Über Einzelheiten und Begleitumstände der slawischen Landnahme schweigen die zeitgenössischen Quellen, doch finden sich seit Anfang des 6. Jahrhunderts, noch unter der Regierungszeit Justins (518-527), Hinweise auf gelegentliche Einfälle <bulgarischer>, slawinischerf und antischer Horden über die Donaugrenze. Die ethnische Zuordnung dieser <Bulgaren>, die schon zu Ende des 5. Jahrhunderts Thrazien heimsuchten, bereitet für diese Periode noch Schwierigkeiten. Zusammenhänge mit den Ogurstämmen (Kutriguren und Utiguren) sind auf Grund der bestehenden Quellenlage nicht eindeutig zu klären. Auf jeden Fall haben wir mit Teilen jener turkstämmigen Bulgaren zu rechnen, die dann zu Anfang des 7. Jahrhunderts im Raum nördich des Kaukasus sich aus der awarischen Vorrherrschaft lösten und unter Konvrat zu einem eigenen, zunächst nur kurzlebigen Großreich zusammenschlossen. In byzantinischen Quellen wird es als das alte <Großbulgarien> bezeichnet. Auch die Sklawinen und Anten, die in der Geschichtsschreibung des 6. Jahrhunderts (Jordanes, Prokopios, Pseudo-Maurikios) als die beiden großen Stammesgruppierungen der Slawen hervortreten, standen zunächst wohl in einem mehr oder minder lockeren Abhängigkeitsverhältnis zu den Awaren. ....
... Awarische, slawische und bulgarische Horden suchten auf ihren ausgedehnten Plünderungszügen die balkanischen Kernlandschaften heim und wagten sich bis vor die Mauern Thessalonikes und Konstantinopels.