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☆ Nachrichten aus Marokko ☆

Polygamie und Kinderehen: Marokko will sein Familienrecht modernisieren – doch die Islamisten stemmen sich dagegen
Eine geplante Reform spaltet die marokkanische Gesellschaft. Denn in dem islamischen Land ist die Gleichstellung ein heikles Thema.

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Vor 25 Jahren bestieg König Mohammed VI. den Thron von Marokko mit dem Anspruch, sein Land zu modernisieren. Doch sein ehrgeizigstes Reformvorhaben, nämlich die Änderung des traditionellen Familienrechts und die Gleichstellung von Mann und Frau, erweist sich als schwieriges Unterfangen.


Zwar können Frauen seit 2004 die Scheidung einreichen. Doch das geltende Familienrecht toleriert bis heute, wenngleich unter bestimmten Bedingungen, die Polygamie und Kinderehen. Während der Anteil von Vielehen in Marokko mittlerweile auf unter 2 Prozent gesunken ist, werden noch immer jedes Jahr 20 000 Mädchen verheiratet, bevor sie volljährig sind.

 

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Meerwasserentsalzung in Agadir: Ein Hoffnungsschimmer für Marokkos Wasserkrise
Inmitten der globalen Wasserknappheit und den Herausforderungen des Klimawandels setzt Marokko auf innovative Lösungen, um die Wasserversorgung seiner Bevölkerung sicherzustellen. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Küstenstadt Agadir, die mit einer der weltweit modernsten Meerwasserentsalzungsanlagen neue Wege beschreitet. Erneuerbare Energien decken die hohen Energiekosten der Meerwasserentsalzung klimafreundlich. Doch ist Meerwasserentsalzung die Antwort auf die globale Wasserkrise?

Was ist Meerwasserentsalzung und warum ist sie notwendig?
Jedes Kind hat sich schon einmal gefragt, warum Seeleute auf hoher See verdursten können, obwohl sie von Wasser umgeben sind. Der Grund liegt darin, dass Wasser nicht gleich Wasser ist: Süßwasser ist für Menschen lebensnotwendig, während das Trinken von Salzwasser aufgrund seines hohen Salzgehalts dehydrierend und schädlich wirkt. In einer Welt, in der nur etwa 3 % des globalen Wasservorkommens aus Süßwasser bestehen und der Großteil davon in Gletschern, Grundwasser oder schwer zugänglichen Quellen gespeichert ist, wird die Süßwasserversorgung zunehmend zu einer Herausforderung.

 
Drei Tote bei Jugendprotesten in Marokko
Bei den Jugendprotesten in Marokko sind mindestens drei Menschen durch Schüsse von Sicherheitskräften getötet worden. Diese hätten das Feuer eröffnet, als Demonstranten eine Polizeiwache stürmten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MAP.

Bei den Zusammenstößen in der Stadt Lqliaa nahe Agadir seien weitere Menschen verletzt worden. Die Proteste richten sich gegen die weit verbreitete Korruption im Land und die hohen Ausgaben im Vorfeld der Fußball-WM 2030.

Laut MAP hatten die Sicherheitskräfte den Angriff auf die Polizeiwache zunächst mit Tränengas abgewehrt. Doch dann habe eine größere Menschenmenge die Wache gestürmt, das Gebäude und ein Fahrzeug in Brand gesetzt und versucht, Waffen, Munition und Ausrüstung zu entwenden. Die Sicherheitskräfte seien gezwungen gewesen, in einem Akt der Selbstverteidigung scharfe Munition einzusetzen, berichtete MAP.

 
UNO-Sicherheitsrat: Westsahara soll Teil Marokkos werden
Der UNO-Sicherheitsrat spricht sich dafür aus, Westsahara unter marokkanische Souveränität zu stellen. In einer Resolution empfahl das Gremium gestern zudem, dass Westsahara eine autonome Region im marokkanischen Staat werden solle.

Damit soll ein seit 50 Jahren andauernder Konflikt beendet werden. Die Polisario-Bewegung in Westsahara strebt die Bildung einer unabhängigen Republik Sahara an. Das Nachbarland Algerien unterstützt die Polisario. Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wurde danach von Marokko annektiert.

Elf der 15 Sicherheitsratsmitglieder stimmten für den von den USA ausgearbeiteten Text. Russland, China und Pakistan enthielten sich, während Algerien nicht an der Abstimmung teilnahm. Die Resolution ruft die Konfliktparteien auf, Verhandlungen auf Grundlage des marokkanischen Autonomieplans aufzunehmen.

Dieser Plan sieht die Einrichtung einer lokalen Legislativ-, Exekutiv- und Justizbehörde für Westsahara vor, die von den Einwohnern gewählt wird. Die Regierung in Rabat soll die Zuständigkeit für Verteidigung, auswärtige Angelegenheiten und religiöse Fragen erhalten. Die Polisario möchte stattdessen ein Referendum abhalten, bei dem die Unabhängigkeit eine Option wäre.

US-Botschafter: Frieden dieses Jahr möglich
„Wir glauben, dass ein regionaler Frieden in diesem Jahr möglich ist“, sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, nach der Abstimmung. Der algerische UNO-Botschafter Amar Bendjama kritisierte die Resolution hingegen scharf: „Die endgültige Entscheidung über die Zukunft kann und darf niemand anderem als dem unter kolonialer Herrschaft stehenden Volk gehören.“ Die Resolution ignoriere die Vorschläge der Polisario-Front.

 
UNO-Sicherheitsrat: Westsahara soll Teil Marokkos werden
Der UNO-Sicherheitsrat spricht sich dafür aus, Westsahara unter marokkanische Souveränität zu stellen. In einer Resolution empfahl das Gremium gestern zudem, dass Westsahara eine autonome Region im marokkanischen Staat werden solle.

Damit soll ein seit 50 Jahren andauernder Konflikt beendet werden. Die Polisario-Bewegung in Westsahara strebt die Bildung einer unabhängigen Republik Sahara an. Das Nachbarland Algerien unterstützt die Polisario. Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wurde danach von Marokko annektiert.

Elf der 15 Sicherheitsratsmitglieder stimmten für den von den USA ausgearbeiteten Text. Russland, China und Pakistan enthielten sich, während Algerien nicht an der Abstimmung teilnahm. Die Resolution ruft die Konfliktparteien auf, Verhandlungen auf Grundlage des marokkanischen Autonomieplans aufzunehmen.

Dieser Plan sieht die Einrichtung einer lokalen Legislativ-, Exekutiv- und Justizbehörde für Westsahara vor, die von den Einwohnern gewählt wird. Die Regierung in Rabat soll die Zuständigkeit für Verteidigung, auswärtige Angelegenheiten und religiöse Fragen erhalten. Die Polisario möchte stattdessen ein Referendum abhalten, bei dem die Unabhängigkeit eine Option wäre.

US-Botschafter: Frieden dieses Jahr möglich
„Wir glauben, dass ein regionaler Frieden in diesem Jahr möglich ist“, sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, nach der Abstimmung. Der algerische UNO-Botschafter Amar Bendjama kritisierte die Resolution hingegen scharf: „Die endgültige Entscheidung über die Zukunft kann und darf niemand anderem als dem unter kolonialer Herrschaft stehenden Volk gehören.“ Die Resolution ignoriere die Vorschläge der Polisario-Front.

Warum eigentlich? Warum wird nicht jede Abspaltung begrüßt?
 
Warum eigentlich? Warum wird nicht jede Abspaltung begrüßt?
Nicht jede Abspaltung ist ein Fortschritt. Manchmal geht es um Stabilität, regionale Interessen und jahrzehntelange Konflikte. Die Westsahara ist nicht Schottland.
Klar, einfach überall Grenzen neu ziehen, was soll schon schiefgehen? Vielleicht, dass jahrzehntelange Konflikte, Flüchtlingslager und geopolitische Interessen im Spiel sind?
Die Realität ist, Abspaltungen sind selten willkommen, weil sie oft Instabilität, Gewalt oder internationale Spannungen auslösen. Die Westsahara ist ein Paradebeispiel dafür, mit einem ungelösten Referendum, diplomatischem Tauziehen und einem Autonomieplan, der von vielen Ländern als "realistische Lösung“ unterstützt wird.

 
Nicht jede Abspaltung ist ein Fortschritt. Manchmal geht es um Stabilität, regionale Interessen und jahrzehntelange Konflikte. Die Westsahara ist nicht Schottland.
Klar, einfach überall Grenzen neu ziehen, was soll schon schiefgehen? Vielleicht, dass jahrzehntelange Konflikte, Flüchtlingslager und geopolitische Interessen im Spiel sind?
Die Realität ist, Abspaltungen sind selten willkommen, weil sie oft Instabilität, Gewalt oder internationale Spannungen auslösen. Die Westsahara ist ein Paradebeispiel dafür, mit einem ungelösten Referendum, diplomatischem Tauziehen und einem Autonomieplan, der von vielen Ländern als "realistische Lösung“ unterstützt wird.

Es gilt aber doch das Selbstbestimmungsrecht der Völker? Warum ist das beim Kosovo okay, bei Westsahara aber nicht?
 
Es gilt aber doch das Selbstbestimmungsrecht der Völker? Warum ist das beim Kosovo okay, bei Westsahara aber nicht?
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist ein völkerrechtlicher Grundsatz, der besagt, dass jedes Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status und seine Zukunft zu entscheiden, sei es durch Unabhängigkeit, Autonomie oder Anschluss an einen anderen Staat.
Das Selbstbestimmungsrecht ist ein schönes Ideal, aber seine Umsetzung hängt davon ab, wer es fordert, wer es unterstützt und ob es geopolitisch gerade passt. Kosovo hatte mächtige Fürsprecher, Westsahara hat sie nicht. Das zeigt, Völkerrecht ist oft weniger Recht als Realpolitik.
 
Repression soll Gen Z zum Schweigen bringen
Am Sonntag beginnt in Marokko der Afrikacup, gleichsam die Generalprobe für die Fußballweltmeisterschaft der Männer im Jahr 2030, die das Land gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird. Die Protestwelle der Generation Z, die im Herbst über das Land schwappte, ist weitgehend versiegt, zumindest in der Öffentlichkeit. Dafür sorgten die Einsatzkräfte mit ihrem Vorgehen: Tausende Menschen wurden teils willkürlich verhaftet, in Medienberichten ist von Misshandlungen in Polizeigewahrsam die Rede.

Im Internet hatte sich ab September die Protestwelle „GenZ 212“ organisiert, der Name steht für die Generation Z der 15- bis 30-Jährigen und die internationale Vorwahl von Marokko, 212. Neben dem Videoportal TikTok etablierte sich die Plattform Discord, auf der sich normalerweise Fans von Videospielen treffen, als deren wichtigster Kommunikationskanal.

Mit Slogans wie „Keine Weltmeisterschaft, Gesundheit geht vor“ und „Wir wollen Krankenhäuser, keine Fußballstadien“ protestierten sie dagegen, dass die Regierung in Rabat Milliarden für Fußball- und Infrastrukturprojekte in die Hand nimmt, während dringend nötige Reformen des Gesundheits- und Bildungssystems auf der Strecke bleiben.

 
Marokko: Militärische Zusammenarbeit mit Israel trotz Protesten
Fünf Jahre nach dem Abraham-Abkommen vertiefen Marokko und Israel ihre Zusammenarbeit - diplomatisch, wirtschaftlich und zunehmend auch militärisch. Für Rabat zahlt sich die Annäherung aus - mit Folgen für die Region.

Etwas über fünf Jahre ist es her, dass Israel und Marokko ihre Beziehungen auf Grundlage des sogenannten Abraham-Abkommens neu geregelt haben. Es sieht vor, dass beide Staaten ihre diplomatischen und ökonomischen Beziehungen normalisieren.

Damit gab Marokko die Bedingungen der 2002 von Saudi-Arabien formulierten arabischen Friedensinitiative auf. Diese hatte einen umfassenden Friedensvertrag zwischen Israel und der gesamten arabischen Welt vorgeschlagen - unter mehreren Voraussetzungen. Dazu gehörten der Rückzug Israels aus den seit dem Sechstage-Krieg besetzten Gebieten sowie die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates.

Marokko hatte sich der Initiative damals angeschlossen und ist aus ihr formell auch nie ausgetreten. Mit dem Abraham-Abkommen verabschiedete sich das Königreich jedoch faktisch von ihr. Denn das Abkommen sieht eine Normalisierung der Beziehungen vor, ohne dass die genannten Bedingungen erfüllt sind. Ähnlich wie etwa die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain unterhält Marokko damit nun seit einem halben Jahrzehnt "normale" diplomatische Beziehungen zu Israel, die noch von der ersten US-Regierung unter Donald Trump angestoßen worden waren.

In der marokkanischen Gesellschaft sei dieses neue Verhältnis trotz durchaus wahrnehmbarer Widerstände und Proteste auf vergleichsweise geringen Widerstand gestoßen, meint Steven Höfner, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Marokko. Das liege daran, dass das Land inoffiziell seit Langem intensive Beziehungen mit Israel habe. "Das geht auf den Umstand zurück, dass viele Israelis marokkanische Wurzeln haben." Zudem habe es - im Vergleich zu anderen arabischen Staaten - in den 1950er- und 1960er-Jahren keine groß angelegte systematische massive Vertreibung von Juden aus Marokko gegeben. "So waren die Beziehungen zwischen den beiden Gesellschaften stets weniger belastet als anderswo in der arabischen Welt", meint Höfner.

 
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