Finnischer Militärexperte
Russen-Armee überfordert: „Ukrainer haben sogar Mitleid“
Russlands Armee kämpft mit massiven Verlusten und Nachwuchsproblemen. Experten berichten von schlecht ausgebildeten Soldaten und einer Armee, die an ihre Grenzen stößt.
Die russische Armee steht vor enormen Herausforderungen. Laut der finnischen Zeitung „Uusi Suomi“ soll Russland große Probleme haben, die Verluste an der Front auszugleichen. Der ehemalige finnische Oberstleutnant und Militärexperte Jarmo Nieminen erklärte, dass die russischen Streitkräfte unter einem „dringenden Mangel“ an Soldaten leiden.
Die Zahl der Verluste sei so hoch, dass immer mehr untrainierte Soldaten direkt an die Front geschickt würden. Dies führe zu einer Spirale aus steigenden Verlusten und sinkender Kampfkraft. „Die ukrainischen Berichte zeigen, dass dort teilweise völlig unvorbereitete Truppen kämpfen“, erklärte Nieminen laut „Uusi Suomi“. „Ukrainische Soldaten berichten sogar, dass sie Mitleid mit den russischen Kämpfern haben“.
Massive Verluste an der Front
Viele der eingesetzten Soldaten seien schlecht ausgebildet und kaum auf den Krieg vorbereitet. Präsident Wladimir Putin hatte ursprünglich eine 30-tägige Ausbildung für neue Soldaten garantiert, doch diese Zusage könne aufgrund des Personalmangels nicht mehr eingehalten werden, sagte Nieminen.
Die Verluste der russischen Armee sind erschreckend hoch: Laut der Analyseplattform „Carnegie Politika“ wurden seit Beginn des Krieges über eine Million Soldaten getötet oder schwer verletzt. Allein im Jahr 2025 starben rund 400.000 russische Soldaten – das entspricht etwa 1100 Toten pro Tag. Besonders auffällig sei zudem die hohe Zahl an Vermissten, die inzwischen per Gerichtsbeschluss für tot erklärt werden. Bis Ende 2025 wurden rund 90.000 solcher Anträge gestellt.