Aktuelles

Nachrichten aus Frankreich

Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl: Frankreich in Erwartung des Super-GAU
So fern und doch so nah: In einem Jahr findet die französische Präsidentschaftswahl statt – doch für die Umfrageinstitute steht der Sieger schon fest

Nach der Einschätzung vieler Expertinnen und Experten hat die radikale Rechte in Frankreich den Präsidentschaftswahlkampf 2027 schon so gut wie gewonnen. Marine Le Pens smarter Kronprinz Jordan Bardella, der keine Berufserfahrung, aber tadellose Manieren mitbringt, kommt in den Wahlprognosen auf "ein Niveau, das seit François Mitterrand 1988 niemand erreicht hat". Aber ist die Sache wirklich schon gelaufen?

Rien ne va plus. Nichts läuft mehr in der französischen Politik, seitdem Emmanuel Macron vor zwei Jahren das Parlament aufgelöst und sich eine Minderheitsregierung eingebrockt hat. Bis die Präsidentschaftswahl im Mai 2027 entschieden ist, wird es dabei bleiben: Frankreich steht politisch still.

Der Staatschef, um den sich in Paris institutionell alles dreht, muss sich mit dem Politstatus der "lahmen Ente" abfinden. Seine zentrale Pensionsreform hat er bis zur Wahl ausgesetzt, in Wahrheit beerdigt (er selbst kann kein drittes Mal zur Wahl antreten). Einen zweiten Anlauf für ein Gesetz zur Sterbehilfe musste er unlängst abblasen. Derzeit müht er sich mit einem Vorhaben für ein Flaschenpfand ab, was vor allem zeigt, wie tief der große Président de la République gesunken ist. Ihm bleibt zumindest das diplomatische Parkett. Im Juni spielt Macron in Evian den Gastgeber des G7-Treffens mit Donald Trump.

 
Unter Notre Dame liegt ein zweites Paris – Wie 1.700 Jahre Geschichte plötzlich wieder sichtbar werden
Vor den Türmen von Notre Dame stehen Besucher in der Sonne und warten auf den Aufstieg zur Kathedrale. Nur wenige Meter unter ihren Füßen wird gleichzeitig an einem völlig anderen Paris gearbeitet. Archäologen graben derzeit vier Meter tief unter dem Vorplatz und stoßen dabei Schicht für Schicht auf die Geschichte der Stadt. Ausgelöst wurden die Arbeiten nicht durch eine neue Entdeckung, sondern durch die Neugestaltung des Platzes nach dem Brand von 2019. Paris will mehr Schatten, mehr Bäume und weniger Hitze. Doch bevor gebaut werden darf, muss freigelegt werden, was unter dem Boden liegt. Die Ausgrabung brachte bereits Hunderte Fundstücke hervor. Darunter befindet sich eine Münze aus dem vierten Jahrhundert mit dem Abbild von Kaiser Konstantin. Gefunden wurden außerdem mittelalterliche Keramik, vollständige Gefäße, Tierknochen und mehrere Fragmente mit rötlichen Schriftzeichen auf der Innenseite, die bislang niemand entschlüsseln konnte. Die Grabung führt gleichzeitig durch verschiedene Epochen. Direkt unter dem heutigen Platz liegen Keller mittelalterlicher Häuser. Darunter folgen Speichergruben aus merowingischer und karolingischer Zeit. Noch tiefer beginnt das römische Paris.

Damals trug die Stadt noch den Namen Lutetia. Als das Römische Reich zerfiel, zogen sich die Bewohner auf die Île de la Cité zurück und errichteten dort neue Befestigungen. Hinweise darauf fanden die Archäologen ebenfalls – darunter einen römischen Türstein, der später umgedreht und erneut als Straßenbelag verwendet wurde. Besonders wertvoll sind für das Team die tiefsten Schichten. Dort hoffen die Forscher auf Spuren der Menschen, die lange vor Notre Dame und lange vor Paris an diesem Ort lebten. Bis 2028 soll der Platz vor der Kathedrale umgestaltet werden. Geplant sind 160 neue Bäume, Wasserflächen zur Abkühlung und neue Besucherbereiche. Unter diesem neuen Vorplatz bleibt jedoch etwas erhalten, das kaum sichtbar ist – ein zweites Paris, das über Jahrhunderte verborgen blieb und jetzt Stück für Stück wieder auftaucht.

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Sehr gute Nachricht, lasst die Spiele beginnen​

Eklat vor Eurosatory: Frankreich sperrt Israel aus​


Die französische Regierung hat das israelische Verteidigungsministerium (IMOD) über ihre Entscheidung informiert, Israel die offizielle Teilnahme an der Verteidigungsmesse EUROSATORY zu untersagen, die noch in diesem Monat in Paris stattfinden soll. Infolgedessen wird das IMOD nicht an der Messe teilnehmen oder einen nationalen Pavillon einrichten können.
 

Sehr gute Nachricht, lasst die Spiele beginnen​

Eklat vor Eurosatory: Frankreich sperrt Israel aus​


Die französische Regierung hat das israelische Verteidigungsministerium (IMOD) über ihre Entscheidung informiert, Israel die offizielle Teilnahme an der Verteidigungsmesse EUROSATORY zu untersagen, die noch in diesem Monat in Paris stattfinden soll. Infolgedessen wird das IMOD nicht an der Messe teilnehmen oder einen nationalen Pavillon einrichten können.
Wird der Türkei mit Erdogan auch bald so gehen :mrgreen:
Abgesehen davon, hast du auch Probleme mit Frankreich. Genau genommen gibt es kaum ein demokratisches Land mit dem du nicht Probleme hast. :lol27:
 
Französischer Geheimdienst beendet Zusammenarbeit mit Palantir
Frankreich will ein eigenes KI-System entwickeln und damit die Abhängigkeit zu dem USA verringern

Paris – Der französische Inlandsgeheimdienst DGSI will seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen US-Tech-Unternehmen Palantir beenden. "Wir können im digitalen Bereich keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren", sagte Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag in einem in Onlinediensten verbreiteten Video. Lecornu kündigte an, dass Frankreich stattdessen 655 Millionen Euro in eine eigene Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) investieren werde. Konkret soll das Geld in "Forschung, Unternehmen und Industriezweige" fließen. Frankreich dürfe nicht vom "guten Willen bestimmter Partner" abhängen, die in der Lage seien, den Zugang zu KI-Anwendungen zu sperren, sagte Lecornu. Ziel müsse es stattdessen sein, "echte Autonomie aufzubauen".

Die Entscheidung des Geheimdienstes erfolgte kurz nach einer Anordnung der US-Regierung an das US-Unternehmen Anthropic, den Zugang zu deren beiden leistungsstarken KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 für Nicht-US-Bürger zu blockieren. Anthropic hatte sich daraufhin dazu entschieden, den Zugang für alle Nutzer zu unterbinden. Die Sperrung hatte in Frankreich Forderungen nach größerer Unabhängigkeit von den USA bei der KI-Entwicklung ausgelöst.

Entwicklung eigener Systeme
Lecornu kündigte darüber hinaus an, dass Frankreich bei der Entwicklung eigener Systeme mit dem französischen Unternehmen Chapsvision zusammenarbeiten will. Die Firma bietet nach eigenen Angaben KI-Anwendungen für europäische Unternehmen und Behörden an. Das Unternehmen war 2019 als Start-up gegründet worden und hatte 2025 einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Chapsvision erklärte zu den Plänen der französischen Regierung, dass sich künftig "zahlreiche Behörden – nicht nur das Innenministerium" auf die eigenen Dienste stützen würden. Medienberichten zufolge soll auch der deutsche Verfassungsschutz mit Chapsvision zusammenarbeiten.

 
Manche Leute behaupten, dass Atomkraft eine Lösung in der Klimakrise wäre. Die aktuelle Situation in Frankreich zeigt, wie gefährlich diese Annahme ist

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Frankreichs Unterhaus billigt Autonomiepläne für Korsika
Die französische Nationalversammlung hat dem Wunsch Korsikas nach mehr Autonomie zugestimmt. 271 Abgeordnete stellten sich gestern in erster Lesung hinter eine entsprechende Verfassungsreform, 202 stimmten dagegen und 64 enthielten sich.

Bevor die Mittelmeer-Insel aber tatsächlich mehr Freiheit von Paris bekommen kann, müssen noch mehrere Hürden überwunden werden. Zunächst muss der Senat als zweite Parlamentskammer den Reformtext wortgleich verabschieden.

Allerdings stehen die Konservativen, die in der Kammer die Oberhand haben, der Forderung nach mehr Einfluss der korsischen Politik bei der Gesetzgebung kritisch gegenüber. Anschließend müssen noch einmal drei Fünftel der Parlamentarier der Verfassungsänderung zustimmen. Auch die korsische Bevölkerung soll über das Vorhaben abstimmen.

Belastetes Verhältnis
Das Verhältnis zwischen der beliebten Urlaubsinsel Korsika und der Regierung in Paris gilt seit Langem als schwierig. Jahrzehntelang kämpften korsische Separatisten für mehr Eigenständigkeit, oft mit Gewalt. Die Untergrundorganisation FLNC legte 2014 vorübergehend die Waffen nieder. Etwa gleichzeitig gewannen gemäßigte Nationalisten politisch an Bedeutung.

 
Paris erlässt wegen Hitze weitreichendes Alkoholverbot
Angesichts der extremen Hitzewelle hat die Pariser Polizeipräfektur vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt erlassen. Von heute bis Sonntagfrüh ist der Verkauf von Alkohol verboten und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt, wie die Präfektur mitteilte. Von dem Verbot ausgenommen sind allerdings Restaurants und Gaststätten.

Die Kliniken im Großraum Paris seien wegen der Hitzewelle bereits voll ausgelastet und ständig würden neue Patienten eingeliefert, begründete Polizeipräfekt Patrice Faure die Einschränkungen. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten. Für die Kliniken in Frankreich wurde bereits der höchste Krisenmodus ausgerufen.

 
Nach Missbrauchsfällen: Frankreichs Regierung unter Druck
Eine Frau wirft Frankreichs Justizminister vorsätzliche Gefährdung vor. Eine Anzeige wegen Vergewaltigung ihrer Tochter sei monatelang folgenlos geblieben

Toulouse – Nachdem ihre Vergewaltigungsanzeige monatelang folgenlos für den Verdächtigen geblieben war, hat die Mutter des davon betroffenen Mädchens Beschwerde gegen den französischen Justizminister Gerald Darmanin eingereicht. Darin werde dem Minister vorsätzliche Gefährdung des Lebens anderer sowie unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, wie der Anwalt der Frau der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Das Dokument sei am Montag bei einem Sondergericht, das befugt ist, Regierungsmitglieder strafrechtlich zu verfolgen und zu verurteilen, eingereicht worden.

Die Mutter hatte im August 2025 einen Mann wegen der Vergewaltigung ihrer damals zehnjährigen Tochter, genannt Rosa, angezeigt. Der Mann wurde daraufhin jedoch nicht festgenommen oder von Ermittlern verhört. Nun wird er seit einigen Wochen verdächtigt, die elfjährige Lyhanna vergewaltigt und getötet zu haben. Die Leiche des Mädchens wurde Anfang Juni gefunden. In Frankreich gibt es seitdem Diskussionen über mögliche Fehler bei Behörden und Politik.

Keine schwerwiegenden Verfehlungen

 
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