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Der Ukraine Sammelthread

Angriff auf russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk
Die ukrainische Armee hat die russische Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer offiziellen Angaben zufolge mit Drohnen angegriffen. Fünf Menschen wurden laut Behörden bei der Attacke verletzt.

Acht Wohnblocks und neun private Wohnhäuser seien beschädigt worden, so der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew. Die Behörden riefen in Noworossijsk den Notstand aus.

Das unabhängige Portal Astra meldete einen Brand im Ölterminal Schechsaris im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 172 Drohnen in der Nacht. 67 davon seien über dem Schwarzen Meer, 66 über dem südrussischen Gebiet Krasnodar abgeschossen worden.

 
Verhandlungen über Kriegsende
Russland akzeptiert Sicherheitsgarantien - Ukraine will Budapester Fehler verhindern
Russland akzeptiert laut ukrainischen Angaben US-Sicherheitsgarantien. Selenskyj fordert jedoch eine gesetzliche Verankerung über den US-Kongress.
Russland hat sich laut „Reuters“ bereit erklärt, die von den USA vorgeschlagenen Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu akzeptieren. Kyrylo Budanow, Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, betonte laut dem „Kyiv Independent“, dass Moskau keine andere Wahl habe, als die Vorschläge der USA anzunehmen.

„Was die USA vorschlagen, werden sie offen gesagt akzeptieren müssen“, sagte er. Er fügte hinzu, dass diese Garantien „unsere Garantien“ seien und Russland sie anerkennen müsse. Die Vereinigten Staaten seien zwar nicht immer beliebt, aber ihre Position sei respektiert.

Selenskyj will gesetzliche Verankerung
Wolodymyr Selenskyj soll jedoch laut dem „Kyiv Independent“ darauf bestehen, dass Sicherheitsgarantien zunächst vom US-Kongress genehmigt werden. Ziel sei es, Fehler wie beim Budapester Memorandum zu vermeiden.

Budapester Memorandum als Mahnung
Das Budapester Memorandum von 1994 war eine Vereinbarung zwischen der Ukraine, Russland, den USA und Großbritannien. Es wurde unterzeichnet, nachdem die Ukraine freiwillig ihre Atomwaffen abgegeben hatte, die sie nach dem Zerfall der Sowjetunion geerbt hatte. Im Gegenzug sicherten die Unterzeichnerstaaten der Ukraine Sicherheitsgarantien zu, darunter die Achtung ihrer Souveränität und territorialen Integrität.

 
Ukraine spricht von Geländegewinnen im Süden
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Gebiet Saporischschja seit Ende Jänner neun Siedlungen zurückerobert und setzen ihren Gegenangriff an der südöstlichen Front fort.

Erstmals seit Sommer 2024 hätten die eigenen Truppen in einem Monat mehr Gebiete befreit als die russischen Angreifer eingenommen hätten, sagte gestern Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj.

Berichten zufolge profitierten die Ukrainer dabei von Ausfällen der Starlink-Terminals auf russischer Seite. Der Gründer der Satellitenfirma SpaceX, Elon Musk, hatte den Zugang für russische Truppen Ende Jänner auf Bitten der Regierung in Kiew blockiert, das beeinträchtigte die Kommunikation und Lagebeurteilung der Angreifer erheblich.

Dem ukrainischen Kartenprojekt DeepState zufolge eroberten russische Truppen im Februar 126 Quadratkilometer. Das entspricht dem geringsten Geländegewinn seit 20 Monaten. „Wir haben diese schwere Schlacht um den Winter überstanden“, schrieb Syrskyj auf Telegram.

 
Plötzlicher Optimismus aus Finnland: "Russland gewinnt diesen Krieg nicht"
Finnlands Präsident Stubb fordert Europa auf, das US-Narrativ über den Ukraine-Krieg zu korrigieren. Damit vollzieht er einen auffälligen Schwenk in seiner eigenen Rhetorik.
Finnlands Präsident Alexander Stubb hat Europa aufgefordert, aktiv gegen die von der Trump-Regierung verbreitete Erzählung vorzugehen, die Ukraine könne den Krieg gegen Russland nicht gewinnen.

In einem Interview mit dem schwedischen Staatssender "SVT" erklärte Stubb den Hintergrund seiner Aufforderung: "Damit die Amerikaner verstehen, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt. Das gibt der Ukraine eine viel bessere Verhandlungsposition."

Finnischer Präsident mit Ukraine-Kurswechsel
Für Finnlands Präsident sprechen die vergangenen vier Jahre eine klare Sprache: Russland wollte die Ukraine in vier Tagen unterwerfen, stattdessen sei sie in vier Jahren europäischer geworden. Dieses Argument bildet den Kern seines Optimismus. Daneben rüste Europa auf. Der Angriffskrieg habe somit das Gegenteil von dem bewirkt, was Moskau beabsichtigte.

Der finnische Präsident zeigte sich jedoch weiterhin skeptisch in Bezug auf einen baldigen Frieden. Ein Abkommen zwischen Kiew und Moskau sei noch in weiter Ferne - "nicht wegen der Ukraine, sondern wegen Russland".

 
Krieg im Nahen Osten sorgt für Nervosität in Kyjiw
Ein Ende des Moskau-freundlichen Regimes in Teheran wäre für die Ukraine eine gute Nachricht. Aufgrund des Irankriegs fürchtet sie aber Engpässe bei der Lieferung von Luftabwehrraketen

Am ersten März lag über Kyjiw eine leise Genugtuung: Während die Welt gebannt auf den Nahen Osten blickte, freuten sich viele Ukrainerinnen und Ukrainer über den Beginn des meteorologischen Frühlings, der bedeutet, dass es Russland auch im vierten, kältesten und härtesten Winter dieses Krieges nicht gelungen ist, die Bevölkerung in die Knie zu zwingen. Man habe die Schlacht um den Winter gewonnen, sagte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj. Doch die Verschnaufpause dürfte kurz sein.

Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor baldigen neuen russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur. "Sie wollen gezielt Probleme mit der Wasserversorgung verursachen. Die Gemeinden müssen sich auf diese Herausforderung konzentrieren", erklärte er vor kurzem gegenüber Journalisten. "Wir müssen mehr Raketen für die Luftabwehr beschaffen."

 
Je länger der Krieg im Iran geht, desto besser für Russland. Mit dem steigenden Ölpreis macht Russland langsam wieder Gewinne, dazu steigt auch die Nachfrage aus China und Indien wieder. Die Ukraine dagegen muss immer mehr Geld für ihre eigenen Ölimporte ausgeben.

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Deutscher Geheimdienst: Russland schönt Kriegskosten
Die Lage der russischen Wirtschaft und des Staatshaushalts ist nach Ansicht des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) schlechter als offiziell dargestellt. „Russland versucht, durch geschönte Zahlen die wahren Kosten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verschleiern“, schrieb der Nachrichtendienst heute auf der Plattform LinkedIn.

„Das echte Defizit des föderalen Haushalts 2025 liegt über 2,36 Billionen Rubel (26,18 Mrd. Euro) höher als offiziell ausgewiesen.“ Der BND beruft sich auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wiesen nahezu alle Sektoren der russischen Volkswirtschaft eine Negativentwicklung auf, hieß es weiter. Neben deutlich niedrigeren Öl- und Gaseinnahmen aufgrund der seit 2022 stark gesunkenen Weltmarktpreise liege das auch an den westlichen Sanktionen. Die Kosten für den Krieg würden von der russischen Führung billigend in Kauf genommen und noch über Jahre nachwirken.

BND: Weitere Sanktionen könnten Druck erhöhen

 
Putin empfängt ungarischen Außenminister im Kreml
Kreml-Chef Wladimir Putin empfängt heute den ungarischen Außenminister Peter Szijjarto zu Gesprächen über Öllieferungen in Moskau. Das gab Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei einer Pressekonferenz bekannt. Er fügte hinzu, dass Käufer russischen Öls von der Ukraine erpresst würden, und beschuldigte Kiew, die „Druschba“-Pipeline, durch die normalerweise russisches Öl über ukrainisches Territorium nach Ungarn und in die Slowakei geleitet wird, „absichtlich“ zu blockieren.

Zwischen Ungarn und der Ukraine gibt es Streit über unterbrochene Öllieferungen. Die „Druschba“-Pipeline war nach ukrainischen Angaben Ende Jänner bei russischen Angriffen beschädigt und deshalb stillgelegt worden.

Ungarn und die Slowakei, die engsten Verbündeten Russlands in Europa, werfen der Ukraine vor, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verzögern. Die Ukraine weist die Vorwürfe zurück. Ihren Angaben zufolge verzögert sich die Reparatur der Pipeline, weil neue Angriffe drohen.

Szijjarto schrieb indes auf Facebook über seinen Moskau-Besuch: „Ich bin auch hier, um Garantien zu erhalten, dass Russland trotz der veränderten Umstände und der globalen Energiekrise weiterhin die für Ungarn erforderlichen Mengen an Öl und Gas zu unveränderten Preisen liefern wird.“

 
Wie kann das sein? Angeblich wacht da Erdogan?
Gastanker sinkt vor Libyen: Für Putin „Terrorangriff“ Kiews
Russland hat die Ukraine beschuldigt, einen russischen Flüssigerdgasfrachter vor der libyschen Küste angegriffen und versenkt zu haben. Es handle sich um einen „Terrorangriff“ Kiews, sagte Kreml-Chef Wladimir Putin gestern.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurde der Tanker mit einer von der libyschen Küste gestarteten Marinedrohne angegriffen. Die 30-köpfige Besatzung des vom nordrussischen Murmansk aus gestarteten Schiffs befinde sich in Sicherheit.

„Das ist nicht das erste Mal, dass wir so etwas sehen“, sagte Putin dem russischen Staatsfernsehen. „Das verschärft die Lage auf den globalen Energiemärkten, auf den Gasmärkten, in diesem Fall vor allem für Europa.“ Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Der Tanker sei in einem „Akt des internationalen Terrorismus und der Seepiraterie“ von der Ukraine angegriffen worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Die libysche Küstenwache teilte mit, das Schiff sei nach einer „plötzlichen Explosion“ und einem anschließenden „enormen Brand“ im Mittelmeer zwischen Libyen und Malta versunken.

 
Selenskyj: Bisher keine Signale für neue Friedensgespräche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus. „Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bisher noch nicht gekommen“, sagte Selenskyj gestern in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Er hatte mit neuen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland Anfang März gerechnet. Nun sagte er, dass die „trilaterale diplomatische Arbeit“ wieder aufgenommen werden solle, sobald „die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben“. „Die Ukraine ist dazu bereit“, sagte er.

Auch der Kreml hatte mitgeteilt, trotz der „Enttäuschung“ über den US-Angriff auf den mit Russland befreundeten Iran weiter auf die Vermittlung Washingtons im Ukraine-Krieg zu setzen. Zuletzt hatte es mehrfach Gespräche gegeben – erst in Abu Dhabi, dann in Genf.

 
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