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Der Ukraine Sammelthread

Hunderte Wohnhäuser in Kiew zwei Monate ohne Heizung
Wegen der russischen Angriffe auf ein wichtiges Kraftwerk müssen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mitten im Winter mehr als 1.100 Wohngebäude mindestens zwei Monate lang ohne Heizung auskommen. Das Wärmekraftwerk Darnyzja wurde bei den Angriffen schwer beschädigt, wie Kiews Bürgermeister Witali Klitschko gestern in Onlinenetzwerken mitteilte. Es werde „mindestens zwei Monate“ dauern, um die Systeme und Anlagen im Kraftwerk wieder instand zu setzen.

Russland attackiert seit Monaten die ukrainische Energieinfrastruktur. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen der Kältewelle um eine kurzzeitige Einstellung der Angriffe auf Kiew und andere Städte gebeten.

Am Dienstag nahm Moskau seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt wieder auf, vielerorts war die Energieversorgung unterbrochen. Hunderttausende Menschen sind daher bei Temperaturen um die minus 20 Grad Celsius ohne Strom und Heizung.

 
Drei Stunden Hoffnung, fünf Jahre Krieg – Friedensgespräche enden in Abu Dhabi natürlich ohne Durchbruch
Nach zwei Tagen Verhandlungen in Abu Dhabi haben Vertreter Russlands, der Ukraine und der Vereinigten Staaten die Gespräche am 5. Februar 2026 bereits nach wenigen Stunden beendet. Öffentlich erklärten alle Seiten die Treffen erwartungsgemäß für konstruktiv und kündigten weitere Gesprächsrunden an. Greifbare Ergebnisse blieben jedoch weitgehend aus. Ist man ehrlich, würde das Wort „gescheitert“ diese ganze Farce besser beschreiben. Einzig ein Gefangenenaustausch wurde verkündet, während die entscheidenden Streitpunkte weiterhin ungelöst bleiben und der Krieg sich seinem fünften Jahr nähert.

Die Delegationen hatten sich mit dem pressetauglichen Ziel getroffen, Fortschritte bei den beiden zentralen Konfliktlinien zu erzielen: der Zukunft der von Russland besetzten Gebiete im Osten der Ukraine sowie Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem möglichen Kriegsende. Hinter verschlossenen Türen blieb unklar, welche Positionen konkret ausgetauscht wurden. Eine deutliche Botschaft kam stattdessen unmittelbar vor Beginn der Gespräche aus Russland selbst, als massive Angriffe auf das ukrainische Stromnetz während eines eisigen Winters die Verwundbarkeit der zivilen Infrastruktur erneut offenlegten.

Vertreter der ukrainischen Seite bezeichneten die Gespräche zwar als konstruktiv, konzentrierten sich in ihren öffentlichen Äußerungen jedoch stärker auf die Organisation und Vermittlung durch die Vereinigten Arabischen Emirate und die Vereinigten Staaten als auf konkrete Verhandlungsergebnisse. Auch die US-Seite versuchte, das Resultat als Erfolg darzustellen. Der Sondergesandte Steve Witkoff erklärte, Russland und die Ukraine hätten sich auf den Austausch von 314 Kriegsgefangenen geeinigt. Kurz nach Abschluss der Gespräche tauschten beide Seiten tatsächlich jeweils 157 Gefangene aus. Solche Austauschaktionen finden allerdings seit Jahren regelmäßig statt und gelten nicht als politischer Durchbruch.

 
Schrott im Anflug: Russische Shahed-Motoren sind nach wenigen Stunden kaputt
Ukrainische Freiwillige setzen Motoren abgestürzter russischer Drohnen wieder instand und sind entsetzt über die Qualitätsstandards

In der Ukraine hat sich längst ein technologischer Abnutzungskrieg entwickelt. Im Zentrum stehen dabei oft jene surrenden Kamikaze-Drohnen, die unter dem iranischen Namen "Shahed" bekannt wurden. Wie eine aktuelle Analyse der ukrainischen Stiftung Zampotech zeigt, klafft zwischen dem iranischen Original und den russischen sowie chinesischen Nachbauten eine massive Qualitätslücke, vor allem, was die Motoren betrifft.

Während das iranische Ursprungsmodell noch eine gewisse Robustheit aufweist, erweisen sich die in Russland und China gefertigten Motoren oft als technisch minderwertige Wegwerfprodukte mit einer Lebensdauer, die kaum über einen einzigen Flug hinausreicht. Die ukrainischen Quellen werten die extrem geringe Qualität als Hinweis auf eine Ressourcenknappheit auf russischer Seite – und den verzweifelten Versuch, die Kosten zu drücken.

Nach vier Stunden ist Schluss
Zum Vergleich: Ein MD550-Motor aus iranischer Produktion erreicht in der Regel eine Betriebszeit von etwa 20 Stunden oder mehr. Im krassen Gegensatz dazu stehen die russischen Kopien, die im Schnitt lediglich vier bis fünf Stunden durchhalten. Noch dramatischer ist die Situation bei den chinesischen Varianten: Diese geben oft bereits nach anderthalb bis zwei Stunden den Geist auf, weil sich die Kolben festfressen. Für die strategische Planung bedeutet dies, dass diese Motoren für kaum mehr als ein oder zwei Einsätze konzipiert sind. Das macht laut Einschätzung der Experten von Zampotech zwar eine Wartung nahezu unmöglich, wird für eine Einwegwaffe wie eine Kamikaze-Drohne aber offenbar als ausreichend erachtet.

 
Hintergrundrecherche: Das gebrochene Versprechen von Mariupol und das Dokument der Wut
Mehrere Schüsse in einem Wohnblock im Nordwesten Moskaus. Generalleutnant Wladimir Alexejew, 64 Jahre alt, erster stellvertretender Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, wird schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Angreifer entkommt. Ermittler sichern Spuren auf der Wolokolamsker Chaussee, werten Überwachungskameras aus und befragen Anwohner. Offiziell läuft ein Verfahren wegen versuchten Mordes. Aus dem Kreml heißt es, Präsident Wladimir Putin werde laufend informiert, man hoffe, der General überlebe. Die Moskauer Staatsanwaltschaft teilte mit, Alexejew sei in einem Wohnhaus im Nordwesten der Hauptstadt von einem unbekannten Täter mehrfach angeschossen worden. Der Angreifer sei geflüchtet. „Ermittlungsmaßnahmen und operative Fahndungen werden durchgeführt, um die an der Tat beteiligte Person oder Personen zu identifizieren“, erklärte die Sprecherin des Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko.

Alexejew ist nicht irgendein Offizier. Er gilt als Nummer zwei im GRU und spielte in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle. Seine Laufbahn begann bei den sowjetischen Luftlandetruppen, später wechselte er in den militärischen Nachrichtendienst. Spätestens seit 2011 sitzt er in der Führungsebene. In Russland wurde er für seine Rolle beim Militäreinsatz in Syrien mit dem Titel „Held Russlands“ ausgezeichnet. International steht sein Name seit Jahren auf Sanktionslisten. Nach dem Nervengiftanschlag von Salisbury 2018 geriet die GRU ins Visier europäischer Regierungen, auch Alexejew wurde von der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sanktioniert. Die USA führten ihn im Zusammenhang mit russischen Einfluss- und Cyberoperationen.

2022 nahm er an den Verhandlungen während der Belagerung von Mariupol teil, als die letzten Verteidiger das Stahlwerk Asowstal verließen. Damals versprach er die Einhaltung der Genfer Konvention und humane Haftbedingungen für gefangene ukrainische Soldaten. Seine Unterschrift steht unter dem Dokument, das in Mariupol unterzeichnet wurde. Im Gegenzug übergab die Ukraine drei russische Kriegsgefangene, medizinisch versorgt, mit Nahrung und Wasser ausgestattet. Es war ein seltener Moment, in dem selbst in einem erbitterten Krieg Regeln gelten sollten.

Doch Berichte über Misshandlungen, verweigerte medizinische Hilfe und gezielte Unterernährung gefangener Asow-Kämpfer ließen dieses Versprechen zerfallen. Der ukrainische Militärnachrichtendienst HUR führt Alexejew als Mitverantwortlichen für die Vorbereitung von Zielkoordinaten bei Angriffen auf zivile Infrastruktur sowie für die Organisation des sogenannten Referendums in der Region Cherson. Diese Vorwürfe stammen aus Kiew, von russischer Seite werden sie bestritten oder nicht kommentiert.

 
Neue russische Angriffe: Weite Teile der Ukraine ohne Strom
Ein großangelegter Angriff der russischen Streitkräfte auf die ukrainische Energieinfrastruktur hat nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers in weiten Teilen der Ukraine Stromausfälle verursacht.

Infolge der Schäden durch den „massiven Angriff“ sei heute Früh in den meisten Regionen der Strom abgeschaltet worden, erklärte der Netzbetreiber Ukrenergo im Onlinedienst Telegram. Der Angriff dauere noch an. Sobald die Sicherheitslage es zulasse, werde mit Reparaturarbeiten begonnen, fügte Ukrenergo hinzu.

 
Der zweite Winter
Yevgenia Mykhailivna Bezfamilna war 88 Jahre alt. Als Kind überlebte sie den Holocaust. Nun starb sie allein in ihrer Wohnung im historischen Zentrum von Kiew, einer europäischen Hauptstadt unter permanentem Beschuss. Ihr Nachname stammt aus einem Waisenhaus nach dem Krieg. Bezfamilna bedeutet „ohne Familie“. Niemand wusste mehr, wer sie gewesen war, bevor alles ausgelöscht wurde. Keine Dokumente. Keine Angehörigen. Kein rekonstruierbarer Ursprung.

Sie gehörte zu jenen jüdischen Kindern, die durch ein Vernichtungsregime hindurchkamen und danach ein ganzes Leben lang mit diesem Überleben weiterlebten. Nachbarn beschrieben sie als zurückhaltend, vorsichtig, verschlossen. Sie hatte früh gelernt, dass Vertrauen im falschen Moment tödlich sein kann. In ihre Wohnung durfte niemand einfach eintreten. Sie hatte keine Kinder, keine Verwandten. Nur die nahegelegene Synagoge war ein Ort, an dem sie sich unter ihresgleichen fühlte. Menschen brachten Suppe, Lebensmittel, Hygieneartikel, kleine Aufmerksamkeiten. Sie kümmerten sich. Doch sie öffnete selten die Tür. Wer den Krieg als Kind nur überlebt, weil er unsichtbar bleibt, verlernt das Bitten.

Zwei Wochen vor ihrem Tod platzten die Leitungen in ihrer Wohnung. In diesen Tagen sank die Temperatur in Kiew zeitweise auf unter minus 24 Grad. Ganze Stadtviertel waren wiederholt ohne stabile Versorgung mit Wärme, Wasser und Strom. Für viele bedeutete das Entbehrung. Für Hochbetagte bedeutete es Lebensgefahr. Einige glaubten zunächst, sie sei erfroren. Offiziell wird als Todesursache Herzversagen infolge einer chronischen ischämischen Herzerkrankung angegeben. Die Polizei erklärte, die Wohnung sei weitgehend trocken gewesen, lediglich in der Küche habe es nach dem Rohrbruch Wasser gegeben. Medien sollten nicht spekulieren.

 
Selenskyj
USA wollen Ukraine-Krieg bis Juni beenden
Geht es nach den USA, soll der Krieg in der Ukraine bis Anfang dieses Sommers vorbei sein. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag. Zudem soll es eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland und der Ukraine in Miami geben. Erst kürzlich waren zweitägige, von den USA vermittelte Friedensgespräche in Abu Dhabi ohne Durchbruch zu Ende gegangen.

Die USA hätten „erstmals vorgeschlagen“, dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen, teilte Selenskyj mit. Die Ukraine habe dem zugestimmt. Washington wolle zudem ein Ende des bald seit vier Jahren andauernden Krieges „bis zum Beginn des Sommers, bis Juni“, fügte er hinzu. Er erwarte entsprechenden Druck, damit dieser Zeitplan auch halte: „Sie werden alles tun, damit dieser Krieg ein Ende findet.“

Trump hatte vor seinem Amtsantritt versprochen, dass er den Krieg binnen 24 Stunden beenden werde. Später wurde eine Einigung binnen der ersten 100 Tage seiner Amtszeit in Aussicht gestellt. Es folgten weitere Deadlines, im Dezember schließlich sagte Trump, dass eine Einigung zu 95 Prozent fertig sei. Die jüngsten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine blieben jedenfalls ohne Druchbruch, auch wenn die Gespräche laut Kiew „wirklich konstruktiv“ waren.

Konfliktparteien liegen weit auseinander

 
100.000 Menschen im westrussischen Belgorod ohne Wasser
In der westrussischen Großstadt Belgorod ist nach Angriffen aus der benachbarten Ukraine laut Behörden die Wasserversorgung teilweise zusammengebrochen. Heute Früh sei an zwei Wasserentnahmestellen die Stromzufuhr ausgefallen, teilte die Stadtverwaltung auf sozialen Netzwerken mit.

Daher gebe es Probleme in den nördlichen und zentralen Stadtvierteln Belgorods. Ohne Wasser seien derzeit rund 100.000 Menschen, sagte Bürgermeister Walentin Demidow.

Reparaturarbeiten im Gang
Belgorod liegt an der Grenze zur Ukraine und wird von russischen Truppen sowohl als Aufmarschgebiet genutzt als auch zum Beschuss ukrainischen Territoriums. Daher ist die Region eine der am schwersten zerstörten russischen Gebiete seit Kriegsbeginn. Insgesamt leben in Belgorod offiziellen Angaben nach gut 300.000 Menschen.

 
Russland kritisiert US-Vorgehen bei Friedensverhandlungen
Bei den Verhandlungen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden sollen, hat Moskaus Außenminister Sergej Lawrow den USA indirekt Wortbruch vorgeworfen.

Russlands Machthaber Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hätten sich bei ihrem Treffen in Alaska im August auf Prinzipien für eine Lösung geeinigt, die Washington nun aber ablehne, beklagte Lawrow in einem heute auf der Seite des Ministeriums veröffentlichten Interview mit dem Portal Brics TV.

„Jetzt sind sie nicht bereit“, warf Lawrow der Trump-Regierung vor. Auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass die in Anchorage getroffenen Vereinbarungen für Russland der einzige Weg seien, bei den Verhandlungen einen Durchbruch zu erzielen. Die Gespräche würden auch fortgesetzt, sagte er.

Moskau fordert Rückzug aus Donbas
Russland besteht etwa darauf, dass die Ukraine ihre Truppen komplett aus dem umkämpften, großteils seit mehr als zehn Jahren russisch besetzen Donbas – das sind die gesamten Gebiete Luhansk und Donezk – abzieht. Bei den trilateralen Verhandlungen zwischen Ukrainern, Russen und den USA als Vermittler gab es in dieser Frage bisher keine Bewegung.

 
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