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Wirtschaft Weltweit

OPEC+ erhöht Obergrenze für Ölförderung erneut
Das Ölkartell OPEC+ hat die Obergrenze für die Ölförderung zum sechsten Mal in Folge angehoben. Es weitet die erlaubte Produktionsmenge für September um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) aus. Das teilten die sieben Länder der OPEC+ gestern nach ihrem Onlinetreffen mit.

Wie Fachleute betonen, bedeutet eine Anhebung der Obergrenze nicht automatisch, dass mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt.

Große Produzenten wie Saudi-Arabien erreichten bei der Förderung in den vergangenen Monaten gar nicht die ihnen zugeteilte Höchstmenge. Das liegt vor allem an der Teilblockade des wichtigen Seewegs in der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des saudischen Öls transportiert werden müsste.

Die OPEC mit Sitz in Wien koordiniert die Ölförderquoten ihrer Mitglieder, um den Preis auf dem Weltmarkt zu steuern. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um etwa 26 Prozent. Er liegt zurzeit bei rund 88 Dollar (77 Euro).

 
Ölpreis sinkt deutlich
Der Ölpreis ist nach dem von US-Präsident Donald Trump abgesagten Angriff auf den Iran deutlich gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar, also knapp sieben Prozent weniger.

Zuvor hatte Trump den – seinen Worten nach – größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abgesagt, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.

 
Problem für EU
Chinas Exporte wachsen wieder stark
Chinas Exporte sind im Juli überraschend stark gestiegen. Die Ausfuhren legten auf Dollar-Basis gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,9 Prozent zu, wie die Zollverwaltung am Freitag mitteilte. Das übertrifft die Erwartungen und vestärkt die Sorgen bei Chinas Handelspartnern, allen voran Europa.

Analystinnen und Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 22,2 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 27 Prozent im Juni. Die Importe wuchsen im Juli um 27,5 Prozent. Für die Importe hatten Experten einen Zuwachs von 27,9 Prozent erwartet, nachdem die Einfuhren im Vormonat noch um 36 Prozent gestiegen waren.

Der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich: Waren es im Juni 125,62 Milliarden Dollar (109 Mrd. Euro), so betrug der Überschuss im Juni 112,5 Milliarden Dollar.

KI-Boom als Antreiber
Der Außenhandel bleibt damit eine zentrale Stütze für das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik. Vor allem der weltweite Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) trieb die Nachfrage nach Hightech-Gütern. Die Exporte von Halbleitern verdoppelten sich dem Wert nach gegenüber dem Vorjahr nahezu, während die Ausfuhren von Hightech-Produkten insgesamt um 40,7 Prozent zulegten.

 
Ohne Absprache
USA stützten Yen mit Euro-Abverkauf
Nach der historischen gemeinsamen Intervention der USA und Japans vergangene Woche, um den fallenden Yen zu stützen, hat dieser am Freitag die Hälfte seines Wertzuwachs bereits wieder verloren. Zudem berichtete die „Financial Times“ („FT“), dass US-Finanzminister Scott Bessent die Yen-Stützung nicht, wie zu erwarten, mit dem Verkauf von Dollars finanzierte, sondern dem von Euros. Und das, ohne die Europäische Zentralbank (EZB) vorab zu informieren.

Die EZB sei von dem Abverkauf von Euro-Beständen durch die US-Notenbank „völlig überrascht“ worden, berichtete das Londoner Wirtschaftsblatt am Freitag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Informanten. US-Finanzminister Bessent, der die Yen-Stützung laut Medienberichten selbst federführend orchestriert haben soll, informierte EZB-Chefin Christine Lagarde demzufolge erst im Nachhinein über die Marktintervention am Samstag letzter Woche.

Der übliche Vorgang wäre gewesen, dass die USA Dollars für die Yen-Stützung abstoßen. Dass die USA die EZB nicht vorab informierten bzw. die Aktion koordinierten, zeigt, wie ungewöhnlich der Markteingriff – der erste gemeinsame von USA und Japan zusammen seit fast 30 Jahren – war.


Tja, schön langsam sollte man wissen, was man von dem weltgrößten A....loch zu halten hat.
 
Ölpreise werden sich erst nächstes Jahr entspannen
Ein Fass Öl wird heuer im Durchschnitt knapp 90 Dollar kosten, Förderung geht wegen Krieg am Persischen Golf zurück. Diesel kostet rund 20 Cent je Liter mehr als Super.
Derzeit kostet ein Fass Öl der Nordseesorte Brent rund 90 Dollar. Das ist rund ein Drittel mehr als noch Ende Februar, als der Iran-Krieg ausgebrochen ist. Eine Entspannung bei den Preisen zeichnet sich bis auf Weiteres nicht ab, zu volatil ist die Lage im Persischen Golf. Daher hat die US-Energiebehörde EIA ihre Prognose für den durchschnittlichen Jahrespreis der Sorte Brent auf knapp 87 Dollar angehoben. Damit ist klar, dass die EIA keinen größeren Preisrückgang heuer mehr erwartet.

Im Juli konnten im Nahen Osten durchschnittlich rund 5,5 Millionen Barrel am Tag nicht gefördert werden. Das entspricht rund fünf Prozent der globalen Nachfrage. Durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus kommt es zu einem hohen globalen Lagerabbau von 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Rund 3,6 Millionen Barrel würden somit am Weltmarkt fehlen.

Allerdings führen die steigenden Preise auch zu einer geringeren Nachfrage. Heuer dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel sinken und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht für August der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Pandemie.

 
Iran und Öl: Globaler Abverkauf von Staatsanleihen
Wegen des ergebnislosen Auslaufens des Waffenruheabkommens zwischen den USA und dem Iran, des deshalb steigenden Ölpreises und einer generellen Sorge um die Weltwirtschaft haben institutionelle Anleger heute in großem Stil Staatsanleihen mit langer Laufzeit abgestoßen. Betroffen waren Staaten von den USA über Deutschland und Frankreich bis Japan, aber auch Österreich.

Höhere Belastung für Budget
Die Folge: Betroffene Regierungen müssen höhere Zinsen zahlen und auf Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten (die ebenfalls höher verzinst sind) umsatteln, sprich: Die Kosten für den Schuldendienst steigen und belasten das laufende Budget verstärkt.

Gestern hatte US-Präsident Donald Trump nach Ablauf der vereinbarten 60-Tage-Frist für die Einigung auf einen dauerhaften Waffenstillstand mit dem Iran betont, die Waffenruhe werde nicht verlängert. Beide Seiten lehnen weitere Friedensgespräche aktuell ab. Ob die Kämpfe wieder aufgenommen werden, ist unklar, jedenfalls aber bleibt die für Öl- und LNG-Exporte so wichtige Straße von Hormus weiter weitgehend geschlossen.

Rendite auf US-Anleihen auf höchstem Stand seit 2002
Die Renditen für US-Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit kletterten zwischenzeitlich auf den höchsten Wert seit 2002. Jene für französische Anleihen mit ähnlicher Laufzeit erreichten den höchsten Stand seit 2008, bei entsprechenden deutschen Bundesanleihen waren die Kreditkosten seit 2011 nicht mehr so hoch. Japanische und britische Anleihen mit ähnlicher Laufzeit näherten sich dem Allzeithoch. Auch bei österreichischen Staatsanleihen stieg die Rendite.

 
Europa rüstet sich für den Handelskrieg mit China. Wer sitzt am längeren Ast?
In der EU wächst der Druck, auf Konfrontationskurs mit China zu gehen. Auch die deutsche Industrie will plötzlich mehr Härte. Beide Seiten haben viel zu verlieren

Der Gegenschlag Chinas hat die Europäer sichtlich überrascht. Nur 24 Stunden, nachdem die EU-Außenminister Ende Juli 14 chinesische Unternehmen wegen deren vermeintlicher Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine auf eine Sanktionsliste gesetzt hatten, reagierte Peking bereits. Auf der schwarzen Liste der EU stehen 14 chinesische Unternehmen, deren Namen kaum jemand kennt. Peking nahm seinerseits prominente europäische Unternehmen ins Visier.

Ganz oben auf der Liste: Rheinmetall, der größte deutsche Rüstungskonzern. Auch der polnische Elektronikspezialist Vigo oder das französische öffentlich-private Joint Venture III-V Lab dürfen keine Dual-Use-Produkte mehr aus China beziehen. Das bedeutet, sie erhalten keine Rohstoffe und Güter aus China, die zivil oder militärisch eingesetzt werden können.

Warnschuss Richtung Europa
Die betroffenen Unternehmen bemühten sich um Schadensbegrenzung. Rheinmetall bezieht nach eigenen Angaben weniger als ein Prozent seiner Komponenten aus China, andere betroffene Betriebe gar keine. Der wirtschaftliche Schaden dürfte also begrenzt sein. Aber der Schritt hat für Beobachter vielmehr symbolische Bedeutung: China zeigt, dass es bereit ist, die europäische Industrie von chinesischen Chips und Seltenen Erden im Konfliktfall abzuschneiden. Die Botschaft wird in Brüssel, Berlin und anderswo für einige Sorgenfalten sorgen.

Denn die Bedeutung des chinesischen Gegenschlags zeigt sich erst vor dem Hintergrund eines schwerwiegenderen Handelskonflikts zwischen der EU und China, der seit Monaten schwelt und bald eskalieren könnte.

 
IWF: Weltwirtschaft trotzt Energiekrise
Die Weltwirtschaft hat den durch den Nahost-Krieg ausgelösten Energieschock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) besser verkraftet als befürchtet.

Die globale Wirtschaftsleistung werde 2026 voraussichtlich weiterhin um etwa drei Prozent wachsen, teilte der IWF gestern mit. Die globalen Inflationserwartungen seien zwar gestiegen, aber längerfristig gut verankert.

„Bisher hat sich die Weltwirtschaft trotz des sechsmonatigen Krieges im Nahen Osten als robust erwiesen“, sagte die Sprecherin des IWF, Julie Kozack. Einige Länder hätten die Energiekrise durch den Einsatz von Reserven bewältigt, während andere auf neue Energiequellen umgestiegen seien oder die Nachfrage gedrosselt hätten.

Öl- und Erdgaspreise immer noch hoch
Die Öl- und Erdgaspreise seien nach wie vor hoch und der Energieschock durch den Krieg sei noch nicht vorbei, erklärte Kozack weiter. Zudem nehme der weltweite Schuldendruck zu und der Prozess der Disinflation nach der Teuerungswelle von 2022 sei ins Stocken geraten.

 
Der Weltwirtschaft geht die Luft aus – Das Wunder war nur geliehen
Eine Weile lang ging die Rechnung der Pessimisten nicht auf. Die amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran im Februar lösten die größte Störung der weltweiten Energieströme aus, die je gemessen wurde. Der Ölpreis sprang, der Krieg im Nahen Osten weitete sich aus. An den Tankstellen wurde der Sprit knapp, die Teuerung zog an. Der Absturz, den alle erwarteten, blieb aus. Die meisten Volkswirtschaften kamen durch, mühsam, aber sie kamen durch. Der Preis dieser Ruhe stand nur noch nicht in den Büchern.

Jetzt wird der Spielraum eng, während die Aussichten sich verdüstern. Ein Blick auf die letzten Tage genügt. Ein Angriff zwang Saudi-Arabien, eine seiner wichtigsten Pipelines stillzulegen. Die Huthi-Miliz nahm eine strategisch gelegene Insel im Roten Meer samt einer Hafenstadt ein, was die Schifffahrt weiter einschnüren dürfte. Verhandlungen der Golfstaaten platzten, kaum dass sie angesetzt waren. Jeder dieser Vorgänge für sich wäre zu verkraften, zusammen nehmen sie der Lage die Luft zum Atmen. Der Ölpreis schoss in Richtung 110 Dollar je Fass.

Die Rechnung dafür wird an ganz anderen Orten beglichen. In den Philippinen bleiben die Fischerboote im Hafen, weil der Sprit zu teuer ist. In Bangladesch legen Stromausfälle die Fabriken für Stunden lahm. In Guatemala brennen Reifen auf den Straßen. Von Asien bis Lateinamerika reihen sich Stromsperren und Rationierung. Dazu der Zorn derer, die nichts entschieden haben und alles zahlen.

 
106 Dollar pro Fass
Steigende Schulden, neue Raffinerien, mächtigeres China: Die unerwarteten Folgen des hohen Ölpreises
Üblicherweise bemerkt man vor allem an den Zapfsäulen, wenn der Ölpreis steigt. Doch die Auswirkungen gehen weit darüber hinaus. Eine Aufschlüsslung in fünf Punkten

Mehr als 50 Prozent. So viel höher als zum Jahresbeginn liegt aktuell der Ölpreis, Marke Brent. Im Jahresverlauf kratzt er derzeit mit rund 105 Dollar pro Barrel an den Höchstmarken, die er nach Trumps Angriff auf den Iran im Frühjahr erreicht hatte. Mit Blick auf viele Jahre lag er nur einmal deutlich höher als heute: Das war während der globalen Finanzkrise 2008, als die Angst vor dem Kollaps der Weltwirtschaft umging.

Im Alltag bemerkt man es vor allem an den Zapfsäulen, wo sich vor allem Diesel extrem verteuert hat. Ein Liter kostet deutlich mehr als zwei Euro. Doch der Ölpreis schlägt so vielfältig durch wie wohl kein anderer Rohstoffpreis – auf Zinsen, Gesamtwirtschaft, generellen Wohlstand. Wie genau? Fünf Punkte zur Erläuterung:

 
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