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Wirtschaft Weltweit

Ölpreis steigt weiter, Börsen brechen ein
Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat den Ölpreis heute auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze um fast 20 Prozent auf 111,04 Dollar. Die Furcht vor Lieferengpässen, steigender Inflation und höheren Zinsen ließ die Anleger aus Aktien flüchten und trieb sie in den als sicher geltenden US-Dollar.

Trump: „Sehr kleiner Preis für Sicherheit und Frieden“
US-Präsident Donald Trump sieht im stark gestiegenen Ölpreis ein kleines notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm. "Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Nur Narren würden anders denken“, fügte er hinzu.

Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen.

Hohe Verluste auch an Börsen in Ostasien
An der Wall Street deuteten die Terminkontrakte auf einen schwachen Start hin: Die S&P-500-Futures fielen um 1,6 Prozent, die Nasdaq-Futures um 1,7 Prozent.

Die Börsen in Ostasien reagierten mit heftigen Verlusten auf den rasanten Anstieg der Ölpreise. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel um mehr als 6 Prozent unter die Marke von 53.000 Zählern. Rund 25 Minuten nach Handelsbeginn notierte der asiatische Leitindex bei einem satten Minus von 3,409,92 Punkten oder 6,13 Prozent bei einem Zwischenstand von 52.210,92 Punkten.

Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul verzeichnete der KOSPI nach Handelsbeginn zeitweise ein Minus von 378,55 Punkten – oder knapp sieben Prozent – bei einem Stand von 5.200,17 Zählern.

 
Und da wehren sich AfD-, FPÖ- usw. Wähler als armutsgefährdete Menschen gegen eine Reichensteuer.
„Forbes“: So viele Milliardäre wie noch nie
Der Boom um künstliche Intelligenz (KI) hat die Zahl der Milliardäre weltweit auf einen neuen Höchststand getrieben. Das teilte das US-Magazin „Forbes“ gestern mit. An der Spitze der Liste steht das zweite Jahr in Folge Elon Musk, Chef der Onlineplattform X, des Raumfahrtkonzerns SpaceX und des Elektroautoherstellers Tesla. Sein geschätztes Vermögen beläuft sich auf 839 Milliarden Dollar (rund 725 Milliarden Euro).

„Es ist das Jahr der Milliardäre“, erklärte der leitende „Forbes“-Redakteur Chase Peterson-Withorn. „Der Planet hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als einen Milliardär pro Tag hinzugewonnen, da der durch KI angetriebene Börsenboom Vermögen auf zuvor unvorstellbare Höhen getrieben hat.“

400 Milliardäre mehr
Davon profitierte vor allem Musk, der seinen Besitz binnen einem Jahr mehr als verdoppeln konnte und nun als erster Mensch auf dem Weg zum Billionär ist. Der 54-Jährige hat laut „Forbes“ mehr Vermögen angehäuft als die drei nach ihm folgenden Superreichen zusammen: Die Google-Kogründer Larry Page (257 Milliarden Dollar) und Sergey Brin (237 Milliarden Dollar) sowie Amazon-Chef Jeff Bezos (224 Milliarden Dollar). Auf Platz fünf folgt Meta-Chef Mark Zuckerberg (222 Milliarden Dollar).

 
IEA plant größte Ölreserven-Freigabe ihrer Geschichte
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt die größte Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte, um die wegen des US-israelischen Krieges mit dem Iran gestiegenen Rohölpreise zu senken.

Die geplante Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die IEA-Mitgliedstaaten 2022 nach Russlands Invasion der Ukraine auf den Markt brachten, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern und verwies auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.==

Paris kündigt G7-Videokonferenz an==

Die Anführer der G7-Staaten werden nach Angaben der französischen Regierung heute eine Videokonferenz zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges abhalten.

Dabei werde es vor allem um die „Energiesituation“ gehen, erklärte der Elysée-Palast am Dienstag. Die Gespräche sollen gegen 15.00 Uhr beginnen und von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geleitet werden.

Der Elysee-Palast betonte, die wirtschaftliche Koordinierung sei „ein zentrales Thema für eine wirksame und sinnvolle Reaktion auf die Lage“. Es seien die ersten Gespräche der G7-Staaten zu diesen Fragen. Frankreich hat in diesem Jahr den G7-Vorsitz inne.

 
32 Staaten öffnen ihre Reserven von 400 Millionen Barrel – Trumps Fehlplanung bringt die Welt in Not
Bandar Abbas – 400 Millionen Barrel. 32 Länder. Ein Notfallmechanismus, der eigentlich für Naturkatastrophen oder globale Versorgungsschocks gedacht ist, wird nun aktiviert, weil eine militärische Eskalation eine der empfindlichsten Energieachsen der Welt ins Wanken gebracht hat. Die Straße von Hormus ist faktisch nur noch eingeschränkt passierbar. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt durch diese Meerenge. Wird sie unsicher, gerät nicht nur der Ölmarkt unter Druck, sondern die Preisstruktur ganzer Volkswirtschaften. Genau das geschieht jetzt.

Am Mittwoch wurden mindestens drei Schiffe in und nahe der Straße von Hormus getroffen. Eine britische Seefahrtsüberwachungsstelle meldete Einschläge durch nicht identifizierte Geschosse. Rauch stieg aus dem Tanker „Mayuree Naree, Bangkok“ auf. Die Königlich Thailändische Marine veröffentlichte ein Bild des beschädigten Schiffes. Der Iran reklamierte den Angriff für sich. Damit ist die Energiepassage nicht nur politisch, sondern physisch umkämpft. Währenddessen reagieren die Märkte unmittelbar. Versicherer erhöhen Prämien, Reedereien prüfen Routen, Händler kalkulieren Risikoaufschläge ein. Der Ölpreis schießt nach oben, fällt bei jeder Andeutung von Deeskalation, steigt wieder bei jeder Relativierung. Es ist ein Markt, der an politischen Sätzen hängt.

Die Freigabe der 400 Millionen Barrel soll das Angebot stabilisieren. Sie soll verhindern, dass Panik in reale Knappheit umschlägt. Doch strategische Reserven ersetzen keine funktionierende Transportader. Sie überbrücken Zeit. Mehr nicht. Die eigentliche Frage ist politisch. Der militärische Schritt gegen den Iran wurde als kalkulierter Eingriff verkauft. Jetzt muss ein Drittel der industrialisierten Welt Öl aus Notbeständen auf den Markt werfen, um die Folgen einzudämmen. Was als Demonstration von Stärke begann, zwingt nun 32 Staaten zur kollektiven Krisenreaktion.

 
Über Entfernung, Gewicht und den Vorgarten
Irgendwo auf der Welt wacht ein Mann auf und weiß nicht, dass er heute Morgen reicher geworden ist. Nicht weil er gearbeitet hat. Weil der Markt geöffnet hat. Weil Zahlen in Computern gestiegen sind, während er noch schlief. Anfang Februar 2026 überstieg Elon Musks Vermögen 800 Milliarden Dollar — in einer Nacht, ohne Zeugen, ohne Arbeit, einfach so. Die zwölf reichsten Amerikaner besitzen zusammen über zwei Billionen Dollar. Vor sechs Jahren war es ein Viertel davon.

Irgendwo auf der Welt wacht eine Frau auf und rechnet nach. Sie rechnet jeden Morgen nach. Das Gehalt. Die Miete. Der Strom. Die Wochen bis zum nächsten Ersten. Sie ist keine Rechnerin von Beruf — sie ist es geworden, weil das Geld nicht reicht, und wer nicht rechnet, verliert. 44 Prozent der Weltbevölkerung leben an oder unter der Grenze von 6,85 Dollar am Tag.

Zwischen diesen beiden Menschen liegt eine Entfernung, für die es kein passendes Wort gibt. Nicht Arm und Reich — das klingt nach einem Märchen, nach zwei Lagern, die zumindest dieselbe Welt bewohnen. Aber sie bewohnen nicht dieselbe Welt. Sie atmen dieselbe Luft. Das ist alles, was sie teilen.

Man kann sich 800 Milliarden Dollar nicht vorstellen. Das ist keine Schwäche des Geistes. Es ist eine Grenze des Gehirns, das für Savannenleben gebaut wurde, für Herden und Feuer und das Zählen von Früchten. Für Zahlen dieser Größe gibt es kein Bild. Es gibt nur die stille Erschütterung, wenn man lange genug auf die Ziffer starrt, bis sie aufhört, eine Zahl zu sein — und anfängt, etwas anderes zu bedeuten. Macht. Unerreichbarkeit. Eine neue Art von Schwerkraft.

Das sagt nichts über die Person. Es sagt alles über das System, das solche Zahlen möglich macht — und über die Zeit, die gelernt hat, sie normal zu finden.

Früher entstand großes Vermögen aus Land, Rohstoffen, Fabriken — aus Dingen, die man anfassen konnte, die Grenzen hatten, die irgendwann voll waren. Heute entsteht es aus Patenten, Software, Markenversprechen und der Erwartung zukünftiger Gewinne. Firmen können jahrelang wachsen, ohne einen Cent Gewinn zu erzielen, solange Investoren an ihre Zukunft glauben. Das Kapital vermehrt sich durch bloße Hoffnung — und die alten wirtschaftspolitischen Werkzeuge stehen daneben, als wären sie für eine andere Welt gebaut worden. Weil sie es sind.

 
Krieg auf den Märkten – Der Iran-Konflikt treibt Ölpreise, Diplomatie und Militär in einen neuen Sturm
Während im Nahen Osten erneut Raketen starten und Sirenen heulen, reagieren die Finanzmärkte nervös. Am Montagmorgen stiegen die amerikanischen Aktienmärkte deutlich, nachdem die Ölpreise kurzfristig nachgegeben hatten. Der Leitindex S&P 500 lag im frühen Handel rund ein Prozent im Plus, nachdem er zuvor drei Wochen in Folge verloren hatte. Der Dow Jones gewann etwa 325 Punkte, ein Plus von 0,7 Prozent. Besonders stark reagierte der Technologieindex Nasdaq, der um 1,2 Prozent zulegte. Der Auslöser lag einmal mehr im Ölmarkt. Der Preis für amerikanisches Rohöl fiel zeitweise um 4,1 Prozent auf 94,62 Dollar pro Barrel, nachdem er am Morgen noch über 102 Dollar gestiegen war. Auch die internationale Sorte Brent gab nach und lag bei rund 101,72 Dollar, nachdem sie zuvor bis auf 106,50 Dollar geklettert war. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran war der Ölpreis zuvor ausgehend von etwa 70 Dollar je Barrel fast ununterbrochen gestiegen und hatte weltweit Sorgen vor wirtschaftlichen Folgen ausgelöst.

Während Händler in New York und London auf die Bildschirme schauen, spitzt sich die Lage im Nahen Osten weiter zu. In Doha waren Explosionen zu hören, als Iran erneut Raketen in Richtung Katar abschoss. Das Innenministerium forderte die Bevölkerung auf, in ihren Häusern zu bleiben. Kurz zuvor hatten die Luftabwehrsysteme des Landes bereits eine erste Angriffswelle abgefangen. Auch in Bahrain heulten die Sirenen. Die Behörden riefen die Menschen auf, sofort Schutzräume aufzusuchen. Gleichzeitig meldete Israel Raketenwarnungen in Jerusalem und der umliegenden Region. Sirenen warnten dort vor Geschossen aus Iran.

Die Vereinigten Arabischen Emirate berichteten von einem massiven Angriff mit sechs ballistischen Raketen und 21 Drohnen aus Iran. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden seit Beginn des Krieges insgesamt 304 ballistische Raketen, 15 Marschflugkörper und 1.627 Drohnen auf das Land abgefeuert. Sieben Menschen seien dabei getötet worden, darunter zwei Soldaten.

 
Flugpreise steigen in lichte Höhen
Der Krieg in Nahost beeinträchtigt die weltweite Ölversorgung, Fluggesellschaften bekommen das in Form von stark gestiegenen Kerosinpreisen zu spüren. Teilweise haben Airlines den Kostensprung an Passagiere bereits weitergegeben. Dass andere folgen, ist Fachleuten zufolge nur eine Frage der Zeit, schließlich macht Treibstoff im Schnitt ein Viertel der Betriebsaufwendungen aus. Dazu kommt, dass der Luftraum über vielen Ländern gesperrt ist und Flugzeuge umgeleitet werden müssen. Die Routen werden damit länger und kostenintensiver.

Durch die für den internationalen Flugverkehr bedeutenden Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain kämen normalerweise rund 526.000 Passagiere pro Tag, teilte der in London ansässige Welttourismusverband (WTTC) unlängst mit. Das Wegfallen dieser Drehkreuze wirbelt die Flugpläne durcheinander. Die Lufthansa Group und ihre Tochter Austrian Airlines etwa haben Flüge von und nach Dubai, Abu Dhabi, Beirut, Amman und Erbil bis einschließlich 28. März ausgesetzt. Tel Aviv wird bis zum 2. April nicht mehr angeflogen, Teheran bis zum 30. April.

 
Öl- und Gasmangel
Auch Sri Lanka reagiert mit Viertagewoche
Der Krieg in Nahost und damit einhergehende ausbleibende Öllieferungen zwingen asiatische Staaten weiter zu drastischen Maßnahmen: Nach den Philippinen und Pakistan führt nun auch Sri Lanka eine Viertagewoche ein. Die Maßnahme, die am Mittwoch wirksam wird, gilt für öffentlich Bedienstete sowie an Schulen und Universitäten. Keine andere Weltregion ist so stark von Öl- und Gaslieferungen aus Nahost angewiesen wie Asien.

„Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten, aber auf das Beste hoffen“, sagte der sri-lankische Präsident Anura Kumara Dissanayake am Montag bei einem Krisentreffen mit hochrangigen Beamten. Um Sprit zu sparen, bekommen öffentlich Bedienstete fortan jeden Mittwoch frei. Gesundheitsbehörden sowie Einwanderungsbehörden sind von der Viertagewoche ausgenommen. Auch dem Privatsektor wurde eine Viertagewoche empfohlen.

Als weitere Notfallmaßnahme müssen sich Verkehrsteilnehmer seit Sonntag für einen nationalen Kraftstoffpass registrieren. Damit soll die Menge an Sprit, die gekauft werden kann, rationiert werden. Für den öffentlichen Nahverkehr gilt eine Beschränkung auf 200 Liter pro Woche, für Autofahrer sind es 15 Liter und für Motorradfahrer fünf Liter. Laut Behörden würden die Benzin- und Dieselvorräte des Landes für fast sechs Wochen reichen.

Hintergrund ist, dass der Transport von Öl und Gas über die Straße von Hormus seit Beginn des Krieges in Nahost praktisch zum Erliegen gekommen ist. Asiatische Staaten sind davon besonders betroffen, weil sie einen Großteil ihrer Öl- und Gasimporte aus der Golfregion beziehen. Nach Angaben des Wirtschaftsberaters der US-Regierung, Kevin Hassett, im Sender CNBC hätten erste Öltanker inzwischen wieder begonnen, die Meerenge zu passieren.

 
Öl-Schock rollt weiter – Was jetzt im Golf passiert, trifft bald jeden Zapfhahn!
Der Markt zeigt längst nicht mehr das, was viele noch sehen wollen. Während Brent und WTI als Referenzwerte durch die Schlagzeilen laufen, spielt sich die eigentliche Eskalation woanders ab. Für bestimmte Rohölsorten aus der Region werden bereits rund 160 Dollar pro Barrel gezahlt, weit entfernt von den offiziellen Benchmarks. Das ist kein Ausreißer, sondern ein Signal. Der Auslöser ist klar: Die Straße von Hormus ist blockiert, ein zentrale Passage, durch das zuvor fast ein Fünftel der globalen Ölversorgung lief. Rund 16 Millionen Barrel pro Tag fehlen aktuell im System. Ersatz gibt es nur begrenzt, über Pipelines oder strategische Reserven, doch das reicht nicht aus, um die Lücke zu schließen. Selbst optimistische Szenarien lassen ein Defizit von etwa 10 Millionen Barrel täglich bestehen.

Was gerade passiert, ist eine Verlagerung des Drucks. Asien kauft aggressiv alles auf, was sich für die Produktion von Diesel und Kerosin eignet. Schwefelhaltige Sorten aus Norwegen, Russland, Kolumbien oder Alaska werden plötzlich zur Schlüsselware. Ladungen werden umgeleitet, Europa verliert Volumen, weil in Asien höhere Preise gezahlt werden. Der Wettbewerb verschärft sich global. Die Preisunterschiede werden dabei immer extremer. Dubai-Rohöl ist seit Jahresbeginn um über 150 Prozent gestiegen, während Brent deutlich langsamer reagiert. Der Abstand zwischen Brent und WTI liegt inzwischen bei etwa 12 Dollar pro Barrel. Das wirkt technisch, ist aber entscheidend: Öl ist nicht gleich Öl, und der Ort entscheidet, wer zahlt.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Futures spiegeln die Realität nur noch begrenzt wider, weil sich große Marktteilnehmer zurückhalten. Weniger Handel bedeutet größere Ausschläge. Gleichzeitig orientieren sich viele Kontrakte an Lieferungen in der Zukunft, während die physische Knappheit im Hier und Jetzt eskaliert. Selbst wenn es kurzfristig politische Anzeichen gibt, bleibt die Unsicherheit hoch. Gespräche, Verschiebungen von Militärschlägen, Ankündigungen – all das bewegt die Preise, aber es löst das Grundproblem nicht. Solange die Passage im Golf nicht wieder vollständig offen ist, bleibt die Versorgung gestört.

Und genau hier liegt der entscheidende Punkt: Der Markt verteilt den Schaden nicht lokal, sondern global. Was heute in Asien explodiert, wird sich zeitverzögert in Europa und den USA zeigen. Transportketten, Raffinerien und Vertragsbindungen sorgen dafür, dass die Welle langsam, aber sicher weiterläuft. Die Konsequenz ist absehbar. Höhere Energiepreise treffen zuerst Industrie und Logistik, dann Haushalte. Wenn sich die Lage nicht schnell entspannt, wird aus einem regionalen Engpass ein weltweiter Kostenschock.
 
Krieg und Ölkrise: Gold hat 20 Prozent verloren – ist es etwa nicht mehr krisenfest?
Von Rekorden ist am Goldmarkt nichts mehr zu spüren, es geht seit Wochen abwärts. Zuvor hat viel Spekulation den Preis getrieben. Dann hat der Iran-Krieg vieles grundlegend geändert

An der Börse steigen die Kurse über die Treppe, heißt es, aber sie fallen aus dem Fenster. Aber auch eine Achterbahnfahrt beschreibt die Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen Monaten treffend: Erst ging es enorm steil bergauf, dann dafür umso rasanter wieder abwärts. Mit rund 4440 US-Dollar am Donnerstagmorgen für eine Feinunze (31,1 Gramm) steht bereits ein Minus von rund 20 Prozent, also einem Fünftel, gegenüber dem unlängst erzielten Rekordhoch zu Buche. Damit ist das Edelmetall allerdings immer noch um fast die Hälfte mehr wert als vor einem Jahr mit etwas mehr als 3000 Dollar. Eine ähnliche Entwicklung mit noch stärkeren Preisausschlägen verzeichnete Silber.

Bemerkenswert ist dabei, dass der starke Preisrückgang von Gold und Silber in ein Umfeld gefallen ist, in dem Edelmetalle eigentlich hätten glänzen sollen. Denn sowohl in Krisenzeiten wie derzeit rund um den Krieg in Nahost, als auch bei steigendem Inflationsdruck wegen hoher Energiepreise gilt Gold eigentlich als sicherer Hafen für Investierende. Warum ist das dieses Mal anders? Wie sehen Experten die weitere Entwicklung nach dem Kurssturz? Ist die große Party am Goldmarkt womöglich schon zu Ende?

 
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