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Antisemitismus:Erziehung zum Hass

Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit muss in Australien Priorität bekommen
Nach dem Terrorangriff am Bondi Beach braucht es vielfältige Maßnahmen, um den Hass gegen Bevölkerungsgruppen in den Griff zu bekommen, keine einfachen Lösungsvorschläge

Strenge Waffengesetze zeigen Wirkung. Das hat Australien selbst gezeigt. Nach dem Massaker 1996 in Port-Arthur, bei dem ein Australier 35 Menschen ermordet hatte, führte die Regierung in wenigen Tagen umfassende Reformen durch. Halbautomatische Waffen wurden verboten, ein nationales Waffenregister eingeführt und mehr als eine Million Waffen zurückgekauft und vernichtet. Personen müssen nun einen "guten Grund" nachweisen, um sich eine Waffe zu kaufen. Selbstverteidigung ist keiner. Das Ergebnis: Die Waffengewalt ging deutlich zurück, Australien sah seitdem keinen großen Amoklauf mehr.

Bis zum Sonntag. Als zwei Männer mit Langfeuerwaffen in Sydney auf eine jüdische Feier schossen und 15 Menschen – darunter ein Kind und ein Holocaust-Überlebender – töteten. Einer der beiden besaß all seine sechs Waffen legal. Kein Wunder also, dass alle Politiker von Premier Anthony Albanese abwärts nach schärferen Schusswaffengesetzen rufen. So sollen die Lizenzen nur noch zeitlich begrenzt ausgegeben werden, überhaupt könnten nur noch australische Staatsbürger eine Waffe kaufen dürfen. Doch auch diese Gesetze hätten den Anschlag wohl nicht verhindert. Die politischen Forderungen wirken wie ein verzweifelter Versuch, eine einfache Lösung für ein extrem komplexes Problem anzubieten.

Tief gespalten durch Gazakrieg
Denn Australien hat ein Problem mit Antisemitismus. Die Zahlen der antisemitischen Vorfälle sind in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen und reichen von Hakenkreuz-Schmierereien bis zu Brandanschlägen auf Synagogen. In einem Bericht der durch die Regierung eingesetzten Sondergesandten gegen Antisemitismus, der erst im Juli präsentiert worden war, ist von fehlender Bildung im Zusammenhang mit dem Holocaust die Rede. Und das, obwohl in Australien die größte Gruppe an Holocaust-Überlebenden außerhalb von Israel lebt.

 
Sorge vor weiteren Anschlägen auf jüdische Ziele weltweit
Nach dem antisemitischen Terrorangriff in Australien herrscht die Sorge vor weiteren Angriffen auf jüdische Ziele weltweit.

Der israelische TV-Sender Chadschot 13 berichtete gestern, der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad warne „vor einem beispiellosen Anstieg von Zusammenschlüssen zur Durchführung von Terroranschlägen gegen Juden und Israelis im Ausland durch Iraner und Palästinenser“. Eine Sprecherin des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sagte dazu, sie könne keine Geheimdienstinformationen teilen.

Dem Bericht zufolge hat der Mossad-Chef David Barnea Warnungen an Kollegen in mehreren europäischen Ländern sowie an weiteren Orten weltweit weitergegeben. Darin habe er auf wachsende iranische Vorbereitungen für Anschläge hingewiesen, als Vergeltung für den Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni, bei dem auch iranische Nuklearanlangen bombardiert wurden. Barnea habe zudem vor palästinensischen Anschlägen infolge des Gaza-Kriegs gewarnt.

Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, Israels Sicherheitsbehörden hätten nach dem Anschlag in Sydney vor Nachahmungstätern gewarnt. Demnach gehörten sowohl Einrichtungen jüdischer Gemeinden als auch offizielle israelische diplomatische Vertretungen zu den potenziellen Zielen. Israelische Botschaften und Vertretungen weltweit seien daher angewiesen worden, in dieser Woche keine Feiern zum jüdischen Chanukkafest im Freien abzuhalten.

 
Wer Morde an Juden verhindern will, muss jeden Antisemitismus bekämpfen
Der Terror in Sydney zeigt die Kontinuität der Judenfeindlichkeit. Diese kommt immer häufiger im Gewand einer „Israelkritik“ daher. Um der Gewalt vorzubeugen, gilt es, gegen alle Formen des Antisemitismus vorzugehen.

Sydney/Berlin. Als Kind hat Alex Kleytman mit seiner Familie in Sibirien den Holocaust überlebt. Jetzt starb der 87-Jährige am Bondi Beach in Sydney. Er wurde brutal ermordet, als er mit seiner Frau und mehr als 1000 anderen Besucherinnen und Besuchern den Beginn des jüdischen Lichterfestes Chanukka feiern wollte. Es sollte ein fröhliches Treffen werden – und endete in einem Blutbad mit 14 weiteren getöteten Teilnehmern.

Der Anschlag in Australien zeigt die grausame Kontinuität des Antisemitismus. Der Hass auf Juden zieht sich durch Generationen, erstreckt sich über alle Kontinente. Mehr als 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz müssen Jüdinnen und Juden weltweit noch immer um ihre Sicherheit bangen. Wenn sie ihre Kinder in eine jüdische Schule bringen, wenn sie eine Synagoge besuchen, wenn sie religiöse Feste feiern.

Die lange Geschichte antisemitischer Gewalt
Sicherheitsschleusen, Wachpersonal und bewaffnete Polizisten vor der Tür gehören auch in Deutschland zum Alltag vieler jüdischer Gemeinden – ebenso wie Bedrohungen, Beleidigungen und Gewalt. Das ist keine neue Entwicklung. Davon zeugen das Attentat palästinensischer Terroristen auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München im Jahr 1972, die Ermordung Shlomo Lewins und Frida Poeschkes durch einen Neonazi 1980 in Erlangen und nicht zuletzt der antisemitische und rassistische Anschlag von Halle im Jahr 2019. Damals versuchte ein bewaffneter Rechtsextremist, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die dortige Synagoge einzudringen, um möglichst viele Juden zu töten.

 
Albanese räumt Mängel im Kampf gegen Antisemitismus ein
Der australische Regierungschef Anthony Albanese hat vier Tage nach dem Terrorangriff auf ein jüdisches Fest in Sydney Versäumnisse im Kampf gegen Antisemitismus eingeräumt. „Jeder in dieser Position würde bedauern, nicht mehr getan zu haben“, sagte Albanese vor dem Parlament in Canberra. Nun müsse man in die Zukunft schauen und handeln.

Albanese kündigte schärfere Gesetze gegen Hassprediger und Hetze verschiedenster Art an. Auch was das Aufenthaltsrecht angehe, werde man härter gegen all jene vorgehen, die „Hass und Spaltung“ verbreiten, sagte der Premierminister.

15 Tote, Dutzende Verletzte
Bei dem Anschlag in Sydney hatten zwei Attentäter am Sonntag während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf eine Menschenmenge am Bondi Beach eröffnet. Sie töteten 15 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Die Todesopfer und Verletzten sind größtenteils jüdischen Glaubens.

 
„Linker Antisemitismus ist der gefährlichste“, sagt der israelische Botschafter
Ist der deutsche Staat wehrlos gegen Menschen aus dem extrem linken Spektrum, die die Ideologie der Hamas legitimieren? Der israelische Botschafter meint: Ja. Und verlangt Konsequenzen.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hält linken Antisemitismus für die gefährlichste Ausprägung von Judenfeindlichkeit in Deutschland. „Es gibt in Deutschland rechten Antisemitismus, muslimischen Antisemitismus und linken Antisemitismus. Der linke Antisemitismus ist aus meiner Sicht der gefährlichste“, sagte Prosor der „Rheinischen Post“.

„Gegen Faschisten weiß man ganz gut vorzugehen, mit ihrem Rassismus gehen sie offen um, da gibt es Gesetze“, so der Botschafter. „Die Personen aus dem extrem linken Spektrum, die die Ideologie der Hamas legitimieren und subtil verbreiten, müssen jedoch zur Rechenschaft gezogen werden. In diesem Punkt ist der Staat wehrlos.“

Extremisten fühlten sich zu sicher in Europa
Extremisten fühlten sich in Europa viel zu sicher. „Sie missbrauchen die Meinungsfreiheit und verwandeln sie in Aufhetzungsfreiheit. Deshalb bin ich dafür, dass Studierende, die Antisemitismus verbreiten und ihre Kommilitonen bedrohen, exmatrikuliert werden dürfen“, sagte Prosor. Bisher gibt es noch keine bundesweit einheitliche Rechtsgrundlage für solche Fälle.

 
Tucker Carlson wurde zum Antisemiten des Jahres ernannt


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Wenn Antisemitismus steigt, darf niemand schweigen. Die Geschichte hat uns gelehrt, wohin das führt.

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Diese Siedler sind der letzte dreck, kein bisschen besser als die Hamas. Leider werde diese oft von der israelischen Armee beschützt und sehen nur zu.
 
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