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Knast oder den eigenen Vergewaltiger heiraten...

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 8317
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Schlimme Sache, ich hoffe ihr widerfährt noch Gerechtigkeit, befürchte aber das es bei dieser Grundlage kein "Happy End" für die Betroffene geben wird.

Eigentlich ist das ein viel zu ernstes Thema für Rakija und würde besser zu "Soziales" oder "Kriminalität" passen.


P.S.
Natürlich sind nicht lange Kriege sondern gesellschaftliche Konventionen Schuld, das es ein solch abscheulich ungerechtes Rechtssystem gibt.
 
Schlimme Sache, ich hoffe ihr widerfährt noch Gerechtigkeit, befürchte aber das es bei dieser Grundlage kein "Happy End" für die Betroffene geben wird.

Eigentlich ist das ein viel zu ernstes Thema für Rakija und würde besser zu "Soziales" oder "Kriminalität" passen.


P.S.
Natürlich sind nicht lange Kriege sondern gesellschaftliche Konventionen Schuld, das es ein solch abscheulich ungerechtes Rechtssystem gibt.

Gesellschaftliche Konventionen sind nicht gemeißelt- siehe Balkan. In Afghanistan gab es drei Reformwellen- in den 20ern, den 50ern und den siebzigern. Die letzte Reformwelle wurde durch den Beginn des bewaffneten Konflikts völlig zum erliergen gebracht, und es kam zu einem massiven Rückschritt. Vielleicht wären die Zustände heute anders, wenn diese Reformen erfolgreich gewesen wären. Vielleicht hätte sich die Situation ohne den Krieg zum positiven entwickelt.

Ich will nicht wissen, wie einige Gebiete des Balkan aussehen würden, wenn dort entsprechende Reformbewegungen NICHT erfolgreich gewesen wären.
 
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Gesellschaftliche Konventionen sind nicht gemeißelt- siehe Balkan. In Afghanistan gab es drei Reformwellen- in den 20ern, den 50ern und den siebzigern. Die letzte Reformwelle wurde durch den Beginn des bewaffneten Konflikts völlig zum erliergen gebracht, und es kam zu einem massiven Rückschritt. Vielleicht wären die Zustände heute anders, wenn diese Reformen erfolgreich gewesen wären. Vielleicht hätte sich die Situation ohne den Krieg zum positiven entwickelt.

Ich will nicht wissen, wie einige Gebiete des Balkan aussehen würden, wenn dort entsprechende Reformbewegungen NICHT erfolgreich gewesen wären.

Ferdy ich bin mir ziemlcih sicher das du es dir wirklich zu einfach machst den Grund für die "speziellen Zustände" in Afghanistan auf Krieg zu reduzieren.

Der Grund warum gewisse Reformen auf dem Balakn gefruchtet haben und in Afghanistan nicht hängt mit dem gesellschaftlichen Wandel von einer Stammesgesellschaft zu einer "echten Nation" zusammen; ein Schritt der in Afghanistan nie vollendet wurde.
Das Pashtunwali, das Gewohnheitsrecht der Pashtunen, durchdringt alle Lebensbereiche und ist sogar eine der Grundlagen für die Aghanische Verfassung. Diese archaischen Strukturen sind vornehmlich in Stammesgesellschaften anzutreffen.
Auch auf dem Balkan (in Ex-YU) hat bislang jede Generation einen Krieg miterlebt und dennoch haben wir eine ganz andere Entwicklung durchgemacht, aufgrund des gesellschaftlichen Umbruchs. Informiere dich mal wie es z.b. Danilo Petrovic Njegos gelang die Blutrache in Montenegro zurückzudrängen, dann werden dir die Zusammenhänge schnell klar, ebenso warum dieses Phänomen bei den Albanern, welche auch noch sehr an einer Stammesgesellschaft (fiset) orientiert sind bis heute aktuell ist und der "Kanun", ähnlich dem Pashtunwali eine hohe Bedeutung zukommt.

Auf dem Balkan befinden sich nur die Albaner zur Zeit noch in einer Stammesgesellschaft, allerdings mit anderen etablierten gesellschaftlichen Konventionen als in Afghanistan da u.a. dem Islam innerhalb der albanischen Gesellschaft keine so hohe Bedeutung zukommt.
Abgesehen davon sind es nur patriarchialische Gesllschaftsordnungen in denen die Frauen derart ungerecht behandelt werden.

Ich stimme dir in sofern zu das eine durch Krieg geformte Gesellschaft sicher dazu beiträgt patriarchialische Gesellschaftordnungen zu konservieren, jedoch ist der Krieg selbst nicht das einzig auslösende Kriterium das sich solche Zustände entwickeln.

Man muß abschliessend noch dazu sagen das sich in Afghanistan mit der Verquickung von pseudo-islamischen Recht und Pashtunwali eine besonders ungerechte Gesellschaftsform, insbesondere Frauen gegenüber, entwickelt hat, welche mit dem "echten islamischen Recht" (nach Koran und Sunna) nicht zu vereinbaren ist und gegen das selbst der Kanun fortschrittlich ist.
 
Ferdy ich bin mir ziemlcih sicher das du es dir wirklich zu einfach machst den Grund für die "speziellen Zustände" in Afghanistan auf Krieg zu reduzieren.

Der Grund warum gewisse Reformen auf dem Balakn gefruchtet haben und in Afghanistan nicht hängt mit dem gesellschaftlichen Wandel von einer Stammesgesellschaft zu einer "echten Nation" zusammen; ein Schritt der in Afghanistan nie vollendet wurde.
Das Pashtunwali, das Gewohnheitsrecht der Pashtunen, durchdringt alle Lebensbereiche und ist sogar eine der Grundlagen für die Aghanische Verfassung. Diese archaischen Strukturen sind vornehmlich in Stammesgesellschaften anzutreffen.
Auch auf dem Balkan (in Ex-YU) hat bislang jede Generation einen Krieg miterlebt und dennoch haben wir eine ganz andere Entwicklung durchgemacht, aufgrund des gesellschaftlichen Umbruchs. Informiere dich mal wie es z.b. Danilo Petrovic Njegos gelang die Blutrache in Montenegro zurückzudrängen, dann werden dir die Zusammenhänge schnell klar, ebenso warum dieses Phänomen bei den Albanern, welche auch noch sehr an einer Stammesgesellschaft (fiset) orientiert sind bis heute aktuell ist und der "Kanun", ähnlich dem Pashtunwali eine hohe Bedeutung zukommt.

Auf dem Balkan befinden sich nur die Albaner zur Zeit noch in einer Stammesgesellschaft, allerdings mit anderen etablierten gesellschaftlichen Konventionen als in Afghanistan da u.a. dem Islam innerhalb der albanischen Gesellschaft keine so hohe Bedeutung zukommt.
Abgesehen davon sind es nur patriarchialische Gesllschaftsordnungen in denen die Frauen derart ungerecht behandelt werden.

Ich stimme dir in sofern zu das eine durch Krieg geformte Gesellschaft sicher dazu beiträgt patriarchialische Gesellschaftordnungen zu konservieren, jedoch ist der Krieg selbst nicht das einzig auslösende Kriterium das sich solche Zustände entwickeln.

Man muß abschliessend noch dazu sagen das sich in Afghanistan mit der Verquickung von pseudo-islamischen Recht und Pashtunwali eine besonders ungerechte Gesellschaftsform, insbesondere Frauen gegenüber, entwickelt hat, welche mit dem "echten islamischen Recht" (nach Koran und Sunna) nicht zu vereinbaren ist und gegen das selbst der Kanun fortschrittlich ist.

O.K., ich glaube, darauf können wir uns ganz gut einigen. Die Verquickung mit dem pseudoislamischen Recht ist allerdings auch eine Folge des Krieges- zumindest die Zementierung dieses Zustandes. In Afghanistan gab es sogar Phasen, in denen die Burkha verboten war. Das gleiche gilt ja auch für die Stammesordnung- in einem permanenten Kriegszustand ist das ja schließlich der einzige Garant für so etwas wie Ordnung.

Wir wissen nicht, wie sich die gesellschaftliche Ordnung in Afghanistan entwickelt hätte, wenn die kommunistische Partei bei ihrer Machtübernahme ihre Reformbemühungen im Bereich Bildung und Frauenrechte durchgesetzt hätte- das ist spekulativ. Keine Ahnung, ob der Widerstand in der Bevölkerung ohne die Unterstützung der USA stark genug gewesen wäre, um das Land in Chaos zu stürzen.
 
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