Aktuelles

Wirtschaft Weltweit

Investoren stützen Chinas Börsen mit Milliardenkäufen
Nach den jüngsten Kursverlusten auf dem chinesischen Aktienmarkt haben zwei staatliche Kapitalgesellschaften gestern milliardenschwere Zukäufe zur Stützung des Marktes mitgeteilt.

Die China Reform Holdings Corp (CRHC) investierte nach eigenen Angaben mehr als 50 Mrd. Yuan (rund 6,5 Mrd. Euro) aus speziellen Refinanzierungsfazilitäten und entsprechenden Eigenmitteln in Aktienkäufe und die Aufstockung von Beteiligungen.

Die China Chengtong Holdings Group teilte separat mit, sie habe für knapp zehn Milliarden Yuan chinesische Wertpapiere erworben. Beide Unternehmen kündigten weitere Investitionen an, insbesondere bei Staatskonzernen, Technologiewerten und börsengehandelten Fonds (ETF).

 
USA und Japan stützen fallenden Yen
Japan hat erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam mit den USA am Devisenmarkt interveniert, um den schwächelnden Yen zu stützen. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass man in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten Yen gekauft habe, um „übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen“ der japanischen Landeswährung einzudämmen. Die Regierung in Tokio stehe weiterhin in engem Austausch mit den USA und werde bei Bedarf weitere Maßnahmen am Devisenmarkt ergreifen.

Der Yen war zuletzt stark unter Druck geraten und gegenüber dem US-Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen. Zwar verbilligt eine schwache Währung die Exporte einer Volkswirtschaft, wovon Japan in den letzten Jahren deutlich profitierte. Gleichzeitig wird jedoch der Warenimport teurer und die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung vermindert.

 
OPEC+ erhöht Obergrenze für Ölförderung erneut
Das Ölkartell OPEC+ hat die Obergrenze für die Ölförderung zum sechsten Mal in Folge angehoben. Es weitet die erlaubte Produktionsmenge für September um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) aus. Das teilten die sieben Länder der OPEC+ gestern nach ihrem Onlinetreffen mit.

Wie Fachleute betonen, bedeutet eine Anhebung der Obergrenze nicht automatisch, dass mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt.

Große Produzenten wie Saudi-Arabien erreichten bei der Förderung in den vergangenen Monaten gar nicht die ihnen zugeteilte Höchstmenge. Das liegt vor allem an der Teilblockade des wichtigen Seewegs in der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des saudischen Öls transportiert werden müsste.

Die OPEC mit Sitz in Wien koordiniert die Ölförderquoten ihrer Mitglieder, um den Preis auf dem Weltmarkt zu steuern. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um etwa 26 Prozent. Er liegt zurzeit bei rund 88 Dollar (77 Euro).

 
Ölpreis sinkt deutlich
Der Ölpreis ist nach dem von US-Präsident Donald Trump abgesagten Angriff auf den Iran deutlich gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar, also knapp sieben Prozent weniger.

Zuvor hatte Trump den – seinen Worten nach – größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abgesagt, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.

 
Problem für EU
Chinas Exporte wachsen wieder stark
Chinas Exporte sind im Juli überraschend stark gestiegen. Die Ausfuhren legten auf Dollar-Basis gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,9 Prozent zu, wie die Zollverwaltung am Freitag mitteilte. Das übertrifft die Erwartungen und vestärkt die Sorgen bei Chinas Handelspartnern, allen voran Europa.

Analystinnen und Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 22,2 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 27 Prozent im Juni. Die Importe wuchsen im Juli um 27,5 Prozent. Für die Importe hatten Experten einen Zuwachs von 27,9 Prozent erwartet, nachdem die Einfuhren im Vormonat noch um 36 Prozent gestiegen waren.

Der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich: Waren es im Juni 125,62 Milliarden Dollar (109 Mrd. Euro), so betrug der Überschuss im Juni 112,5 Milliarden Dollar.

KI-Boom als Antreiber
Der Außenhandel bleibt damit eine zentrale Stütze für das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik. Vor allem der weltweite Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) trieb die Nachfrage nach Hightech-Gütern. Die Exporte von Halbleitern verdoppelten sich dem Wert nach gegenüber dem Vorjahr nahezu, während die Ausfuhren von Hightech-Produkten insgesamt um 40,7 Prozent zulegten.

 
Ohne Absprache
USA stützten Yen mit Euro-Abverkauf
Nach der historischen gemeinsamen Intervention der USA und Japans vergangene Woche, um den fallenden Yen zu stützen, hat dieser am Freitag die Hälfte seines Wertzuwachs bereits wieder verloren. Zudem berichtete die „Financial Times“ („FT“), dass US-Finanzminister Scott Bessent die Yen-Stützung nicht, wie zu erwarten, mit dem Verkauf von Dollars finanzierte, sondern dem von Euros. Und das, ohne die Europäische Zentralbank (EZB) vorab zu informieren.

Die EZB sei von dem Abverkauf von Euro-Beständen durch die US-Notenbank „völlig überrascht“ worden, berichtete das Londoner Wirtschaftsblatt am Freitag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Informanten. US-Finanzminister Bessent, der die Yen-Stützung laut Medienberichten selbst federführend orchestriert haben soll, informierte EZB-Chefin Christine Lagarde demzufolge erst im Nachhinein über die Marktintervention am Samstag letzter Woche.

Der übliche Vorgang wäre gewesen, dass die USA Dollars für die Yen-Stützung abstoßen. Dass die USA die EZB nicht vorab informierten bzw. die Aktion koordinierten, zeigt, wie ungewöhnlich der Markteingriff – der erste gemeinsame von USA und Japan zusammen seit fast 30 Jahren – war.


Tja, schön langsam sollte man wissen, was man von dem weltgrößten A....loch zu halten hat.
 
Ölpreise werden sich erst nächstes Jahr entspannen
Ein Fass Öl wird heuer im Durchschnitt knapp 90 Dollar kosten, Förderung geht wegen Krieg am Persischen Golf zurück. Diesel kostet rund 20 Cent je Liter mehr als Super.
Derzeit kostet ein Fass Öl der Nordseesorte Brent rund 90 Dollar. Das ist rund ein Drittel mehr als noch Ende Februar, als der Iran-Krieg ausgebrochen ist. Eine Entspannung bei den Preisen zeichnet sich bis auf Weiteres nicht ab, zu volatil ist die Lage im Persischen Golf. Daher hat die US-Energiebehörde EIA ihre Prognose für den durchschnittlichen Jahrespreis der Sorte Brent auf knapp 87 Dollar angehoben. Damit ist klar, dass die EIA keinen größeren Preisrückgang heuer mehr erwartet.

Im Juli konnten im Nahen Osten durchschnittlich rund 5,5 Millionen Barrel am Tag nicht gefördert werden. Das entspricht rund fünf Prozent der globalen Nachfrage. Durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus kommt es zu einem hohen globalen Lagerabbau von 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Rund 3,6 Millionen Barrel würden somit am Weltmarkt fehlen.

Allerdings führen die steigenden Preise auch zu einer geringeren Nachfrage. Heuer dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel sinken und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht für August der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Pandemie.

 
Iran und Öl: Globaler Abverkauf von Staatsanleihen
Wegen des ergebnislosen Auslaufens des Waffenruheabkommens zwischen den USA und dem Iran, des deshalb steigenden Ölpreises und einer generellen Sorge um die Weltwirtschaft haben institutionelle Anleger heute in großem Stil Staatsanleihen mit langer Laufzeit abgestoßen. Betroffen waren Staaten von den USA über Deutschland und Frankreich bis Japan, aber auch Österreich.

Höhere Belastung für Budget
Die Folge: Betroffene Regierungen müssen höhere Zinsen zahlen und auf Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten (die ebenfalls höher verzinst sind) umsatteln, sprich: Die Kosten für den Schuldendienst steigen und belasten das laufende Budget verstärkt.

Gestern hatte US-Präsident Donald Trump nach Ablauf der vereinbarten 60-Tage-Frist für die Einigung auf einen dauerhaften Waffenstillstand mit dem Iran betont, die Waffenruhe werde nicht verlängert. Beide Seiten lehnen weitere Friedensgespräche aktuell ab. Ob die Kämpfe wieder aufgenommen werden, ist unklar, jedenfalls aber bleibt die für Öl- und LNG-Exporte so wichtige Straße von Hormus weiter weitgehend geschlossen.

Rendite auf US-Anleihen auf höchstem Stand seit 2002
Die Renditen für US-Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit kletterten zwischenzeitlich auf den höchsten Wert seit 2002. Jene für französische Anleihen mit ähnlicher Laufzeit erreichten den höchsten Stand seit 2008, bei entsprechenden deutschen Bundesanleihen waren die Kreditkosten seit 2011 nicht mehr so hoch. Japanische und britische Anleihen mit ähnlicher Laufzeit näherten sich dem Allzeithoch. Auch bei österreichischen Staatsanleihen stieg die Rendite.

 
Zurück
Oben