Ursula Plassnik über "Zerstörer" Trump, EU-Armee und Putin
"Nicht das Amerika, dem wir dankbar sind", sagt Ex-Außenministerin bei Armin Wolf in der "ZiB 2"
US-Präsident Trump kritisiert Europa als "schwach", eine US-Sicherheitsdoktrin sieht eine Untergrabung demokratischer Prozesse. Strafen gegen US-Techkonzerne bezeichnet Trump etwa als "gemein". Das Verhältnis zwischen den USA und der EU ist also – gelinde gesagt – sehr angeschlagen. Wie sieht Ex-Außenministerin Ursula Plassnik das amerikanisch-europäische Verhältnis? Trump habe in manchen Punkten gar nicht unrecht, sagt sie, kritisiert aber den Tonfall und die Art, wie Europa dargestellt werde. "Vielleicht kann man ein paar Amerikaner einmal einladen, längere Zeit in Europa zu sein, um zu begreifen, was wir seit 70 Jahren tun. Nämlich eine Friedens- und Rechtsunion zu sein".
"Welt ein bisschen auf den Kopf gestellt"
Wenn Trump, der Medien mit Milliardenklagen auf Linie bringen will, der EU etwa vorwirft, die Meinungsfreiheit einzuschränken, dann sieht sie "die Welt ein bisschen auf den Kopf gestellt". "Wenn wir zu 27. zusammenarbeiten, mit Partnern auf diesem Kontinent und auch außerhalb, dann macht uns das stärker, nicht schwächer". Plassnik weist auch auf Trumps sinkende Popularitätsraten hin, es habe "längst ein anderer Wind zu wehen begonnen".
Die USA würden den Widerstand in einzelnen Staaten gegen den derzeitigen Europa-Kurs stärken wollen und dabei auf patriotische, nationalistische Parteien hoffen, analysiert Wolf das US-Papier, "de facto heißt das, die USA wollen in einzelnen europäischen Ländern Regierungswechsel erreichen". Es sei nicht das Amerika, "das wir in den letzten 80 Jahren erlebt haben", so Plassnik. "Das ist auch nicht das Amerika, dem wir dankbar sind für verschiedene Teile unserer Entwicklung und unserer eigenen Geschichte". Dass der Kreml das US-Papier als Erster begrüßt hat, sei "bezeichnend". Putin sei heute auf Zerstören aus, er wolle heute nicht nur die Ukraine zerstören, sondern auch das europäische Lebensmodell.
www.derstandard.at
"Nicht das Amerika, dem wir dankbar sind", sagt Ex-Außenministerin bei Armin Wolf in der "ZiB 2"
US-Präsident Trump kritisiert Europa als "schwach", eine US-Sicherheitsdoktrin sieht eine Untergrabung demokratischer Prozesse. Strafen gegen US-Techkonzerne bezeichnet Trump etwa als "gemein". Das Verhältnis zwischen den USA und der EU ist also – gelinde gesagt – sehr angeschlagen. Wie sieht Ex-Außenministerin Ursula Plassnik das amerikanisch-europäische Verhältnis? Trump habe in manchen Punkten gar nicht unrecht, sagt sie, kritisiert aber den Tonfall und die Art, wie Europa dargestellt werde. "Vielleicht kann man ein paar Amerikaner einmal einladen, längere Zeit in Europa zu sein, um zu begreifen, was wir seit 70 Jahren tun. Nämlich eine Friedens- und Rechtsunion zu sein".
"Welt ein bisschen auf den Kopf gestellt"
Wenn Trump, der Medien mit Milliardenklagen auf Linie bringen will, der EU etwa vorwirft, die Meinungsfreiheit einzuschränken, dann sieht sie "die Welt ein bisschen auf den Kopf gestellt". "Wenn wir zu 27. zusammenarbeiten, mit Partnern auf diesem Kontinent und auch außerhalb, dann macht uns das stärker, nicht schwächer". Plassnik weist auch auf Trumps sinkende Popularitätsraten hin, es habe "längst ein anderer Wind zu wehen begonnen".
Die USA würden den Widerstand in einzelnen Staaten gegen den derzeitigen Europa-Kurs stärken wollen und dabei auf patriotische, nationalistische Parteien hoffen, analysiert Wolf das US-Papier, "de facto heißt das, die USA wollen in einzelnen europäischen Ländern Regierungswechsel erreichen". Es sei nicht das Amerika, "das wir in den letzten 80 Jahren erlebt haben", so Plassnik. "Das ist auch nicht das Amerika, dem wir dankbar sind für verschiedene Teile unserer Entwicklung und unserer eigenen Geschichte". Dass der Kreml das US-Papier als Erster begrüßt hat, sei "bezeichnend". Putin sei heute auf Zerstören aus, er wolle heute nicht nur die Ukraine zerstören, sondern auch das europäische Lebensmodell.
Ursula Plassnik über "Zerstörer" Trump, EU-Armee und Putin
"Nicht das Amerika, dem wir dankbar sind", sagt Ex-Außenministerin bei Armin Wolf in der "ZiB 2"