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Hamed Abdel-Samad auf Provokations- und Selbsttherapie-Tour

  • Ersteller Ersteller Nik
  • Erstellt am Erstellt am
Wer soll denn bitteschön handeln.. Es ist ein Witz, dass außenstehende immer Versuchen sich in fremde Angelegenheiten einzumischen.. Es geht hier um Bayt ul Islam das Hause Islams.. Keine Ahnung wieso sich dann andere da einmischen wollen, oder mische ich mich in die Angelegenheiten meines Nachbars ein.. ?? Die Islamische Welt hatte und hat bis Heute noch zahlreiche großartige Gelehrte deren Wissen so groß, dass sie hier alle Kritiker blass aussehen lassen würden und genau solche sind gefragt wenn es um irgendwas Internes geht und nicht irgendwelche selbsternannten Experten
Erstmal ist Abdel-Samad kein Außenstehender, zum Zweiten ist dieses ja so große "Wissen" angeblicher Gelehrter das Problem und nicht die Lösung. Allein dass Menschen sich erdreisten Gott erklären zu wollen sollte sie zu Scharlatanen und Gauklern degradieren und nicht zu Gelehrten hochstilisieren
 
.......

Holzmichl hat aber Recht. Und dass der Franz jetzt einen auf Almosenspender macht, ändert nichts an der Tatsache, dass die römisch-katholische Kirche immer noch korrupt ist. Heute vor allem in Südamerika, Afrika und Asien.

Was hat nun das korrupt sein der katholischen Kirche mit dem Thema zu tun und was die Aussage des Papstes, die ich hier reinbrachte auf die aussagen von Nietzsche, das christen Faschisten sind.....kannte Nietzsche den jetzigen Papst?


Ändert aber nix and dem, dass das 1. hier nicht Thema ist...und 2. das er eben öffentlich das gesagt hat......und lies halt meinen Text vorher.....ich bezog mich auf alle Buchreligionen und hab alle kritisiert.....


schon mal bemerkt das der letzte Papst zurückgetreten ist....fakt ist das es hier um den Islamkritiker geht.....und vom manchem die masche der christenkritik aus dem Ärmel gleich reflexartig gezückt wird....


auch von Dir gerade mein lieber Nik.....

oder altenfalter, der die Hexenverbrennung daher bringt....wie weit wollt ihr noch zurückgehen in der Zeit mit den Christlichen Dummheiten, damit der heutige Vergleich mit dem Islam euch einigermaßen beruhigt.....


oder Juden mit hier einbauen oder die Inder......
 
Was hat nun das korrupt sein der katholischen Kirche mit dem Thema zu tun und was die Aussage des Papstes, die ich hier reinbrachte auf die aussagen von Nietzsche, das christen Faschisten sind.....kannte Nietzsche den jetzigen Papst?

Ändert aber nix and dem, dass das 1. hier nicht Thema ist...und 2. das er eben öffentlich das gesagt hat......und lies halt meinen Text vorher.....ich bezog mich auf alle Buchreligionen und hab alle kritisiert.....


schon mal bemerkt das der letzte Papst zurückgetreten ist....fakt ist das es hier um den Islamkritiker geht.....und vom manchem die masche der christenkritik aus dem Ärmel gleich reflexartig gezückt wird....


auch von Dir gerade mein lieber Nik.....

oder altenfalter, der die Hexenverbrennung daher bringt....wie weit wollt ihr noch zurückgehen in der Zeit mit den Christlichen Dummheiten, damit der heutige Vergleich mit dem Islam euch einigermaßen beruhigt.....


oder Juden mit hier einbauen oder die Inder......
Meiner Meinung nach gibt es dieses Problem bei allen Religionen und nicht nur beim Islam. Der Papst ist für mich ein korrupter und machtgeiler Nichtstuer, dessen Amt und Mafia abgeschafft gehören. Religion sollte sich, wenn sie denn nötig ist, frei entfalten können und nicht von irgendwelchen alten und senilen Jungfrauen «reguliert» werden. Das ist alles, was ich dazu sagen wollte. Dass Abdel-Samad «Post-Moslem» ist und es hier um seine Arbeit geht, heisst nicht, dass man nicht Überschneidungen mit anderen Themen sehen kann. Und die gibt es, Nietzsche beispielsweise benutzte fast dieselben Methoden in seiner «Kritik» am Christentum, wie dies Abdel-Samad heute beim Islam tut. Holzmichl hat da schon ein gutes Beispiel gebracht.

Von daher weiss ich nicht wirklich, wieso du dich gerade so aufregst.
 
Grundsätzlich sollte dem Koran die absolute Unverfälschtheit des Wortes Gottes abgesprochen werden. Man kann die Botschaft, die er im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Sinn bringt, nicht eins zu eins im Jahr 2017 realisieren. Das ist unmöglich.

Ich war ein wenig hart zu Abdel-Samad mit dem Thread-Titel, aber ich glaube, dass es Leute wie ihn braucht, die auf die Punkte bzw. Wunden drücken, wo es so richtig wehtut. Solche Punkte sollten aber auch von Vertretern anderer Religionen in ihren Religionen gedrückt werden. Es kann beispielsweise nicht sein, dass die Vergewaltigung von Knaben in der katholischen Kirche und unter Katholiken immer noch sehr oft tabuisiert wird. Auch kann es nicht sein, dass die orthodoxen Juden denken, sie wären das auserwählte Volk Gottes. Das sind sie nämlich mit Sicherheit nicht.

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Was schreibst du denn da, Liberitas? Siehst du denn nicht all die Muslime, welche ihren Glauben bzw. ihre Religion mit einer aufgeklärten, humanen und menschenrechtlichen Philosophie in Einklang bringen können? Wieso ignorierst du das? Der Islam ist keine Person, er ist so vielschichtig, du kannst dir das wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Ich würde auch sagen, er ist vielfältiger als das Christentum. Der Islam kennt keine religiöse Institution, die ihn «reguliert». Deshalb hat er auch so viele Gesichter. Reist man von Marokko über Mali, Tunesien und Somalia nach Palästina, Saudi-Arabien, den Iran, Albanien, Kasachstan, Indien und Singapur wirst du wahrscheinlich in jedem Land einem anderen Islam begegnen. Was heisst das also konkret? Der Islam hat sich sehr wohl angepasst. Nur haben sich diese «Islamen» noch nicht wirklich an diese eingangs von mir erwähnten Philosophie «des Westens» anpassen können, auch wenn dies in einigen Weltgegenden – wie in Albanien und Bosnien-Herzegowina, und stellenweise in der Türkei, in Tunesien und im Libanon – jedoch bereits seit langem passiert ist. Ich bin optimistisch. In höchstens 50 Jahren werden auch Saudi-Arabien und der Iran keine erzkonservativen Theokratien mehr sein. Entsprechende Entwicklungen zeigen nämlich in Richtung Pluralismus, Republikanismus und Menschenrechten.

Dafür wirst du leider in sämtlichen islamischen Ländern getötet.

Die Medien haben das Thema durch den Druck von investigativen Journalisten und durch die Zeugnisse der Opfer etc. an die Oberfläche gebracht und enttabuisiert. Problem dabei; Menschen (Zeugen, Menschenrechtler, Richter, Polizei etc. ) die den Tätern und ihrem Netz der Machteliten, die darin verwickelt waren und sind, auf die Schliche kommen oder etwas gegen sie unternehmen wollen, werden aus dem Weg geräumt. Bestes Beisspiel : Der Fall Marc Dutroux oder die Morde in Großbritannien.
Glaubst du nicht? Zieh dir die Infos rein und dir wird ein Schauer über den Rücken laufen.

Dafür gibt es aber einen Hundertmilliarden Waffendeal mit Saudi-Arabien. Der Trump hat sich riesig gefreut.
Auch Deutschland lieferte Leopard Panzer, mit denen sind die Saudis in Bahrein einmarschiert und töteten Demonstranten. Das Bundeswehroberkommando ließ noch verlautbaren, dass der Leopard Panzer perfekt wäre, um Demonstrationen zu "beseitigen" . Die Saudis schlachten gerade im Jemen.
Die Philosophie des Ostens und des Westens, also der Christen und der Muslime ist, das man mit dem Segen Gottes und Allahs gute Geschäfte abschließen kann.




http://www.balkanforum.info/f26/ham...therapie-tour-243384/index21.html#post4757399
 
Nein, ich meinte, dass man glauben kann, woran man will, aber sobald der Glauben ausgeübt wird, Praktiken ausgeführt werden und das Leben real beeinflusst wird, dann kann es kritisch kommen, vor allem, wenn jene Handlungen gegen die Menschenrechte sind.

Hier geht es in erster Linie um Muslime in Europa. Das Hause des Islams gibt es politisch gesehen nicht. Jeder islamische Staat hat seine eigenen Vorstellung von diesem «Haus», also kann man da auch nicht diesen schwammigen Begriff benutzen. Was zählt, sind die internationalen festgelegten Grenzen und nicht mittelalterliche Vorstellungen und Unterscheidungen von Menschen.

Klar hat es islamische Gelehrte zuhauf gehabt. Doch die Menschen, welche diese abscheuliche Form des Islams in die Welt setzen und unterstützen, akzeptieren keinen einzigen von ihnen.

Ein Bekannter von mir erzählte gestern, wie er von bärtigen Super-Moslems angeschaut wurde, als er in die Moschee-Bibliothek zwei Bänder von Al-Ghazali brachte. Al-Ghazali ist einer der bedeutendsten islamischen Gelehrten gewesen und schaffte es in seiner Zeit, die Sufis als Muslime anerkennen zu lassen. Die Power-Moslems rümpften nur die Nase, das sei «Shirk», was Al-Ghazali getan hätte.

Dann sind eben einige Moslems der heutigen Generation schuld und nicht der Islam.. Ich würde mich niemals gegen jemanden anlegen, der sein ganzes Leben über Islam studiert, vorallem weil Islam kein wischi-waschi ist sondern eine Wissenschaft.. Und es sagt mir der Islam, ebenso wie der Hausverstand, dass andere Glauben, Glaubensrichtungen innerhalb der Religion usw respektiert gehören.. Diese bärtigen Muslime in deinem Beispiel sind nicht ganz bei Verstand
 
Dann sind eben einige Moslems der heutigen Generation schuld und nicht der Islam.. Ich würde mich niemals gegen jemanden anlegen, der sein ganzes Leben über Islam studiert, vorallem weil Islam kein wischi-waschi ist sondern eine Wissenschaft.. Und es sagt mir der Islam, ebenso wie der Hausverstand, dass andere Glauben, Glaubensrichtungen innerhalb der Religion usw respektiert gehören.. Diese bärtigen Muslime in deinem Beispiel sind nicht ganz bei Verstand

Der Islam ist keine Wissenschaft sondern eine Religion, eine Ideologie, ein Glaubensbekenntnis.

Wissenschaftlich gesehen bist du ein verblendeter Trottel!
 
Erstmal ist Abdel-Samad kein Außenstehender, zum Zweiten ist dieses ja so große "Wissen" angeblicher Gelehrter das Problem und nicht die Lösung. Allein dass Menschen sich erdreisten Gott erklären zu wollen sollte sie zu Scharlatanen und Gauklern degradieren und nicht zu Gelehrten hochstilisieren

Ich rede hier eigentlich weniger von Abdel-Samad sondern eher über einige User hier die eben desöfteren über Religionen herziehen und sie verteufeln.. Ich weiß nicht ob ich mich je darüber hier geäußert hab, aber ich kann mit Atheismus auch nix anfangen.. Ja ich finde ihn sogar dumm und irrational nur trotzdem hab ich nie darüber geschrieben weils mir einfach so Wurst ist wer an was oder an was nicht glaubt.. Atheisten sind so fixiert darauf Religionen schlecht zu machen und andere von ihren Sachen zu überzeugen.. Dabei sind viele so extrem, dass sie gleich wie sagenwermal Salafisten sind und nur mit dem Finger auf andere Zeigen.. Menschen wie ich es bin nerven solche Sachen tierisch, dennoch halte ich mich großteils raus, man weiß dass man großteils auf Unverständnis trifft..

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Der Islam ist keine Wissenschaft sondern eine Religion, eine Ideologie, ein Glaubensbekenntnis.

Wissenschaftlich gesehen bist du ein verblendeter Trottel!

Ok
 
Meiner Meinung nach gibt es dieses Problem bei allen Religionen und nicht nur beim Islam. Der Papst ist für mich ein korrupter und machtgeiler Nichtstuer, dessen Amt und Mafia abgeschafft gehören. Religion sollte sich, wenn sie denn nötig ist, frei entfalten können und nicht von irgendwelchen alten und senilen Jungfrauen «reguliert» werden. Das ist alles, was ich dazu sagen wollte. Dass Abdel-Samad «Post-Moslem» ist und es hier um seine Arbeit geht, heisst nicht, dass man nicht Überschneidungen mit anderen Themen sehen kann. Und die gibt es, Nietzsche beispielsweise benutzte fast dieselben Methoden in seiner «Kritik» am Christentum, wie dies Abdel-Samad heute beim Islam tut. Holzmichl hat da schon ein gutes Beispiel gebracht.

Von daher weiss ich nicht wirklich, wieso du dich gerade so aufregst.
Ich versteh immer noch nicht, warum man bei einem islamkritiker ne christenkritik zücken muss.....kannst du mir das bitte noch mal erklären?
 
Ein Beitrag zur Diskussion aus einer Islamwissenschaftlerin, die schon um Einiges seriöser als Abdel-Samad ist, denke ich. Vielleicht hilft es, diese Debatte etwas fruchtbarer zu machen, als die emotionalisierten und öffentlichkeitswirksamen Vereinfachungen von so genannten "Islam-Kritikern".



Eine Distanzierung von den Dschihadisten ist nicht genug

Lohnt sich das ganz Interview zu lesen und nicht nur einen Absatz. Im Prinzip eine Aneinanderreihung dessen was viele andere, die dann "sogenannte Islamkritiker" genannt werden auch schreiben, nur etwas anders formuliert. Eigentlich eine Anleitung wie der Koran behandelt werden sollte aber eben von vielen Gläubigen nicht wird.
Viel: "hätte", "wäre", "sollte". Im Prinzip erklärt eine Islamwissenschaftlerin Muslimen den Islam wie er sein und behandelt werden sollte. Sorry, ist so.

Nach den Anschlägen von Paris haben viele Muslime und islamische Geistliche gesagt, derartige Gewalttaten hätten nichts mit "dem Islam" zu tun. Kann man das so pauschal sagen?


Gudrun Krämer: Es ist ein verständliches Abwehrargument, das aber zu kurz greift, denn dass eine Gruppe oder Persönlichkeit auf eine Religion zurückgreift, hat sehr wohl etwas mit dieser Religion zu tun. Ich sehe zwar nicht, warum ganz normale Muslime wieder und wieder betonen sollten, dass sie mit Mordtaten nichts zu schaffen haben. Aber sie müssen ihr Verhältnis zu den problematischen Aussagen im Koran und in der Propheten-Tradition klären. Dabei kann es nicht darum gehen, den einzig wahren Islam zu finden, sondern anzuerkennen, dass in den Quellen unterschiedliche Aussagen enthalten sind, die sie ordnen und gewichten müssen. Die Behauptung, "das" habe alles mit dem Islam nichts zu tun, befriedigt mich nicht.



Es gibt ja durchaus Distanzierungen bis hin zur traditionellen Geistlichkeit, die auf Grundlage der Schriften detailliert darlegen, warum die Taten der Dschihadisten gegen den Islam verstoßen.


Krämer: Ja, es gibt zahlreiche Distanzierungen, und die Mordtaten in Paris wurden von Muslimen auch in der islamischen Welt so gut wie einhellig verurteilt. Diese Stimmen werden hier gelegentlich zur Kenntnis genommen, vielfach aber nicht. Das liegt zum Teil daran, dass sie häufig in nicht-europäischen Sprachen wie Arabisch, Persisch oder Türkisch erfolgen und daher in der hiesigen Mehrheitsöffentlichkeit nicht ankommen.

Zugleich liegt meines Erachtens ein Problem darin, dass die eine wie die andere Seite versucht, eine komplizierte, vielstimmige Tradition, die nicht immer ganz eindeutig ist, zu bereinigen und entweder zu sagen, der Islam sei die Religion des Friedens und sonst nichts – oder aber, der Islam sei eine Religion, die den Dschihad selbst als bewaffneten Kampf für die Wahrheit, für Gott und den Islam erfordere. Beide argumentieren mit Koran und Propheten-Tradition. Die Geschichte beachten sie nicht.



Viele Dschihadisten haben ja eine simple Lesart des Koran und greifen einzelne Stellen heraus, ohne sie in Beziehung zum Gesamttext zu setzen und in ihrem historischen Kontext zu lesen.


Krämer: Es ist richtig, dass militante Islamisten einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang reißen und absolut setzen. Aber umgekehrt tun dies auch jene, die behaupten, der Islam sei ausschließlich eine Religion des Friedens. Im Koran stehen ja viele Dinge, die für den heutigen Leser problematisch sind: Dazu gehören Aussagen zum Verhältnis zwischen den Geschlechtern, zwischen Gläubigen und Ungläubigen und zu Gewalt.


Islamexpertin Krämer: "Der Koran ist Offenbarung, Rechtleitung, aber kein Handbuch des Zivil- und Völkerrechts. Wenn man den Koran in diesem weiten Sinne versteht, kommt man davon ab, obsessiv danach zu suchen, ob ein Nebensatz diese oder jene Handlung vorschreibt, dieses oder jenes Gesetz erfordert, diese oder jene Strafe festschreibt."


Nun ist der Koran nach muslimischer Überzeugung das Wort Gottes und daher im Wortlaut nicht zu ändern. Der Koran ist Offenbarung, Rechtleitung, aber doch kein Handbuch des Zivil- und Völkerrechts, der Ethik oder detaillierter Verhaltens- und Speiseregeln. Wenn man den Koran in diesem weiten Sinne versteht, kommt man davon ab, obsessiv danach zu suchen, ob ein Nebensatz diese oder jene Handlung vorschreibt, dieses oder jenes Gesetz erfordert, diese oder jene Strafe festschreibt.



Nun wird oft gefordert, dass die Muslime eine moderne Auslegung entwickeln. Aber ist der Islamismus nicht selbst ein dezidiert modernes Phänomen?


Krämer: Ja, das ist er. Mit "modern" wird heute meist verkürzt eine liberale, pluralistische, offene Gesellschaft beschrieben, die Zweifel, Kritik und Satire zulässt, ohne sich gleich im Innersten getroffen zu fühlen. ‚Modern‘ waren bekanntlich aber auch Faschismus, Nationalsozialismus und Totalitarismus. Um sich in einer pluralistischen, offenen Gesellschaft heimisch zu fühlen, müssen die Muslime einen Zugang zum Islam finden, der Zweifel, Kritik und Satire zulässt. Je exklusiver sie dabei auf den Koran als einzig bindende Grundlage blicken, desto schwieriger wird das. Ein Blick auf die islamische Geschichte, in der häufig Pragmatismus den Ton angab, wäre hilfreich.



Wenn man, wie von den liberalen Reformern gefordert, die Pluralität der Deutung anerkennt und akzeptiert, dass es nicht den einen wahren Islam gibt, führt das nicht zu Verunsicherung?


Krämer: Doch, gewiss, aber da gibt es keinen Ausweg. Entweder man sagt, es gibt eine Botschaft, die von einer zentralen Autorität verbindlich vermittelt wird - das wäre die einfache Lösung. Oder man lässt Vieldeutigkeit und Zweifel zu und setzt auf die Offenheit der Auslegung. In der direkten Konfrontation mit einem gewaltbereiten Überzeugungstäter ist letztere Position sicher die schwächere. Nun zeigt aber gerade die europäische Geschichte, dass der flexible, offene Ansatz langfristig tragfähiger war und ist. Ohne ihn kann es auf jeden Fall keine freiheitliche Gesellschaft geben.



Da man ja nun nicht grundsätzlich bestreiten kann, dass auch der Dschihadismus eine Form des Islam ist - wenngleich eine ideologisch zugespitzte Form - wie soll man konkret damit umgehen?


Krämer: Da sehe ich zwei Möglichkeiten. Zum einen stellt die islamische Tradition eine gelassene, sich selbst nicht absolut setzende Position bereit, die für die Gegenwart sehr hilfreich sein könnte. Von großen, noch heute verehrten Gelehrten ist die Aussage überliefert: "Vielleicht habe ich Recht, vielleicht hat der Andere Recht, nur Gott weiß es." Man kann durchaus überzeugt sein, dass es die eine Wahrheit gibt, solange man denn anerkennt, dass man auf sie kein Monopol hat.

Zum anderen müssen sich die Moderaten kritisch mit denjenigen Aussagen im Koran auseinandersetzen, auf die sich die Befürworter der Gewalt berufen. Sie müssen die Absage an Gewalt gegen Andersdenkende und Andersgläubige islamisch begründen. Auf koranischer Grundlage lässt sich sehr wohl argumentieren, dass man sich um die Wahrheit bemüht, ohne Anderen die eigene Meinung aufzuzwingen, geschweige denn das Schwert gegen sie zu erheben. Bei einzelnen Aussagen muss meines Erachtens aber der Schluss lauten, dass sie zwar im Koran stehen, für unsere Zeit aber nicht leitend sind.



Es gibt ja, wie bereits erwähnt, Bemühungen, die problematischen Stellen im Koran zu relativieren. Doch lassen sich Dschihadisten von solchen theologischen Argumenten beeinflussen?


Krämer: Ich würde denken, dass sich ein hartgesottener Gewalttäter, zumal wenn er sich als Mann bewähren will, durch solche Argumente nicht beeinflussen lässt. Ich würde mir keinen Erfolg versprechen, damit einem Kämpfer des "Islamischen Staats" entgegenzutreten, und zwar selbst dann nicht, wenn die Argumente von etablierten religiösen Autoritäten wie der Al-Azhar in Kairo kommen. Diese halten die meisten Dschihadisten für vom Regime gekaufte, dem Westen hörige alte Männer, von denen sie sich nicht beeindrucken lassen.

Ich glaube aber, dass es eine Wirkung hätte, wenn auf Schulen frühzeitig vermittelt würde, dass der Koran eine für Auslegungen offene Offenbarungsschrift ist und kein Gesetzbuch, das Muslimen ein starres Korsett des Alltagslebens auferlegt. Das könnten Rechtsgelehrte tun, aber auch charismatische Personen, die unter Jugendlichen als Vorbilder anerkannt werden. Allerdings wird das kaum in einer autoritären Umgebung geschehen. Wie sollte man in einem autoritär regierten Land ausgerechnet in religiösen Fragen einen offenen, zweifelnden, Widerspruch ermutigenden Geist fördern?



Hat das Phänomen des Dschihadismus überhaupt so viel mit Religion zu tun oder hat es nicht vielmehr soziale und politische Ursachen?

"Ich glaube, dass es eine Wirkung hätte, wenn auf Schulen frühzeitig vermittelt würde, dass der Koran eine für Auslegungen offene Offenbarungsschrift ist und kein Gesetzbuch, das Muslimen ein starres Korsett des Alltagslebens auferlegt", so Krämer.





Krämer: Es ist doch immer ein Gemisch. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass es nicht nur in islamischen, sondern auch in westlichen Ländern soziale Probleme gibt, die junge Menschen zu dem Schluss führen, dass sie hier nicht gewollt sind, und sie sich mit Gewalt Respekt zu verschaffen suchen, der ihnen verweigert wird. Dass es Diskriminierung gibt, ist ja kein Geheimnis. Den Dschihadisten schließen sich allerdings nicht nur Männer und Frauen aus marginalisierten Milieus an, sondern auch Kinder aus bürgerlichen Familien, die man für intakt hält. Insofern würde ich nicht ausschließlich auf soziale und ökonomische Faktoren blicken.



Sind die Muslime über die Karikaturen eigentlich erbost, weil der Prophet verhöhnt wird? Oder sind sie erzürnt, weil ihre religiösen Gefühle nicht respektiert werden?


Krämer: Die meisten Muslime sind überzeugt, dass es nicht zulässig ist, einen Propheten zu schmähen und in den Schmutz zu ziehen – wobei das auch für die anderen vom Islam anerkannten Propheten wie Jesus gilt. Zugleich sehen sie die Absicht, dass über den Propheten sie selbst verletzt werden sollen. Die Pressefreiheit muss geschützt werden, das schließt Karikatur und Satire mit ein. Wir ziehen allerdings an anderer Stelle durchaus Grenzen. So würde es in Deutschland aus guten und bekannten Gründen keinem in den Sinn kommen, Juden oder die Judenvernichtung zu karikieren.
Meines Erachtens ist Muslimen gegenüber eine vergleichbare Sensibilität und Klugheit gefragt. Muss ich wirklich wieder und wieder Menschen an der Stelle verletzen, an der sie besonders empfindlich sind? Kann es nicht sein, dass Angehörige anderer Religionsgemeinschaften anders empfinden als der durchschnittliche Christ – wobei sich bekanntlich auch viele gläubige Christen schwer tun mit Jesus-Karikaturen. Immer wieder heißt es, die Muslime müssten lernen, auch eine verletzende Satire auszuhalten. Das müssen sie wohl. Aber was soll sie bewirken? Ich denke, wenn ich Muslime dafür gewinnen will, sich kritisch mit der eigenen Religion und dem eigenen Erbe zu befassen, bin ich gut beraten, nicht immer wieder auf die wunden Stellen zu zielen.
 
Dann sind eben einige Moslems der heutigen Generation schuld und nicht der Islam.. Ich würde mich niemals gegen jemanden anlegen, der sein ganzes Leben über Islam studiert, vorallem weil Islam kein wischi-waschi ist sondern eine Wissenschaft.. Und es sagt mir der Islam, ebenso wie der Hausverstand, dass andere Glauben, Glaubensrichtungen innerhalb der Religion usw respektiert gehören.. Diese bärtigen Muslime in deinem Beispiel sind nicht ganz bei Verstand


Genau das ist der Islam nicht, sondern eine Religion.

Wenn Islam eine Wissenschaft wäre, dann würden sich alle Diskussionen innerhalb einer Sekunde erübrigen.

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Ich rede hier eigentlich weniger von Abdel-Samad sondern eher über einige User hier die eben desöfteren über Religionen herziehen und sie verteufeln.. Ich weiß nicht ob ich mich je darüber hier geäußert hab, aber ich kann mit Atheismus auch nix anfangen.. Ja ich finde ihn sogar dumm und irrational nur trotzdem hab ich nie darüber geschrieben weils mir einfach so Wurst ist wer an was oder an was nicht glaubt.. Atheisten sind so fixiert darauf Religionen schlecht zu machen und andere von ihren Sachen zu überzeugen.. Dabei sind viele so extrem, dass sie gleich wie sagenwermal Salafisten sind und nur mit dem Finger auf andere Zeigen.. Menschen wie ich es bin nerven solche Sachen tierisch, dennoch halte ich mich großteils raus, man weiß dass man großteils auf Unverständnis trifft..

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Ok

Die Pointe ist aber, dass du von einem Atheisten und dem ganzen Rest alles halten kannst, was du willst.
Es ist deine Meinung und solange du deswegen gegen niemanden Gewalt ausübst, ist das doch egal.
Gilt aber für alle Seiten.
 
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