UNO-Menschenrechtsbüro: Kriegsverbrechen im Sudan
Das UNO-Menschenrechtsbüro hat der RSF-Miliz im Sudan Kriegsverbrechen bei der Eroberung der Stadt al-Faschir vorgeworfen. Bei ihrer Offensive im Oktober habe die Miliz eine Welle „heftiger Gewalt“ ausgelöst, die in ihrem Ausmaß und ihrer Brutalität schockierend sei, hieß es in einem gestern veröffentlichten Bericht des UNO-Menschenrechtsbüros. Die Gewalt komme „Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gleich.
Brutaler Krieg zwischen ehemaligen Alliierten
Im Sudan, dem drittgrößten Land Afrikas, liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF) seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit April 2023 heftige Kämpfe.
Ende Oktober hatte die RSF al-Faschir erobert und damit die letzte große Stadt in der Region Darfur eingenommen, die bis dahin noch nicht unter ihrer Kontrolle stand.
Von Massentötungen bis Plünderungen
Laut dem UNO-Bericht begingen Kämpfer der RSF und mit ihr verbündeter arabischer Milizen Massentötungen und Massenhinrichtungen, sexuelle Gewalt, Entführungen zur Erpressung von Lösegeld, Folter und Misshandlung, Inhaftierungen, Verschleppungen und Plünderungen. Zudem warf ihnen das Menschenrechtsbüro vor, Kinder in den Kampfhandlungen eingesetzt und Hunger als Kriegsmittel genutzt zu haben.
orf.at