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Die AfD als Retterin des Abendlandes?

Die ersten Bilder aus Gießen
In Gießen trifft seit dem frühen Morgen ein Strom von Demonstrierenden ein, die gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation protestieren wollen. Rund um den Hauptbahnhof sieht man erste Gruppen, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot aus dem ganzen Bundesgebiet. Die Stadt hat sich auf einen Ausnahmezustand eingestellt: 30 angemeldete Demonstrationen, etwa 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und mehr als 6000 Einsatzkräfte, die aus 15 Bundesländern zusammengezogen wurden. Hessens Innenminister spricht offen von einer „herausfordernden Großlage“. Schon vor Sonnenaufgang warnte die Polizei vor Staus und Sperrungen, weil sich unzählige Reisebusse auf den Weg nach Gießen gemacht haben. In der Ringallee stehen eigens eingerichtete Flächen bereit, um die Anreise überhaupt bewältigen zu können.
Während die Nacht noch ruhig verlief, zeigt der Morgen, wie groß die Ablehnung gegen die geplante Neugründung der AfD-Jugend ist. Gewerkschaften, Studierendenverbände, linke Gruppen, kirchliche Initiativen, Attac, Jusos und Omas gegen Rechts – ein ungewöhnlich breites Bündnis. Viele von ihnen haben angekündigt, den Zugang zum Veranstaltungsort massiv zu stören, einige wollen die Versammlung blockieren. Die Polizei hat deutlich gemacht, dass Blockaden nicht rechtmäßig seien, und warnt vor möglichen Ausschreitungen. Die Bundeswehr hat ihre Soldaten sogar darauf hingewiesen, bestimmte Bereiche zu meiden. Gießen wird für einen Tag zum Brennpunkt eines Konflikts, der zeigt, wie polarisiert dieses Land inzwischen ist. Denn mit „Generation Deutschland“ versucht die AfD, nach der Auflösung ihrer alten Jugendorganisation ein neues Projekt zu starten – ausgerechnet in einer Stadt, die heute deutlicher denn je zeigt, dass viele Menschen das nicht unwidersprochen hinnehmen.

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Proteste gegen Gründung neuer AfD-Jugendorganisation
Draußen große Proteste, im Saal große Einigkeit: In Gießen im deutschen Bundesland Hessen hat sich gestern die neue Jugendorganisation der vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsradikal eingestuften Partei Alternative für Deutschland (AfD) mit dem Namen Generation Deutschland (GD) gegründet.

Zehntausende Gegner und Gegnerinnen versammelten sich in Gießen, die meisten von ihnen protestierten friedlich. An einigen Orten gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Diese setzte mehrmals Wasserwerfer ein und verhinderte, dass der Versammlungsort gestürmt wurde.

Bis zum frühen Nachmittag wurden zehn bis 15 verletzte Beamte gezählt. Das Uniklinikum Gießen-Marburg sprach zudem von rund 15 leicht verletzten Demonstranten mit ambulanter Behandlung bis zum Nachmittag. Zahlen zu Festnahmen oder Platzverweisen konnte die Polizei nicht nennen.

Proteste seit der Früh
Die Proteste begannen schon am frühen Morgen. Aktivisten und Aktivistinnen blockierten mehrere Straßen in der Gießener Umgebung, um eine Anreise zu dem Gründungskongress zu verhindern. Das Treffen begann mit rund zweistündiger Verspätung.

 
Der neue AfD-Jugendchef – und seine Spur ins Herz der extremen Rechten
Jean-Pascal Hohm, neuer Vorsitzender der AfD-Jugend „Generation Deutschland“, blickt auf einen politischen Werdegang zurück, der seit Jahren enge Verbindungen zu rechtsextremen Netzwerken erkennen lässt. Bereits 2014 gehörte er zu den Gründungsfiguren der Brandenburger „Jungen Alternative“. Spätestens ab 2016 pflegte er nachweislich Kontakte zur „Identitären Bewegung“. Im selben Jahr absolvierte er ein Praktikum bei der Kampagnenorganisation „Ein Prozent“, die als zentraler Akteur der Neuen Rechten gilt.

Wenige Monate später beteiligte er sich an einer Sitzblockade der Identitären vor der CDU-Bundeszentrale in Berlin. 2017 verlor Hohm eine Stelle als Fraktionsmitarbeiter im Landtag, nachdem seine Identitären-Kontakte öffentlich geworden waren. An seiner Ausrichtung änderte das jedoch wenig. 2018 reiste er nach Rom zu Vertretern der neofaschistischen Bewegung „Casa Pound“, deren Mitglieder sich selbst als „Faschisten des dritten Jahrtausends“ bezeichnen, Mussolini verehren und offen den „römischen Gruß“ zeigen – in Deutschland ein strafbarer Hitlergruß. 2019 bekannte sich Hohm auf Facebook zu einer „programmatischen Nähe“ zu mehreren rechten Burschenschaften.

Im Gutachten des Verfassungsschutzes taucht er zudem wegen seiner Nähe zum neurechten Magazin „Arcadi“ auf. Noch im selben Jahr gab er ein Parteiamt auf, nachdem seine Kontakte zu Neofaschisten erneut öffentlich kritisiert worden waren. Auch 2021 setzte er diesen Kurs fort: Im Dezember marschierte Hohm an der Spitze einer Demonstration in Cottbus, deren Frontblock aus vermummten Neonazis bestand. Der Slogan in Gießen der AFD: „Zeit für Deine Zukunft“- Seine wurde bereits geschrieben, in der Vergangenheit. Und auch diese hat er selbst geschrieben. Fortsetzung folgt …, unsere Recherchen laufen erst an.

 
Unser Artikel: Der neue AfD-Jugendchef – und seine Spur .... ist jetzt bei uns in den Artikel, ihr wisst schon warum

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Nach heftiger Kritik
Familienunternehmer rudern zurück: AfD-Einladung war Fehler
Heftige Kritik und Verbandsaustritte erntete der Verband der Familienunternehmer nach seiner Öffnung zur AfD. Nun vollzieht der Verband eine Kehrtwende.

Nach scharfer Kritik und dem Austritt vom Mitgliedsunternehmen hat der Verband der Familienunternehmer seine Position zum Umgang mit der AfD korrigiert. Die Einladung von AfD-Abgeordneten zu einem Parlamentarischen Abend habe sich als Fehler herausgestellt, teilte die Präsidentin Marie-Christine Ostermann am Sonntagabend nach Gremiensitzungen ihres Verbandes mit. "Wir müssen andere Wege der Auseinandersetzung finden, wie wir der AfD kritisch begegnen und gleichzeitig deutlich machen können, wofür wir stehen", fügte sie hinzu.

In der Vorwoche war bekannt geworden, dass der Verband zu einer Veranstaltung im Oktober auch AfD-Politiker eingeladen hatte. Die Deutsche Bank hatte dem Verband daraufhin Räumlichkeiten in ihrer Repräsentanz in Berlin für weitere Veranstaltungen gekündigt. Mitgliedsunternehmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola hatten aus Protest gegen den neuen Kurs die Unternehmervereinigung verlassen.

 
Die AfD belügt sich selbst – und ihre Wähler gleich mit – 700.000 Ukrainer sollen abgeschoben werden
Tino Chrupalla hat sich mal wieder gegeben wie einer, der Abstand halten will zu den Radikalsten in seiner eigenen Partei. Aber, er schafft das nicht und das zeigt, wie radikal diese Partei einfach ist. Denn kaum weht der Wind ein bisschen anders, fordert er plötzlich in der bekannten AFD-Manier eine „millionenfache Abschiebung“. 1.000.000 müsse raus, sagt er – sogar die rund 700.000 Ukrainer, die vor Putins Krieg nach Deutschland geflohen sind. Der gleiche Mann, der eben noch vor „überzogenen Forderungen“ warnte, redet nun wie jemand, der jedes Maß verloren hat. Und es passt zu einer Partei, die seit Jahren versucht, ihre eigene Radikalität hinter wechselnden Fassaden zu verstecken.

Noch heute gab sich die Parteispitze verstört über den Auftritt von Alexander Eichwald, AFD als hätte man mit seinen Forderungen nichts zu tun. Man tat so, als sei er ein Einzelgänger, einer, der aus der Reihe tanzt und daher geprüft werden muss. Doch jetzt, da Chrupalla dieselben Forderungen fast wortgleich wiederholt, ist klar, wie wenig Distanz jemals existierte. Dass Eichwald bei der Wahl am 29. November in der sogenannten „Generation D“ auf zwölf Prozent kam, zeigt nur, wie empfänglich ein Teil der Wähler für extreme Parolen geworden ist. Die AfD hat Eichwald innerlich nie wirklich widersprochen, auch wenn einige AfD-Anhänger ihre Entrüstung über den Auftritt äußerten – wobei das größte Problem für viele offenbar darin lag, dass er „Genossen“ statt „Kameraden“ sagte, was einen ehemaligen Marinesoldaten völlig aus der Fassung brachte. In solch sensiblen Bereiche wäre ein Hintergrundcheck vielleicht keine schlechte Idee. Auf der offiziellen Seite des Herforder Stadtrats erscheint Eichwald als „sachkundiger Bürger“. Er arbeitet dort für die AfD-Fraktion und sitzt seit Herbst 2025 unter anderem im Jugendhilfeausschuss. Der umstrittene AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich bestätigte, dass Eichwald aus seinem NRW-Landesverband stammt. Den Auftritt nannte er „unterhaltsam, aber verrückt“.

 
Die moderate Alternative fängt ja gut an. :mrgreen:

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Der Mann mit dem rollenden R
Wenn jemand wie Hitler oder Goebbels redet – Satire oder Nostalgie?
Der Mann hat offenbar auf Youtube (oder in dem Klassiker „Hitler – Eine Karriere“) die Reden von Hitler und Goebbels gut studiert:
Das Gefuchtel mit dem Zeigefinger;
das gerrrollte Führrrer-"R" in "Minderrrheit" ;
die Phrase und die Betonung bei "unser Volk, unsere Heimat, unsere Kultur";
und der schaurige Singsang bei "wo ein deutsches Kind nieeee wieder Scham empfinden sollte, weil es zu einer Minderheit an einer deutschen Schule wurde ..." – das hat ein Herr mit dem sprechenden Namen "Alexander Eichwald" sehr gut getroffen. Dass der Mann, angeblich AfD-Parteimitglied, solches vor dem Kongress der Jugendorganisation der extrem rechten AfD von sich gegeben hat, zeugt von einem beachtlichen Willen, die großen Vorbilder nachzuahmen. Möglicherweise ernst gemeint, aber eher Satire.

Hierzulande können wir das ja auch erleben – in einem Bierzelt oder auf einem FPÖ-Parteitag. Ob das allerdings satirisch gemeint sein könnte, ist sehr die Frage. Wenn etwa Herbert Kickl von "Systemparteien", "Volksverrat" und "internationalen Eliten" redet, deren Ziel die "Entwurzelung der Völker" sei, dann verwendet er Schlüsselbegriffe des Nationalsozialismus und Hitlers. Ob (unwahrscheinliche) Unwissenheit oder sehr genaues Wissen über die Geschichte – es ist der Sound jener Zeit, den wir da zu hören bekommen. Echt und unverfälscht. (Hans Rauscher, 1.12.2025)

 
ESN-Party, Generation Deutschland und der Missbrauch des Erasmus-Namens – wie Rechtsextreme mit Studentenpartys junge Leute ködern
In Berlin hängt seit Wochen die gleiche Einladung in manchen Feeds: „Europe Vibes“, „erste ESN-Studentenparty“, dazu Sektgläser, junge Gesichter, ein EU-Abgeordneter, der ein Grußwort spricht. Wer studiert oder im Austauschsemester hier ist, denkt automatisch an das, was „ESN“ seit Jahren bedeutet: Erasmus Student Network, internationale Kontakte, Buddy-Programme, Partys, bei denen Spanierinnen, Polen, Deutsche und viele andere zusammen feiern. Genau auf dieser Strategie setzt die neue „ESN-Studentenparty“ – nur dass dahinter nicht Erasmus steht, sondern die europäische Rechtsaußen-Partei „Europa der Souveränen Nationen“ und ein Milieu, in dem die AfD eine Schlüsselrolle spielt.

Um zu verstehen, wie perfide dieser Trick ist, lohnt der Blick auf das Original. Das Erasmus Student Network ist seit Ende der achtziger Jahre ein ehrenamtliches Netz von Studierenden, das Austauschprogramme mit Leben füllt: Hilfe beim Ankommen, Formulare, Wohnungssuche, Sprachabende, Stadtführungen, Ausflüge, Partys. Die Gruppen an den Hochschulen arbeiten eng mit Unis, ASten und International Offices zusammen. Wer zu einer ESN-Party geht, erwartet keine versteckte Parteizentrale, sondern ein bunt gemischtes Publikum, das Europa im Alltag erfahrbar macht – mit all seinen Sprachen, Biografien und Konflikten, aber ohne Rekrutierungskampagne für irgendeine Partei.

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Fragen Sie Frau Eva:
Leni Rastlos ist einfach nur entsetzt, wie selbstverständlich ein großer Teil der Wirtschaft den AfDeppen den roten Teppich ausrollen.
,,Der Verband der Familienunternehmer hat beschlossen, sich für Gespräche mit der AfD zu öffnen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte, man müsse die Partei inhaltlich stellen. Die Sehnsucht nach der AfD könne dann verfliegen, wenn deutlich gemacht werde, dass ihre Politiker oftmals inhaltlich blank oder widersprüchlich seien. Damit rückt der Verband von seiner bisherigen Strategie ab, eine Brandmauer gegen die in großen Teilen rechtsextreme Partei zu ziehen.
Der Wirtschaftsverband „Die Familienunternehmer“ zählt nach eigenen Angaben 6500 Mitglieder, was etwa 0,2 Prozent aller Familienunternehmen hierzulande entspricht – beansprucht jedoch, die politischen Interessen „von mehr als 180.000 Familienunternehmen“ zu vertreten. Namentliche Angaben zu seinen Mitgliedern veröffentlicht der Verband auf seiner Homepage nicht.
Nicht zu verwechseln ist der Verband mit der „Stiftung Familienunternehmen“. Diese hat aus aktuellem Anlass ihre Position bekräftigt: Sie hält Abstand zu extremen Parteien. Die Programmatik der AfD gefährde das Familienunternehmertum in Deutschland.
Warum ändert der Verband seinen Umgang mit der AfD?
Bereits im Frühjahr habe man beschlossen, mit einzelnen AfD-Fachpolitikern zu sprechen, erklärte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann. Auf seiner Homepage betont der Verband, dass er keine Regierung mit AfD-Beteiligung anstrebe. Das Weltbild der Partei passe nicht zur eigenen freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung; eine inhaltliche Auseinandersetzung scheue man jedoch nicht.
Weiter heißt es: „Die Hoffnung, ein Viertel der bundesdeutschen Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr zu bewegen, ist nicht aufgegangen. Jetzt hilft nur noch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD – jenseits von schlichten Kategorisierungen in ‚gut‘ und ‚böse.
Im Oktober 2025 hatten „Die Familienunternehmer“ den AfD-Politiker Leif-Erik Holm zu einem sogenannten Parlamentarischen Abend in einer Berliner Niederlassung der Deutschen Bank eingeladen. Während der Verband betont, kritisch mit der AfD diskutieren zu wollen, berichtet Holm von einem relativ harmonischen Abend, bei dem vor allem Themen zur Sprache kamen, bei denen man Gemeinsamkeiten sehe.

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