Gerichte sind nicht dazu da, um allen moralischen Ansprüchen zu genügen, sondern ganz einfach Recht zu sprechen. Es haben sich über einen sehr sehr langen Zeitraum Grundsätze entwickelt, die auch Sinn machen, dass man sich vor Gericht (in der Rechtsprechung) an sie hält.
Beim YCTY haben sich so manche Richter und Richterinnen extrem aus dem Fenster gelehnt und ich habe das über einen sehr sehr langen Zeitraum, auch wenn ich mich nie richtig und im Detail mit dieser Rechtsprechung dort befasst habe, für extrem wichtig und jeder Hinsicht richtig gehalten, weil ich für mich persönlich 1. an der friedensstiftenden Wirkung und 2. der Genugtuung für die Opfer von Urteilen festgehalten habe. Sogar von der manchmal total überzogenen Chefica-Anklägerin war (und bin) ich ein Fan, weil sie für mich wie die Faust aufs Aug zum Balkan passte.
Und jetzt kommt das berühmt-berüchtigte "Aber": die Kritiker haben auch gute Argumente vorgebracht, die gar nicht so einfach von der Hand zu weisen sind, wie du das offensichtlich glaubst.
Es mag für dich schrecklich zu ertragen sein, aber das Problematische an deiner Ansicht ist, dass es im Ergebnis darauf hinausläuft, dass Völkermord eine Art "Gütesiegel" ist....das ist pervers!
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Wozu gab es keine Verurteilungen?
problematisch sind diese ständigen Unterstellungen, Gütesiegel, Opfer 1/2er Klasse. So ein Blödsinn. Jede einzelne Moschee in der RS!! Jede! Friedhöfe, Stari Most, Pocitelj, der Beschuss der Vijecnica, das Vorgehen das Arkanovi und anderer Gruppen, wer sie rekrutiert hat. Ein gemeinsamer Plan zur Aufteilung. Die Hälfte davon kennst du nicht einmal, wenn überhaupt, aber es reicht für irgendwelche Unterstellungen, was dann wiederum wirklich pervers ist.