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Wirtschaft Weltweit

Macron zu US-Drohungen
„Bevorzugen Respekt vor Schikanen“
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (WEF) vor einer globalen Abkehr von Regeln und internationalem Recht gewarnt. Die von Trump angekündigten Zölle seien inakzeptabel, so Macron, „wir bevorzugen Respekt vor Schikanen“. Er schlug damit in dieselbe Kerbe wie vor ihm schon EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Macron, der seit Tagen wegen einer Augenverletzung nur mehr mit Sonnenbrille auftritt, warnte vor einem „gnadenlosen Wettbewerb“ seitens der USA, der darauf abziele, „Europa zu schwächen und unterzuordnen“, sagte Macron in seiner Rede. Er prangerte zudem eine „endlose Anhäufung neuer Zölle“ an und bezeichnete diese als „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“.

Macron bekräftigte seinen Aufruf, mit Blick auf die USA die „Handelsbazooka“, also die Begrenzung von Warenimporten und Dienstleistungen, einzusetzen. „Das Instrument zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen ist sehr wirkungsvoll, und wir sollten nicht zögern, es in der heutigen schwierigen Lage einzusetzen“, sagte er. An die USA gerichtet mahnte Macron: „Lasst uns keine Weltordnung akzeptieren, in der diejenigen mit der lauteren Stimme und dem dickeren Stock sich durchsetzen.“

Von der Leyen: „Deal ist ein Deal“
Von der Leyen erinnerte zuvor auch an das im vergangenen Juli vereinbarte Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und den USA, das Zollobergrenzen vorsieht. „In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal“, ergänzte sie. „Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.“

Mit Blick auf die Behauptungen Trumps, dass Europa Grönland nicht ausreichend vor Russland und China schützen könne, sagte von der Leyen, man werde mit den USA und allen Partnern an einem umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept arbeiten. Das liege eindeutig im gemeinsamen Interesse, und man werden dafür mehr investieren.

 
Mehr braucht man über diese cerebral entkernten Donica Blewinsky Bläser nicht wissen.
Zuckergebäck statt Alpenküche!
„Nach ein paar Tagen mit schweizerisch-deutschem Essen hier steige ich vielleicht auf Käfer und Insekten um. Nächstes Jahr bringe ich mir lieber abgepacktes süßes Frühstücksgebäck aus den USA mit.“

Scott Bessent stand in Davos vor Kameras und machte einen Witz, der mehr verrät, als ihm lieb sein dürfte. Nach ein paar Tagen mit Schweizer Küche, sagte er, könne er auch gleich auf Insekten umsteigen, nächstes Jahr bringe er lieber abgepacktes amerikanisches Zuckergebäck aus dem Supermarkt mit. Gesagt war das als lockerer Spruch, gedacht als Seitenhieb auf Europa. Doch Davos ist kein Ferienlager, sondern ein Ort politischer Macht, und wer dort spricht, spricht nie nur privat. Bessent machte Esskultur lächerlich und reduzierte Nachhaltigkeit auf Spott. Europa erscheint als selbstkasteiende Provinz, Amerika als Land der Bequemlichkeit. Dass Ernährung, Klima und Ressourcen reale Konflikte sind, verschwindet im Scherz. Zurück bleibt ein Ton, der ernste Fragen kleinzieht und Verantwortung mit Gelächter ersetzt.

 
Bericht: Indien will Zölle auf EU-Autos deutlich senken
Indien will Importzölle auf Autos aus der Europäischen Union laut einem Agenturbericht offenbar drastisch senken. Im Zuge eines Freihandelsabkommens sollen die derzeitigen, bis zu 110 Prozent liegenden Abgaben auf 40 Prozent fallen, berichtete Reuters gestern mit Verweis auf zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Bereits am Dienstag könnten beide Seiten den Abschluss der langwierigen Gespräche für das Abkommen bekanntgeben. Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi habe den Angaben zufolge zugestimmt, den Zollsatz für eine begrenzte Anzahl von Autos mit einem Importpreis von mehr als 15.000 Euro sofort zu senken.

200.000 Verbrenner-Autos
Die Senkung soll zunächst für eine Quote von rund 200.000 Verbrennerfahrzeugen pro Jahr gelten. In der Folge solle der Zollsatz weiter auf zehn Prozent fallen. Elektrofahrzeuge seien in den ersten fünf Jahren von den Zollsenkungen ausgenommen. Damit sollen Investitionen einheimischer Hersteller wie Mahindra & Mahindra und Tata Motors geschützt werden.

Indien ist nach den USA und China der drittgrößte Automarkt der Welt, schottet seine heimische Industrie jedoch stark ab. Die derzeitigen Zölle von 70 und 110 Prozent auf importierte Autos wurden in der Vergangenheit wiederholt von Unternehmenschefs kritisiert.

 
Tesla schließt erstmals mit Umsatzrückgang ab
Tesla hat erstmals ein Jahr mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Die Erlöse fielen 2025 angesichts gesunkener Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar, wie der von Elon Musk geführte Elektroautohersteller gestern mitteilte. Der Jahresgewinn fiel um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar.

Tesla verbuchte 2025 den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,6 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.

Musk: Robotaxis und Roboter sind die Zukunft
Musk spielt allerdings die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.

So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.

Wohl mehrere Gründe für Rückgang
US-Präsident Donald Trump sorgte unterdessen nicht nur dafür, dass die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief, sondern entzog Tesla mit dem Aushöhlen der Regeln zum CO2-Ausstoß auch eine verlässliche Geldquelle: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten.

 
Starmer und Xi drängen auf engere Beziehungen
Der britische Premierminister Keir Starmer und Chinas Staatschef Xi Jinping haben auf engere Beziehungen zwischen London und Peking gedrängt.

Starmer: China „entscheidender Akteur auf Weltbühne“
Es sei entscheidend, das bilaterale Verhältnis weiterzuentwickeln und „Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu identifizieren, aber auch einen sinnvollen Dialog über Bereiche zu führen, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind“, sagte Starmer während eines Treffens mit Xi in Peking. China sei ein „entscheidender Akteur auf der Weltbühne“.

Xi: Stärkerer Austausch nötig
Xi betonte ebenfalls die Notwendigkeit eines verstärkten Austauschs zwischen den beiden Staaten. „China und das Vereinigte Königreich müssen den Dialog und die Zusammenarbeit stärken, sei es zur Wahrung von Weltfrieden und Stabilität oder zur Förderung der Wirtschaft und der Lebensbedingungen beider Länder“, sagte der chinesische Staatschef zu Starmer während ihres Treffens in der Großen Halle des Volkes.

 
Umsatz bei E-Autohersteller BYD um 30 Prozent eingebrochen
Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD hat zum Jahresauftakt einen deutlichen Absatzrückgang verbucht. Die Verkäufe sanken im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,1 Prozent auf 210.051 Fahrzeuge, wie das Unternehmen gestern in einer Börsenmeldung mitteilte. Der Umsatz ging damit den fünften Monat in Folge zurück.

Einen Grund dafür nannte BYD nicht. Das Unternehmen kämpft mit externen Unsicherheiten und einer harten Preispolitik auf dem chinesischen Heimatmarkt, wo Konkurrenten wie Geely und Leapmotor im günstigen Segment Druck machen.

Werk in Ungarn für europäischen Markt
Auch die Produktion wurde gedrosselt und fiel um 29,1 Prozent. Lichtblick blieb das Auslandsgeschäft mit 100.482 exportierten Autos im Jänner. Für das Gesamtjahr peilt BYD im Export ein Ziel von 1,3 Millionen Fahrzeugen an. Das entspräche zwar einem Plus von 24 Prozent gegenüber 2025, liegt jedoch unter den ursprünglich von der Konzernspitze in Aussicht gestellten 1,6 Millionen.

 
Amazon plant Investitionen von 200 Milliarden Dollar
Amazon übertrifft seine Tech-Rivalen bei den Investitionen: Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden Dollar unter anderem in künstliche Intelligenz (KI), Chips, Robotik und Satelliten stecken, wie gestern bekannt wurde.

Amazon-Chef Andy Jassy betonte zugleich, der Konzern rechne auf lange Sicht mit einer profitablen Geldanlage. Amazon ist stark im Geschäft mit Rechenleistung und Speicher aus der Computercloud und profitiert damit auch vom KI-Boom.

KI-Wettlauf der Tech-Riesen
Der Umsatz der Cloud-Sparte AWS wuchs im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

Auch andere Tech-Konzerne investieren enorm in den Ausbau ihrer KI-Kapazitäten. So kündigte der Google-Mutterkonzern Alphabet erst am Vortag für das laufende Jahr Kapitalinvestitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar an.

Der Facebook-Konzern Meta plant mit 115 bis 135 Milliarden Dollar. Zugleich ist nach wie vor offen, ob die gewaltigen Investitionen in KI-Technologie und die Infrastruktur dafür überhaupt zurückverdient werden können.

Finanziert durch Cloud und Handel

 
Nvidia mit erneutem Rekordquartal
Der anhaltend hohe Bedarf an Hochleistungsprozessoren für künstliche Intelligenz (KI) hat Nvidia erneut zu einem überraschend starken Quartalsergebnis verholfen. Der Umsatz sei um 73 Prozent auf ein Rekordhoch von 68,1 Milliarden Dollar (57,7 Mrd. Euro) gestiegen, teilte der weltgrößte Chipkonzern gestern mit.

Der bereinigte Gewinn habe sich auf 1,62 Dollar je Aktie nahezu verdoppelt. „Die Nachfrage nach Rechenleistung wächst exponentiell“, sagte Konzernchef Jensen Huang. Mit der kommenden Prozessorgeneration Vera Rubin werde das Unternehmen seine führende Marktposition ausbauen. Nvidia-Aktien stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 3,5 Prozent.

Für das laufende Quartal peilt Nvidia Erlöse von 78 Milliarden Dollar an, bei einer Schwankungsbreite von zwei Prozent. Die bereinigte operative Gewinnmarge werde voraussichtlich bei 74,9 bis 75 Prozent liegen. Im abgelaufenen Quartal lag sie bei 75,2 Prozent.

 
Ölpreise ziehen wegen Nahost-Eskalation kräftig an
Die Ölpreise haben heute nach der Eskalation im Nahen Osten am Wochenende wie erwartet zunächst deutlich zugelegt.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um bis zu fast zehn Dollar (8,47 Euro) oder 14 Prozent und kostete mit 82,37 Dollar so viel wie seit Jänner 2025 nicht mehr. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte prozentual ebenfalls zweistellig zu.

Nach den zunächst zweistelligen Zuwächsen zum Handelsbeginn gaben die Ölpreise bis 0.30 Uhr wieder einen Teil ihrer Gewinne ab, lagen aber immer noch mit rund neun Prozent im Plus.

Iran sperrte Straße von Hormus
Der Iran hatte am Wochenende nach den Angriffen den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gesperrt, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten zuletzt beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.

 
Ölpreis treibt Asiens Börsen in den Sturz
Die Börsen in Asien sind am Mittwoch massiv unter Druck geraten, während der Ölpreis weiter steigt. Besonders hart traf es Südkorea. Der wichtigste Aktienindex des Landes brach zeitweise um bis zu elf Prozent ein. Auch in Japan rutschten die Kurse deutlich ab. Der Nikkei-Index verlor 3,4 Prozent und fiel auf 54.346,73 Punkte. Der Hintergrund ist der Krieg mit Iran und die Sorge, dass sich der Konflikt weiter ausdehnt. Viele Investoren fürchten eine Unterbrechung der Energieversorgung aus dem Persischen Golf. Japan und Südkorea sind in hohem Maß von Öl- und Gasimporten aus dieser Region abhängig. Wenn Lieferungen ins Stocken geraten, trifft das direkt ihre Industrie. Gleichzeitig steigen die Preise für Rohöl weiter. Der amerikanische Referenzpreis kletterte um 1,2 Prozent auf 75,46 Dollar pro Fass. Der internationale Preis für Nordseeöl stieg um 1,5 Prozent auf 82,61 Dollar. Für die Märkte bedeutet das eine doppelte Belastung. Energie wird teurer und Unternehmen müssen mit höheren Kosten rechnen. Anleger reagieren nervös, weil steigende Energiepreise die Inflation antreiben und das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen können.

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