BYD bringt den Ladekrieg nach Europa: Fünf Minuten, 1.500 kW und ein Angriff auf Tesla
Während Europa noch darüber diskutiert, ob 300 oder 400 kW wirklich notwendig sind, plant BYD bereits ein Ladenetz mit bis zu 1.500 kW. Rund 3.000 Flash-Charging-Stationen sollen bis Frühjahr 2027 in Europa entstehen. Doch hinter den spektakulären Zahlen steckt mehr als ein technischer Rekordversuch: BYD kopiert Teslas Erfolgsrezept und verbindet Fahrzeuge, Batterien und Ladeinfrastruktur zu einem eigenen Ökosystem.
Fünf Minuten. So lange dauert es, einen Kaffee zu bestellen, eine Nachricht zu beantworten oder an einer Tankstelle zu bezahlen. Nach den Plänen von BYD soll diese Zeit künftig auch genügen, um ein Elektroauto von zehn auf 70 Prozent zu laden.
Neun Minuten sollen für eine Ladung von zehn auf 97 Prozent reichen. Und selbst bei minus 30 Grad verspricht der chinesische Konzern lediglich drei zusätzliche Minuten. Möglich machen sollen das die zweite Generation der Blade-Batterie und sogenannte Flash Charger mit einer maximalen Ladeleistung von 1.500 kW.
Das klingt zunächst wie eine jener Ankündigungen, die sich unter Laborbedingungen beeindruckend lesen, im Alltag aber kaum eine Rolle spielen. BYD geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter: Der Konzern entwickelt nicht nur passende Autos, sondern baut gleich das dazugehörige Ladenetz.
Damit beginnt in Europa eine neue Phase des Wettbewerbs.
Rund 3.000 Flash-Charging-Stationen für Europa
Nach Angaben von BYD gegenüber der South China Morning Post sollen bis Ende März 2027 rund 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa in Betrieb sein. Weitere 2.000 Anlagen sind für Nord- und Südamerika sowie 1.000 für die Region Asien-Pazifik vorgesehen. Insgesamt plant BYD damit 6.000 Stationen außerhalb Chinas. Die Abgrenzung zwischen vollständigen Ladestandorten und einzelnen Ladepunkten wird in den bisherigen Angaben allerdings nicht immer eindeutig vorgenommen.