Hallo ^^
Zdravo
Glaub mir, ich vollziehe deinen Post mehr als gut nach: Nur, ja, Tote sind für mich gleich. Es ist egal, ob jemand durch das Gewehr eines Snipers stirbt oder durch eine Bombe.
Bei den Toten sollte schon unterschieden werden - zwischen Soldaten und Zivilisten.
Und ja, ich finde es empörend, wenn das etwa in deutschen Medien totgeschiegen wird und wohl auch totgeschwiegen werden soll. Deswegen hoffe ich, dass Russland alle Mittel, ich rede aber außerhalb kriegerischer, nutzt, um den Opfern auch international Gehör zu verschaffen. Ich habe heute gerade in der polnischen Wyborcza etwa einen Kommentar gelesen, die Russen hätten gar nicht das Recht, da so mit dem Finger zu zeigen bei all den Kriegsverbechen, die sie selbst in Tschetschenien etwa begangen haben. Nun ja... Ich frage mich allerdings, wer wird sonst für diese einstehen. Sicher nicht die "eigene" Regierung in Kiew oder die Europäer oder Amerikaner.
Tja, Pussy Riot und manche Schwulendemo in Moskau hatten mehr Schlagzeilen als die Opfer
des Clusterbomben Abwurfs in Lugansk.
etwas genauer betrachtet ist der Sinn und Zweck nicht nur über die Opfer zu schweigen sondern
noch wichtiger ist, das damit auch keine Täter existieren. Nach dem Motto - wo keine Opfer da
keine Täter. Es wäre ja ziemlich schwierig der Öffentlichkeit zu verkaufen, das man sich an der
Seite von Kreigsverbrechern befindet.
meiner Meinung nach sind die Medien längst fester Bestandteil der Kriegsparteien. Soldaten, im Interesse
ihrer Konfliktpartei, mit Mikrofon und Kamera bewaffent, nur ohne Uniform. Objektivität ist extrem
selten zu finden, deshalb sollte man öfters die eigene Birne einschalten und vieles für sich selbst kritisch
hinterfragen...
Das Problem Baba Jula sehe ich in der Doppelzüngigkeit und der Doppelmoral beider Seiten. Jetzt betrauert man auf russischer Seite einerseits die Opfer. Es ist einerseits völlig nachvollziehbar und in Ordnung. Da müssen ziemliche Schweinereien ablaufen. Bedenke aber auch: Nicht die Kiewer Seite und all jene, die ihr v.a. auch aktiv zur Seite stehen. Aber auch nicht die russische (!) haben wirklich etwas zur Deeskalation beigetragen als es noch möglich war. Weder wurde Regierung Jazenjuk "zurück gepfiffen", als sie Swoboda und Rechten Sektor in den politischen und militärischen Prozess integrierte. Genauso wie umgekehrt nicht zurück gepfiffen wurde, als "Antimaidan"Demonstrationen in gewalttätigen Besetzungen von ukrainischen Administationsgebäuden usw. ausarteten und zugesehen wurde, dass "Waffen" das Zepter übernehmen. Hüben wie drüben. Dieses Übergehen zu Gewalt hat ja auch dazu geführt, dass "Nationalgarde" aufgestellt wurde und Vorwand hatte, dort einzugreifen, Vorwand für Militäroperationen etc. Es war klar, dass das zu Krieg führen kann und ja auch geführt hat. Der russische Staat hätte so anders auch nicht reagiert.
Wie auch immer jgegenwärtig wirklich die russische Einflussnahme aussieht. Ich glaube, sie waren nicht ehrlich an einer Deeskalation interessiert, weil die Wahlen am 25.05. hatten so weit wie möglich torpediert werden sollen. Das glaube ich. Und dann hat man auch die vergewaltigte Frau am Straßenrand in Kauf genommen, den Teenager, dem in den Rücken geschossen wurde usw.
Ich muss dir leider widersprechen. Wenn man sich die Frage nach der Verantwortung für diesen Konflikt
stellt, dann ist solch eine Gleichsetzung irreführend. Ursache ist nicht gleich Wirkung. Ganz klar festzuhalten
ist, das der gewaltsamen Umsturz und die darauf folgende Regierungsbeteiligung der Neonazis den Beginn
des Konfliktes darstellt. Nicht nur das, damit wurde auch der Charakter der Entwicklung verändert,
aus einer politischen wurde eine ethnische Konfronation. Nicht vergessen, der Maidan richtete sich
in den Anfängen lediglich gegen Misswirtschaft und Korruption....
Genau hier war der Point of no return überschritten. Das Ziel der Kiewer Machthaber war / ist die
schnellstmögliche Anbindung an EU und NATO und sich somit dem Einfluss Russland zu entziehen.
Mit der Bewaffnung des faschistoiden Sektors war die Weg zu erkennen mit welchen Mitteln
dieses Ziel erreicht werden sollte.
Und jeder kann sich die Frage stellen, wie bitte schön wehrt und verteidigt man sich gegen
gewaltbereite, bewaffnete Rechtsradikale ?...sicher nicht mit Blümchen und rosa Fähnchen.
Geradezu logisch ist es aus Kiewer Sicht, das Ziel vor Augen, den Konflikt militärisch
eskalieren zu lassen. Siehe "Anti-Terror-Einsatz". An einer politischen Lösung hatte Kiew in
der Anfangsphase ohnehin nicht ernsthaft gearbeitet. Und nun darf man sich fragen, wie kann
ein Konflikt deeskaliert werden, wenn eine Seite kein Interesse daran hat.
Jetzt ist ein offener Krieg ausgebrochen. Das solch ein Ereignis irgendwelche Spinner und Psychopathen
anlockt ist wahrlich nichts neues, das rechtfertigt deine Gleichsetzung jedoch nicht. Berachtet man sich die
Ausrichtung der beiden Seiten, so muss ich zugeben, das ich vollstes Verständnis habe für die russisch
stämmige Bevölkerung, die sich dieser Kiewer Machtclique nicht unterordnen möchte.
Einerseits sehe ich auch niemand anderen, der auch auf der internationalen Bühne für diese Menschen einstehen und ukrainische Kriegsverbrechen zum Thema machen soll. Andererseits lässt sich russische Schuld an einer solchen Deeskalation der Spirale der Gewalt, an dem Krieg nicht leugnen, mit allem was dieser schon immer mit sich brachte. Es gibt keine sauberen Kriege.
Viele Grüße
ich denke du machst es dir zu einfach, du erklärst den Krieg an Sich für das Böse, jede Seite trägt
irgendeine Schuld....hört sich nett und human an, aber mit dieser neutralen Sichtweise erkennt man die
tatsächliche Verantwortung und Ursachen nicht
Pozdrav
Baba