Davos vor der Eskalation – Trump ersetzt die Uno, beansprucht Grönland und macht Putin zum Friedenspartner
Donald Trump hat am Dienstag im Briefing Room des Weißen Hauses eine seltene, fast zweistündige Machtdemonstration abgeliefert, die weniger nach Außenpolitik klang als nach einem improvisierten Weltordnungs-Programm. Es war der Jahrestag seiner Amtseinführung, und genau diese Symbolik trug den Auftritt: Trump zählte Leistungen seiner Regierung auf, wechselte dann zu Angriffen auf die Vereinten Nationen, und landete schließlich dort, wo er seit Tagen den größten Schaden anrichtet – bei Grönland, das er nicht mehr als Partnerfrage behandelt, sondern als Besitzfrage.
Er wiederholte, die USA müssten Grönland kontrollieren. Nicht als diplomatische Vision, sondern als Notwendigkeit, die er wie eine Art Naturgesetz hinstellt. Als die entscheidende Frage kam, wie weit er dafür zu gehen bereit sei, antwortete er kurz und kalt: Ihr werdet es herausfinden. Danach redete er weiter, als hätte er gerade über Infrastruktur gesprochen. In diesem einen Satz steckt die gesamte Methode. Keine Begrenzung, kein Nein zur Gewalt, kein Schutzversprechen für Bündnispartner – nur die Andeutung, dass Eskalation Teil des Werkzeugs ist.
Auf die Frage, ob die NATO Schaden nehmen könne, falls die Vereinigten Staaten Grönland übernehmen würden, sagte Donald Trump: „Ich denke, wir werden etwas ausarbeiten, das für alle sehr gut ist.“ Er fügte hinzu, er habe „mehr für die NATO getan als jede andere Person seit ihrer Gründung“ und begründete dies mit dem Argument der Sicherheit. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, dass eine Lösung gefunden werde, „bei der die NATO sehr glücklich sein wird und wir sehr glücklich sein werden“.
Dabei verschärft er die Lage bewusst genau einen Tag vor seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort wird er vor einem Publikum sprechen, das aus globalen Spitzenpolitikern, Wirtschaftslenkern und Vermögenseliten besteht – und er wird dort nicht in eine neutrale Kulisse treten, sondern in einen Raum, in dem sich offener Widerstand formiert. NATO-Partner drängen seit Tagen darauf, diese Grönland-Strategie zurückzuweisen, und zugleich wächst die Sorge, dass Trump die Konfrontation nicht als Risiko, sondern als Ziel begreift.
Donald Trump hat am Dienstag im Briefing Room des Weißen Hauses eine seltene, fast zweistündige Machtdemonstration abgeliefert, die weniger nach Außenpolitik klang als nach einem improvisierten Weltordnungs-Programm.
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