Eine schönes Geschichtelein...
| RICHTER 19, 1ff
[SIZE=-1] Einst lebte ein Mann im Norden des Gebirges Ephraim. Dieser Mann war offenbar ein echtes Charakterschwein, deshalb betrog ihn sein angetrautes Weib und flüchtete zu ihren Eltern. Dies wollte ihr Angetrauter aber nicht tolerieren und machte sich auf zu ihres Vaters Haus. Dieser war froh, das der Leviter die sündige Dirne wieder aufnehmen wollte und bewirtete ihn mehrere Tage. Schließlich machte sich der Mann mit seinem Weibe doch auf den Heimweg. Doch der Tag neigte sich, bevor sie ihr Heim erreichten. Da sie nicht in einer nahegelegenen heidnischen Stadt einkehren wollten, zogen sie noch weiter und erreichten nach Einbruch der Dunkelheit die israelische Stadt Gibea, die da lag im Lande der Benjaminiter. Nachdem sie lange vergeblich nach einer Bleibe für die Nacht gesucht hatten, wurden sie schließlich von einem alten Manne aufgenommen.
Doch kurz darauf versammelten sich alle stadtbekannten Sittenstrolche vor dem Haus des Greises und riefen:
'He, Alter, schick mal den süßen Burschen raus, damit wir ihn durchbumsen können bis die Rosette glüht.'
[/SIZE] |
[SUP]22[/SUP]Und da ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der Stadt, böse Buben, und umgaben das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Bringe den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir ihn erkennen.
[SIZE=-1] 'Nein', sprach da der alte Mann, 'lasst den Hintern meines Gastes in Ruhe. Aber sehet, ich habe eine Tochter, die noch keiner geöffnet hat, mit der könnt ihr euch verphallustieren.'
'Nein', sprachen da die Sittenstrolche, 'wenn ein so alter Knacker eine Tochter hat, die immer noch zu ist, dann wird sie wohl auch dementsprechend aussehen. Rück gefälligst den Kerl mit dem Knackarsch raus.'
[/SIZE] |
[SUP]23[/SUP]Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen heraus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut nicht so übel; nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht eine solche Torheit.
[SUP]24[/SUP]Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser ein Kebsweib; die will ich euch herausbringen. Die mögt ihr zu Schanden machen und tut mit ihr, was euch gefällt; aber an diesem Mann tut nicht eine solche Torheit.
[SIZE=-1] 'Wenn die Alte doch so gerne mit fremden Männern rummacht, dann soll sie jetzt auf ihre Kosten kommen', dachte sich da der treusorgende Ehemann und schubste seine Angetraute vor die Tür.
'Na ja, besser die als nichts', dachten sich da die Sittenstrolche und vergewaltigten sie mehrfach bis in die frühen Morgenstunden.
[/SIZE] |
[SUP]25[/SUP]Aber die Leute wollten ihm nicht gehorchen. Da fasste der Mann sein Kebsweib und brachte sie zu ihnen hinaus. Die erkannten sie und trieben ihren Mutwillen an ihr die ganze Nacht bis an den Morgen; und da die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen.
[SIZE=-1] Weit gehen konnte das Weib nach dieser Tortur allerdings nicht mehr, sie kroch nur noch zur Tür und verschied.
(Offizieller christlicher Kommentar, vom ev. Kirchenausschuß genehmigt: Das Weib, das sich durch Hurerei versündigt hatte, wird nun durch dieselbe Sünde zugrunde gerichtet.)
[/SIZE] |
[SUP]26[/SUP]Da kam das Weib hart vor morgens und fiel nieder vor der Tür am Hause des Mannes, darin ihr Herr war, und lag da, bis es licht ward.
[SUP]27[/SUP]Da nun ihr Herr des Morgens aufstand (wünsche wohl geruht zu haben, eig. Anm.) und die Tür auftat am Hause und herausging, daß er seines Weges zöge, siehe, da lag sein Kebsweib vor der Tür des Hauses und ihre Hände auf der Schwelle.
[SUP]28[/SUP]Er aber sprach zu ihr: Stehe auf, laß uns ziehen! Aber sie antwortete nicht. Da nahm er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort.
[SIZE=-1] 'Mist', dachte sich da der Mann, 'die Alte ist wohl hin. Wer putzt jetzt und macht die Wäsche? Das schreit nach Rache.' Am besten wäre es ja, so überlegte er sich, die ganzen sündigen Benjaminiter auszurotten. Nur weil sie nicht so viel Charakter haben wie man selbst. Aber dazu bräuchte man die Unterstützung aller Stämme Israels. Irgendwie muß man ihnen von diesem Frevel berichten, Stück für Stück...
[/SIZE] |
[SUP]29[/SUP]Als er nun heimkam, nahm er ein Messer und faßte sein Kebsweib und zerstückelte sie mit Gebein und mit allem in zwölf Stücke und sandte sie in alle Grenzen Israels.
[SUP]30[/SUP]Wer das sah, der sprach: Solches ist nicht geschehen noch gesehen, seit der Zeit die Kinder Israels aus Ägyptenlang gezogen sind, bis auf diesen Tag. Nun bedenkt euch über dem, gebt Rat und sagt an! |