Entfernt sich Armenien von der einstigen Schutzmacht Russland?
Umfragen sehen ein enges Rennen bei der Wahl in Armenien. Sie gilt als Test für die Bestrebungen der Regierung, die Abhängigkeit von Russland zu verringern
Russland warnt: Armenien werde in einen "antirussischen Orbit" der EU hineingezogen. Armenien hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus dem Einflussbereich seines traditionellen Verbündeten Russland gelöst und sich der EU angenähert. Im Bild: Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan (links) und Russlands Präsident Wladimir Putin.
Ein Liebeslied natürlich. Der französische Präsident Emmanuel sang beim Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft Anfang Mai in Jerewan La Bohème live beim Staatsbankett. Zu dem Lied von Charles Aznavour, dem großen Chansonnier armenischer Abstammung, gab Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan am Schlagzeug den Takt vor. So stimmig wie an diesem Abend ist die frisch entflammte Liebe zwischen der EU und Armenien leider nicht immer.
Am 7. Juni wird in Armenien gewählt, und das Land ist gespalten zwischen Annäherung an die EU und Russland. Die Partei des EU-Trommlers Paschinjan, Ziviler Vertrag, ist laut Umfragen nach wie vor stärkste Kraft. Doch Paschinjan verliert an Zustimmung. Der Oppositionsblock Starkes Armenien des russlandfreundlichen Oligarchen Samvel Karapetyan gewinnt an Bedeutung. Für die EU, gegen Russland? Paschinjan verfolgt offiziell eine von ihm als "Diversifizierung" bezeichnete Strategie, in der sowohl die Verbindungen zu Russland als auch zum Westen aufrechterhalten werden sollen.
Umfragen sehen ein enges Rennen bei der Wahl in Armenien. Sie gilt als Test für die Bestrebungen der Regierung, die Abhängigkeit von Russland zu verringern
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