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Brexit und News aus GB

Sollen die Briten die EU verlassen?


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Nord Stream: London weist Millionenklage ab – Das Gericht nennt den Ukrainekrieg die Ursache
Fast vier Jahre nach den Explosionen in der Ostsee hat ein Londoner Gericht eine Entscheidung getroffen, die weit über einen Versicherungsstreit hinausreicht. Nord Stream AG scheiterte mit der Forderung nach 579 Millionen Euro gegen mehrere Versicherer. Der High Court entschied, dass die Schäden an den Pipelines unmittelbar oder mittelbar mit Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammenhängen. Genau deshalb greife die Kriegsklausel der Versicherungsverträge, und genau deshalb müsse niemand zahlen. Bemerkenswert ist, worauf das Urteil ausdrücklich verzichtet. Das Gericht beantwortet nicht die bis heute offene Frage, wer die Sprengungen tatsächlich verübte. Russland, die Ukraine, die USA oder mit der Ukraine verbundene nichtstaatliche Akteure wurden als mögliche Täter betrachtet. Entscheidend sei allein, dass jede dieser denkbaren Varianten ohne den russischen Angriff auf die Ukraine nicht denkbar gewesen wäre. Für das Versicherungsrecht reicht dieser Zusammenhang aus.

Richterin Clare Moulder beschreibt mehrere mögliche Motive. Sollte die Ukraine oder eine ihr nahestehende Gruppe verantwortlich gewesen sein, hätte das Ziel darin liegen können, Russlands Gaseinnahmen und damit die Kriegsfinanzierung zu treffen. Sollte Russland selbst hinter der Sprengung stehen, wäre ein mögliches Motiv gewesen, Deutschland und die Europäische Union unter Druck zu setzen, ihre Unterstützung für die Ukraine zu verringern und den Einfluss auf Europas Energieversorgung zu erhalten. Selbst für eine mögliche Beteiligung der USA sieht das Gericht einen unmittelbaren Bezug zum Krieg. Gleichzeitig stellt das Urteil klar, dass daraus keine Schuldzuweisung folgt. Weder Russland noch die Ukraine oder die Vereinigten Staaten werden für die Explosionen verantwortlich gemacht. Die Frage nach dem Täter bleibt offen. Das Gericht entscheidet ausschließlich darüber, ob der Versicherungsvertrag greifen muss.

Eine weitere Feststellung dürfte dennoch Aufmerksamkeit erhalten. Auch die Delle an einer Leitung von Nord Stream 2, die zeitweise auf einen Anker zurückgeführt worden war, bewertet das Gericht mit hoher Wahrscheinlichkeit als Folge derselben Anschläge. Die Ankertheorie hält das Urteil für äußerst unwahrscheinlich. Nach Einschätzung der Sachverständigen wurden die Leitungen mit gerichteten Sprengladungen auf Hexogen-Basis zerstört. Parallel dazu gewinnt auch das strafrechtliche Verfahren in Deutschland an Fahrt. Anfang Juli erhob die Bundesanwaltschaft erstmals Anklage. Der 50-jährige Ukrainer Serhij Kusnezow soll die Operation koordiniert haben. Nach Auffassung der Ermittler gehörten außerdem vier Taucher, ein Sprengstoffexperte und der Kapitän der Segeljacht Andromeda zu dem Kommando, das die Sprengsätze an den Pipelines angebracht haben soll. Ob diese Version am Ende Bestand haben wird, müssen die Strafgerichte klären. Das Londoner Urteil beantwortet diese Frage bewusst nicht. Es zieht lediglich eine andere Grenze. Für die Versicherer zählt nicht, wer den Sprengsatz legte. Entscheidend ist, dass der Krieg die Ursache war.
 
Eine sprechende Mülltonne als Hauptgegner: Neuwahlpoker von Nigel Farage läuft ins Leere
Der Reform-Partei-Chef wollte sich als Abgeordneter wiederwählen lassen und so von seinen vielen Skandalen ablenken. Ein Triumph wird die Wahl nun aber nicht, denn kaum jemand tritt gegen ihn an

Triumph gegen das böse Establishment statt laufender böser Schlagzeilen über neue Skandale. So hat sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage die Situation wohl vorgestellt, als er am Dienstagnachmittag in die Offensive ging. Farage hatte da in einer wütenden Pressekonferenz seinen Rücktritt als Abgeordneter für den Wahlkreis Clacton-on-Sea bekanntgegeben, zugleich aber auch seinen Antritt bei der dadurch nötigen Neuwahl.

Weil der etwas abgetakelte Badeort im Südosten Englands für Farage ein politisches Heimspiel ist, gilt sein Sieg dabei als sehr wahrscheinlich. Farage würde sich damit erneut als legitimiert betrachten. "Das Parlament hat bestimmt, das Volk wird entscheiden" sozusagen, aber in einer britischen Version.

 
Gegner „Binface“
Farage-Neuwahl zwischen Komödie und Farce
Nach seinem Rücktritt als Abgeordneter wegen verdächtiger Parteispenden wollte der britische Rechtspopulist Nigel Farage mit einer Nachwahl seinen Wiedereinzug ins Parlament unter dem Motto „Volk gegen Establishment“ groß inszenieren. Nur: Das „Establishment“, also alle seriösen Parteien, wollte da nicht mitspielen und verzichtet auf eine Kandidatur im Wahlkreis Clacton-on-Sea. Farages „Endgegner“ ist nun ausgerechnet Spaßkandidat „Count Binface“.

„Ich habe entschieden, dass die Menschen in Clacton-on-Sea die Richter über meine Handlungen sein sollen“, sagte der 62-jährige Chef der Partei Reform UK mit Blick auf den Wahlkreis in Südostengland, den er seit zwei Jahren als Abgeordneter im britischen Unterhaus vertritt.

Farage sieht sich mit Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Die „Sunday Times“ hatte am Sonntag berichtet, ein wegen Betrugs verurteilter Kryptounternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt – über seine Mutter und eine zwischengeschaltete Firma.

Ermittlungen müssen ruhen
Der „Guardian“ lieferte am Donnerstag noch weitere Recherchen dazu nach. Gegen Farage läuft bereits eine Untersuchung wegen der nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Kryptomilliardärs.


Wohin man auch blickt, die führenden Politiker der extremen Rechten sind allesamt korrupt. Trump, Le Pen, Netanjahu, Erdogan, Naitschl fürn Arsch usw.
 
Count Binface: Eine sprechende Mülltonne wird zum Hoffnungsträger für die britische Demokratie
Der "intergalaktische Krieger" wird vom Juxkandidaten bei vielen Wahlen zum ernsten Gegner für Nigel Farage. Hinter dem Spaß steht aber auch eine tragische Geschichte

Nigel Farage hat sich die Sache einfach vorgestellt: Ein Heimspiel seiner Hochburg Clacton-on-Sea sollte es werden, "Farage gegen das Establishment". Mit dem Rücktritt und der Neuwahl wollte er den Skandal um nicht gemeldete Großspenden übertönen. Doch das "Establishment" spielte nicht mit, die Großparteien stellten keine Kandidaten auf. Und so ist Farages Hauptgegner bei den Nachwahlen am 13. August nun stattdessen eine sprechende Mülltonne.

Wobei Count Binface eigentlich keine Tonne sein will, sondern ein "intergalaktischer Krieger" im Alter von 5900 Jahren, Führer der "Recyclons" vom Planeten Sigma IX.

Schmutz gegen die Tonne
Schon mehrfach ist die Figur bei Wahlen gegen prominente Gegner auf der Bühne gestanden. Mehr als Jux war das Antreten aber nie – und auch nicht erfolgreich. Das könnte sich nun ändern: Count Binface ist zwar nicht der einzige Gegner für Farage, aber der einzig populäre. Und zwar so sehr, dass Reform nervös wird: Die Partei startete jüngst eine Schmutzkübelkampagne.

 
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