuregistrierungen in Europa geht weiter. Im Vergleich zum Vorjahresmonat offenbart sich ein dramatischer Rückgang: In den Staaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island, Lichtenstein, der Schweiz und Großbritannien wurden 48,5 Prozent weniger Neuzulassungen gemeldet. In den ersten zehn Monaten sind es 29,6 Prozent weniger. Dabei nimmt der Anteil von Elektroautos besonders in der EU zu.

Insgesamt hat der europäische Automarkt im Oktober den vierten Monat in Folge ein Wachstum verzeichnet. Die Neuzulassungen legten um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie der Branchenverband ACEA am Dienstag, 25. November, mitteilte. Seit Jahresbeginn ist das ein Anstieg um 1,4 Prozent auf fast neun Millionen Fahrzeuge. „Trotz des jüngsten Schwungs liegen die Volumina aber immer noch weit unter dem Niveau, das vor der Corona-Pandemie erreicht wurde“, heißt es im Bericht.

Mehr Neuzulassungen für E-Autos – doch Teslas Absturz am Automarkt geht weiter
Der Elektroauto-Absatz legte von Januar bis Oktober zu. Batterieelektrische Fahrzeuge kommen auf einen Marktanteil von 16,4 Prozent. Sie liegen damit an dritter Stell. Auf dem ersten Platz liegen Hybridautos mit über einem Drittel Marktanteil. Benzinfahrzeuge liegen bei 27,4 Prozent.

Der Dieselmarkt ist laut den ACEA-Daten dagegen um fast ein Viertel eingebrochen. Ihr Anteil liegt nur noch bei 9,2 Prozent. Gemeinsam liegen die Verbrenner jedoch weiterhin auf dem ersten Rang – mit einem gemeinsamen Absatz von 36,6 Prozent. Mercedes-Benz blieb von Januar bis Oktober nahezu konstant, wobei die Zahl der Neuzulassungen im Oktober im Vergleich zum selben Monat des Vorjahrs um 2,9 Prozent zurückgegangen ist.

 
SIPRI-Bericht
Rüstungsumsätze erreichen Höchststand
Zahlreiche Kriege und Konflikte haben der internationalen Rüstungsindustrie einen Umsatzrekord beschert: Wie aus dem aktuellen Bericht des Stockholmer Instituts für Internationale Friedensforschung (SIPRI) hervorgeht, steigerten die hundert größten Waffenproduzenten ihre Einnahmen aus dem Verkauf von Waffen und militärischen Dienstleistungen im Vorjahr um 5,9 Prozent. Sie erreichten damit einen Umsatz von 679 Milliarden US-Dollar (rund 590 Mrd. Euro). Besonders stark war das Wachstum in Europa.

Angetrieben worden sei die Nachfrage nach Rüstungsgütern durch die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen, geopolitische Spannungen auf globalem wie regionalem Niveau sowie immer höhere Militärausgaben, berichten die Friedensforscherinnen und -forscher. Viele Produzenten hätten ihre Fertigungslinien ausgebaut, Anlagen vergrößert, Tochtergesellschaften gegründet oder andere Unternehmen übernommen.

Führend bleiben die USA: Gleich 39 der 100 weltgrößten Rüstungsunternehmen haben dort ihren Hauptsitz, darunter der unangefochtene Spitzenreiter Lockheed Martin sowie RTX und Northrop Grumman auf Rang zwei und drei der SIPRI-Rangliste. Zusammen kommen die 39 US-Konzerne nach einem Zuwachs von 3,8 Prozent auf Rüstungsumsätze in Höhe von 334 Milliarden Dollar, also fast die Hälfte der weltweiten Summe.

 
Chinas Exporte nach Minus deutlich gestiegen
Chinas Exporte sind nach einem überraschenden Rückgang zuletzt wieder deutlich gestiegen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten die in US-Dollar gemessenen Ausfuhren im November um 5,9 Prozent zu, wie die Zollbehörde heute in Peking mitteilte.

Die Einfuhren nahmen im selben Vergleichszeitraum um 1,9 Prozent zu. Der Handelsüberschuss betrug fast 111,7 Milliarden US-Dollar (rund 95,9 Milliarden Euro).

Erwartungen übertroffen
Damit übertrafen die Exporte die Annahmen von Analysten, die lediglich mit einem Zuwachs von etwa 3,8 Prozent gerechnet hatten. Die Importe blieben dagegen hinter den Prognosen der Experten zurück – erwartet worden war ein Plus von 2,8 Prozent.

Im Oktober waren Chinas Exporte auf Jahressicht überraschend um 1,1 Prozent gesunken. Auf Jahressicht überstieg der Handelsüberschuss der exportgetriebenen Wirtschaft zudem die Schwelle von einer Billion US-Dollar.

Handel mit den USA nach Streitpause
Keine Erholung zeigte sich im Handel mit den USA. Im Zoll- und Rohstoffstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Ende Oktober in Südkorea in einigen Punkten verständigt.

 
USA und China zerstören die Weltwirtschaftsordnung mit schizophrenen Ideologien
Die liberale Weltwirtschaftsordnung kollabiert im Systemkonflikt. Europa muss jetzt eine neue Wirtschaftsideologie entwickeln. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Die liberale Weltwirtschaftsordnung und die mit ihr verbundenen Wertvorstellungen sind im Kampf der beiden Giganten USA und China zerschellt. Woher kann eine ideelle Erneuerung kommen? Die Tragik der Situation liegt darin, dass die beiden Kontrahenten schizophrene Wirtschaftsideologien vertreten: Realität und Wertvorstellungen stehen jeweils weit auseinander.

In der kollabierenden Weltwirtschaftsordnung ist ein Pfeiler die Idee der Marktwirtschaft. Die USA verstehen das eigene System allerdings nicht allgemein als Marktwirtschaft, sondern spezifisch als „free enterprise system“. Dieser Begriff ist ein Kampfbegriff des republikanischen Widerstandes gegen Roosevelts „New Deal“. Während noch bis ins frühe 20. Jhd. die Idee vorherrschte, dass eine Marktwirtschaft durch einen starken Staat unterstützt und bewahrt werden muss, definiert sich das free enterprise system dadurch, staatliches Handeln jeglicher Art prinzipiell negativ zu bewerten. Der Staat muss so klein wie möglich gehalten werden. Diese Linie zieht sich bis heute durch, nun radikal im Trumpismus verkörpert.

 
Zölle
Indien reagiert mit Reformoffensive auf Handelsstreit mit den USA
Weniger Bürokratie, niedrigere Steuern und eine Lockerung des Arbeitsrechts: Indien drückt angesichts von US-Strafzöllen bei Reformen aufs Tempo – auch mit Methoden von Elon Musk.
Bangkok. Sanjeev Sanyal sieht sich als eine Art indischer Elon Musk – zumindest, wenn er sich an die Zeit des Tech-Unternehmers im Weißen Haus erinnert. Der frühere Deutsche-Bank-Manager ist seit fast vier Jahren offizieller Wirtschaftsberater von Regierungschef Narendra Modi – und hat von ihm einen Großauftrag bekommen: Sanyal soll – wie Musk als Chef des „Departments of Government Efficiency“ – Indiens behäbige Behörden schlank und schlagkräftig machen.

„Wir wissen, dass Indien den Ruf hat, viel zu bürokratisch zu sein“, sagt Sanyal im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Unser System muss deutlich effizienter werden.“ Nötig sei tiefgehende Detailarbeit: „Wir gehen buchstäblich von Behörde zu Behörde und prüfen bei jeder einzelnen Vorschrift, wie sie vereinfacht werden kann.“

Erfolge hat er bereits vorzuweisen: Eine Firma offiziell zu schließen und bei den Behörden abzumelden, habe in der Vergangenheit im Schnitt 500 Tage gedauert, sagt Sanyal. Seine Eingriffe hätten die Verfahrensdauer nun auf zwei Monate reduziert.

 
„Forbes“: Elon Musk erste Person mit Vermögen über 700 Mrd. Dollar
Das Nettovermögen von Tesla-Chef Elon Musk ist nach ⁠einer Gerichtsentscheidung in den USA am Freitag auf 749 Milliarden Dollar (639,52 Mrd. Euro) gestiegen. Er ist damit laut dem Magazin „Forbes“ der erste Mensch mit einem Vermögen über 700 Mrd. Dollar. Laut ‌der „Forbes“-Liste übersteigt ⁠Musks Vermögen das des zweitreichsten Menschen der Welt, Google-Mitgründer ‌Larry Page, um fast 500 Mrd. Dollar.

Der Oberste Gerichtshof ‌des Bundesstaates Delaware setzte gestern ein Aktienoptionspaket im Wert von 139 Milliarden Dollar wieder in Kraft, das im vergangenen ‍Jahr für nichtig erklärt worden war.

Bei dem Paket handelt es sich um eine Vergütungsvereinbarung aus dem ‌Jahr 2018 im damaligen Wert von 56 Mrd. Dollar. Ein Gericht in Delaware hatte die ‌Vereinbarung im vergangenen Jahr aufgehoben und als „unfassbar“ bezeichnet.

Der Oberste Gerichtshof urteilte nun jedoch, die Aufhebung des Gehaltspakets sei „ungebührlich und für Musk ⁠ungerecht“ gewesen. Der Bundesstaat Delaware ist wegen seiner unternehmensfreundlichen Gesetzgebung Sitz vieler US-Konzerne. Seine Gerichte sind für das Wirtschaftsrecht ‌von landesweiter Bedeutung.

 
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