Militär: Ukraine will Kampfhandlungen näher zu russischer Grenze verlegen
Kiew versucht, die Kampfhandlungen im Osten der Ukraine näher zur russischen Grenze zu verlegen. Diese Ansicht vertrat Waleri Schnjakin, Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates.
„Ich denke, dass dahinter der Westen steckt. Falls es nicht gelingt, eine Einigung mit der ukrainischen Führung zu erzielen, sollte mit deren Gönnern in Washington verhandelt werden“, sagte der Militär am späten Freitagabend in einem RIA-Novosti-Gespräch. Er äußerte die Hoffnung, dass russische Diplomaten weise und mutig genug bleiben, um die Entwicklung in friedliche Bahnen zu lenken.
Den jüngsten Beschuss eines russischen Grenzübergangspunktes im Gebiet Rostow bezeichnete Schnjakin als eine Provokation, schloss zugleich das fehlende Können der ukrainischen Militärs nicht aus. Er erinnerte daran, dass Oberbefehlshaber Wladimir Putin bereits befohlen hatte,
die Staatsgrenze Russlands verstärkt zu bewachen.
Am vergangenen Freitag war der russische Grenz-Checkpoint Nowoschachtinsk durch Granatfeuer vom ukrainischen Territorium aus getroffen. Zerstört wurden einige Gebäude und Grenzanlagen, ingenieurstechnische Kommunikationen wurden beschädigt. Glücklicherweise gab es keine Toten.
Militär: Ukraine will Kampfhandlungen näher zu russischer Grenze verlegen | Sicherheit und Militär | RIA Novosti
Nach Poroschenkos Waffenpause: Artillerie nimmt Slawjansk wieder unter Beschuss
Ungeachtet der von Präsident Pjotr Poroschenko per Erlass angeordneten einwöchigen
Waffenruhe hat die ukrainische Artillerie die belagerte Stadt Slawjansk im Osten des Landes in der Nacht zum Samstag wieder unter Beschuss genommen. Das teilte ein Sprecher des Exekutivkomitees von Slawjansk RIA Novosti mit.
„Etwa um Mitternacht wurde der Vorort Artjom beschossen. Ortsbewohner berichteten auch über den Einsatz von Brandbomben im Vorort Semjonowka, was das Exekutivkomitee weder bestätigen noch dementieren kann“, hieß es.
Zudem berichteten Ortsansässige über schwere Kämpfe im Raum des Grenzübergangspunktes Uspenka im Gebiet Donezk. Details lagen zunächst nicht vor. Beschossen wurden auch ein Checkpoint im Raum der Siedlung Dolschanski und der Grenzübergangspunkt Iswarino im benachbarten Gebiet Lugansk.
Am Freitagabend hatte Poroschenko eine siebentägige einseitige Feuerpause angeordnet. Oligarch Igor Kolomojski kündigte darauf an, er werde Poroschenkos Befehlen nicht folgen und die „Separatisten“ mit seiner Privatarmee bis zum Ende bekämpfen.
Zwei Wochen nach der Amtseinführung von Präsident Pjotr Poroschenko wurden die Kampfhandlungen auf das beinahe gesamte Gebiet Donezk ausgedehnt. Wenn bislang die Stadt Slawjansk als Krisengebiet galt, laufen jetzt „Frontberichte“ von allen Teilen der selbsternannten Volksrepublik Donezk ein, darunter aus Mariupol, Kramatorsk, Gorlowka und mehreren anderen Städten. Nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums kamen bei den Kämpfen
mehr als 200 Zivilisten ums Leben, darunter Frauen und Kinder.
Moskau bezeichnet den Einsatz als eine Strafoperation und fordert Kiew auf, sie unverzüglich einzustellen.
Nach Poroschenkos Waffenpause: Artillerie nimmt Slawjansk wieder unter Beschuss | Sicherheit und Militär | RIA Novosti