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Der Ukraine Sammelthread

Im Mini-Bunker an der Front: Ukraine will 150 Kilometer tiefe „Todeszone“ errichten
Die ukrainische Armee setzt immer stärker auf Mittelstreckendrohnen. Und nimmt dabei auch die Landbrücke auf die Krim verstärkt ins Visier. Besuch an der Front.

Der Geländewagen schlingert immer wieder im tiefen Matsch auf dem Weg zu einem geheimen Ort auf dem Lande bei Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Nachdem der Wagen im Schutz einer Baumgruppe abgestellt ist, muss die letzte Strecke aus Sicherheitsgründen zu Fuß absolviert werden. Ins Erdreich gegrabene Stufen führen hinunter in einen rund fünfzehn Quadratmeter großen Raum, in dem sich eine Einheit des auf Drohnen- und Roboter spezialisierten Lava-Regiments der ukrainischen Nationalgarde eingerichtet hat. Stockbetten, improvisierte Küche und zwei große Displays, vor denen vier Soldaten sitzen. Sie beobachten Live-Bilder einer Leleka-Aufklärungsdrohne, die über russischem Gebiet kreist. „Die Grenze zur Russischen Föderation ist von hier nur 25 Kilometer entfernt“, erklärt Kommandeur Andrii Francis.

 
Gegenseitige schwere Angriffe Russlands und der Ukraine
Russland und die Ukraine haben in der Nacht erneut schwere Angriffe mit Drohnen und Raketen aufeinander ausgeführt. In der südrussischen Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer seien nach offiziellen Angaben zwei Menschen durch einen Raketenangriff verletzt worden. Laut dem unabhängigen Internetportal Astra wurde bei der Attacke ein Werk zur Flugzeugreparatur getroffen.

In Tuapse am Schwarzen Meer soll einmal mehr die örtliche Raffinerie Ziel ukrainischer Angriffe gewesen sein. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Zudem riefen offiziellen Angaben nach Drohnentrümmer im Hafengelände einen Brand hervor. In Woronesch sei Medienberichten zufolge ein Militärflugplatz getroffen worden.

Ukraine soll Marschflugkörper eingesetzt haben
Auf der von Russland seit 2014 annektierten Halbinsel Krim gab es Einschläge in der Hauptstadt Simferopol und dem Marinehafen Sewastopol. Die Hafenstadt sei mit Drohnen und Marschflugkörpern attackiert worden, sagte der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswosschajew.

Er berichtete von Schäden an der Filiale der russischen Zentralbank und einem Wohnhaus. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Medienberichte über einen Einschlag im Hauptquartier der Schwarzmeer-Flotte wurden offiziell nicht bestätigt.

 
Selenskyj ersucht USA um Munition für Luftabwehrsystem
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA um mehr Munition für das US-Luftabwehrsystem Patriot zur Verteidigung gegen russische Raketenangriffe ersucht.

In einem von der Nachrichtenagentur AFP heute eingesehenen Schreiben an den US-Präsidenten bat Selenskyj die US-Regierung tags zuvor, „uns dabei zu helfen, dieses lebenswichtige Instrument zum Schutz vor dem russischen Terror“ zu sichern.

Über das Pfingstwochenende hatte die russische Armee die Ukraine und insbesondere die Hauptstadt Kiew mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei setzte sie auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann.

 
Selenskyj kündigt weitere Angriffe in Russland an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Gesprächen mit seiner Militärführung neue Gegenschläge im russischen Hinterland angekündigt.

Anlagen der russischen Ölindustrie im Visier
Das sei nötig, um Moskau klarzumachen, dass es für den Angriffskrieg gegen die Ukraine mit eigenen Verlusten bezahlen müsse, sagte Selenskyj gestern in seiner in Kiew veröffentlichten abendlichen Videobotschaft. Insbesondere seien weiter Anlagen der russischen Ölindustrie im Visier.

So will Kiew die Einnahmen Moskaus aus dem für die Finanzierung der Kriegswirtschaft wichtigen Energieexport reduzieren. Selenskyj veröffentlicht zum Ärger der Russen seit Wochen stolz in den sozialen Netzwerken Videos und Fotos von Treffern in Russland.

Bei den Angriffen werden auch immer wieder Zivilisten getötet und verletzt sowie nicht militärische Objekte zerstört und beschädigt. Russland kündigte deshalb wiederum Vergeltungsschläge gegen die zentralen Stellen der Entscheidungen in Kiew an. Gemeint sind militärische Führungskommandos.

Drohung gegen Moskau und Hilferuf an Washington

 
Im Mini-Bunker an der Front: Ukraine will 150 Kilometer tiefe „Todeszone“ errichten
Die ukrainische Armee setzt immer stärker auf Mittelstreckendrohnen. Und nimmt dabei auch die Landbrücke auf die Krim verstärkt ins Visier. Besuch an der Front.

Der Geländewagen schlingert immer wieder im tiefen Matsch auf dem Weg zu einem geheimen Ort auf dem Lande bei Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Nachdem der Wagen im Schutz einer Baumgruppe abgestellt ist, muss die letzte Strecke aus Sicherheitsgründen zu Fuß absolviert werden. Ins Erdreich gegrabene Stufen führen hinunter in einen rund fünfzehn Quadratmeter großen Raum, in dem sich eine Einheit des auf Drohnen- und Roboter spezialisierten Lava-Regiments der ukrainischen Nationalgarde eingerichtet hat. Stockbetten, improvisierte Küche und zwei große Displays, vor denen vier Soldaten sitzen. Sie beobachten Live-Bilder einer Leleka-Aufklärungsdrohne, die über russischem Gebiet kreist. „Die Grenze zur Russischen Föderation ist von hier nur 25 Kilometer entfernt“, erklärt Kommandeur Andrii Francis.

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Kallas warnt vor russischer „Falle“ bei Verhandlungen
In der Debatte über einen möglichen europäischen Vermittler für Verhandlungen zum Ukraine-Krieg hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas vor einer „Falle“ Russlands gewarnt. Stattdessen hob sie die Bedeutung kollektiver Anstrengung bei den Gesprächen mit Russland hervor.

 
Russland: Tote durch ukrainische Drohnenangriffe
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk sind nach Angaben der dortigen Behörden drei Menschen getötet worden. Die Mitarbeiter eines Wasserversorgers seien in einem Auto in Wuhlehirsk nördlich der Stadt Donezk unterwegs gewesen, als dieses von Drohnen getroffen worden sei, teilte der von Russland eingesetzte Verwaltungschef Denis Puschilin über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein vierter Mann sei schwer verletzt worden.

Auch in der russischen Grenzregion Brjansk kam nach Angaben des amtierenden Gouverneurs Jegor Kowaltschuk ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Dorf ums Leben.

 
Rumänien: Drohneneinschlag schwere Eskalation durch Moskau
Rumänien hat Russland nach dem Einschlag einer Drohne auf seinem Gebiet eine „schwere und unverantwortliche Eskalation“ vorgeworfen. Rumänien werde die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraums zu reagieren, teilte das Außenministerium mit.

Das NATO-Mitglied Rumänien habe die Verbündeten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorfall informiert. Zudem habe man darum gebeten, den Transfer von Drohnenabwehrkapazitäten nach Rumänien zu beschleunigen.

Die NATO warf Russland in einer ersten Reaktion Rücksichtslosigkeit vor. Das Bündnis werde die Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter verstärken, so ein Sprecher auf X. Das betreffe auch Drohnen.

Drohne traf Hochhaus
Bei dem russischen Angriff auf die Ukraine schlug heute Nacht eine Drohne in ein zehnstöckiges Wohnhaus in der Grenzstadt Galati im Südosten Rumäniens ein. Zwei Menschen wurden verletzt. Galati liegt an der Donau, die Grenzen zu Moldawien und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.

 
Die Ukraine hat mit ihren innovativen Drohnen eine neue Phase im Krieg eingeläutet
Kyjiws Angriffe bedrohen die russisch besetzte Landverbindung zwischen dem Donbass und der Krim. Der Kreml rächt sich mit Raketen auf Kyjiw

Mehr als sechs Meter ist Russlands vermutlich patriotischste Uhr am Erlöserturm des Kreml im Durchmesser groß. Ihre goldenen Zeiger auf schwarzem Ziffernblatt weisen zu Silvester den Russinnen und Russen vor den TV-Geräten das neue Jahr. Alle paar Stunden erklingt aus dem Glockenwerk die Nationalhymne. Im Schatten des Sowjetsterns, der einige Meter oberhalb der Ziffern prangt, lässt das russische Regime am 9. Mai seine Soldaten zum Tag des Sieges paradieren.

Auch Wladimir Putin wird mitunter auf die prominente Uhr spähen, wenn er wissen will, welche Stunde es geschlagen hat. Zuletzt dürften es eher sorgenvolle Blicke sein.

Vor allem, was seinen Krieg in der Ukraine betrifft. Russlands Machthaber läuft dort nämlich die Zeit davon. Seine Armee macht kaum noch Meter, ukrainische Drohnenangriffe setzen der Wirtschaft immer stärker zu. Russlands enorme Fläche, historisch eigentlich seine größte Stärke, wird derzeit zu seiner gefährlichsten Schwäche. Der Armee gelingt es immer schlechter, die weit im Land verstreuten Ziele der ukrainischen Drohnen effizient zu schützen.

An den Gebieten, die Russland in der Ukraine kontrolliert, hat sich seit 2023 kaum noch etwas geändert. Seit dem Frühjahr dürfte man sogar einige Quadratkilometer des besetzten Landes verloren haben. Am Donnerstag meldete ein britischer Geheimdienst, dass bisher 500.000 russische Soldaten in der Ukraine gestorben sind. Momentan können Moskaus Rekrutierungsbüros die enormen Verluste an der Front zwar noch knapp ausgleichen. Für eine Aufstockung der Invasionstruppen, die es für den von Putin gewünschten Erfolg an der Front jedenfalls bräuchte, geht dem Kreml aber allmählich das Geld aus.

 
Selenskyj warnt vor neuem russischem Großangriff
Russland bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen neuen Großangriff auf die Ukraine vor. Selenskyj berief sich heute in einem Beitrag auf Telegram auf Geheimdiensterkenntnisse.

Er forderte zudem weitere Sanktionen gegen Russland. Die Umsetzung von Vereinbarungen mit Partnern über die Lieferung von Luftabwehrsystemen dürfe nicht verzögert werden.

Russland kündigte am Montag „systematische Angriffe“ auf Ziele in Kiew an. Zudem forderte die Regierung in Moskau Ausländer und Diplomaten auf, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Diese Aufforderung wurde international scharf verurteilt.

Eine solche Drohung sei „inakzeptabel“, erklärten fast 50 Länder bei den Vereinten Nationen am Dienstag, darunter europäische Staaten, Japan und Südkorea. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich „zutiefst besorgt“ angesichts der russischen Drohungen gegen diplomatische Einrichtungen und Botschaften in Kiew.

Moskau droht mit weiteren Drohnenvorfällen

 
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