Genau das passiert aber zur Zeit nicht.
Ich habe da andere Meinung. Religionen (inkl. des Islams) heute sind noch lebendig und haben sogar in vielen Orten eine Dynamik. Das zeigt, dass sie an der Entwicklung der Gesellschaft anpassen - ob das uns gefällt oder nicht.
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Alle Kritiker werden "sogenannte Islamkritiker" genannt. Ich kenne keinen, der von einem größeren Teil Muslime anerkannt wird, selbst von europäischen Muslimen nicht - Stichwort Korchide als Beispiel. Machen wir uns doch nichts vor, der Islam hat nicht kritisiert zu werden und damit juck
Wie du weiß, habe ich von was man in der letzten Zeit als "Islamkritik" betitelt keine gute Vorstellung. Ihr wesentliches Fehler, ist dass sie annehmen, dass es DEN Islam gibt. Diesen einförmigen Islam gibt es aber nur in den Augen der Islamisten und der Islamophoben. Wenn ein neutraler nicht-Muslim dagegen die Geschichte des Islams studiert, kommt man schnell zum Ergebnis, dass so etwas Einförmiges nie existiert hat. Vereinfachungen sind nötig für die Menschen, um die Welt zu verstehen, wenn sie aber zu groß werden, sind sie einfach falsch.
Es wäre interessant, das von mir verlinkte Interview von Gudrun Krämer zu lesen, um zu sehen, wie man kritisch zu Zuständen sein kann, ohne den Islam als Einheit zu betrachten. Man sollte natürlich auch nicht hoffen, dass eine solche Kritik auf viele Muslime wirken wird. Das kann nur der innermuslimische Dialog, der natürlich vorwiegend in Sprachen stattfindet, die zumindest ich nicht lesen kann, um ihn zu verfolgen.
EDIT: Ich habe deinen nächsten Beitrag gelesen und so gesehen, dass du das Interview schon gelesen hast. Das freut mich. Ich schätze Gudrun Krämer sehr: meine eigene Vorstellung über den Islam gründet sich zu einem wichtigen Teil auf ihre Vorlesung und ihr Buch. Das was sie in ihrem Interview sagt, stimme ich fast völlig zu. Vor allem könnte man in ihrer Vorlesung spüren, dass ihr Objekt, also islamische Kultur und Geschichte, schon sehr liebt. Wenn man mit etwas wissenschaftlich befassen will, muss man es lieben - und gleichzeitig eine gewisse Distanz zu ihm haben.
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Ich glaube eher ihr realisiert nicht, dass auf dem Balkan ein Islam light praktiziert wird. Der "richtige" Islam, der sich so langsam auch auf dem Balkan und Europa breit macht, ist so faschistisch, wie Faschismus überhaupt nur sein kann. Das ist ja auch nicht verwunderlich, denn der Gott der abrahamitischen Religionen ist quasi der Prototyp des allmächtigen Diktators, dem alle irdischen Diktatoren nacheifern.
Das ist genau das Fehler, über das ich spreche: dass man annimmt, dass man auch aus der Sicht eines nicht-Muslimen es einen "richtigen" Islam gibt. Damit tut man nur den Islamisten und Islamophoben ein Gefallen. So etwas hat es nie wirklich in der Geschichte gegeben.
Faschistisch kann der Islam übrigens schon nicht sein, weil der Faschismus eine neue Erscheinung des 20. Jahrhunderts ist. Man sollte nicht alle Begriffe verwechseln, um etwas als negativ darzustellen.