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Spitzen-Poster
Bei Erdogans AKP: Hamas-Chef darf sich in der Türkei feiern lassen - DIE WELT
Die Pressefreiheit in der Türkei: Bevor das Geschrei im Chor in unseren Leitmedien groß wird über das gestrige Statement des türkischen Präsidenten Erdogan, dass in der Türkei mindestens genauso viel Presse- und Meinungsfreiheit existiert wie in Europa, möchte ich insbesondere die seit Jahren medial geblendeten deutschen Leser auf folgende Cover der in der Türkei wöchentlich erscheinenden politischen Zeitschrift Türksolu aufmerksam machen.Übersetzt heißt "Asilacak adamsin ulan!" sinngemäß "Dich muss man erhängen Bursche/Pimpf".
Gökce Firat, der wegen diesem Cover vor Gericht musste, ist mit einer Geldstrafe wegen Beleidigung von umgerechnet ca. 1000,-€ davon gekommen. Für die türkischen Richter, die ja in den Medien nicht selten als Erdogans Marionetten lanciert werden, hat diese Schlagzeile kein Tatbestand im Sinne des Strafrechts "Aufruf zum Mord" dargestellt.
Auf dem zweiten Cover steht "Tayyipi kim vurmak ister?", was soviel bedeutet wie "Wer will Tayyip erschießen/abknallen?".
In diesem Fall, dass ebenfalls vor Gericht endete, konnten sich die Verantwortlichen nicht so erfolgreich mit dem Argument der Pressefreiheit verteidigen. Welche Strafe sie allerdings vom Gericht bekommen haben, konnte ich leider per Internetrecherche nicht ausfindig machen.
Übrigens hat der türkische Präsident in seiner kürzlichen Rede zum wiederholten male behauptet, dass in der Türkei aktuell nur 7 Journalisten in Gefängnissen sitzen, aber nicht wegen journalistischen Tätigkeiten, sondern aus unterschiedlichen Tatbeständen wie Mord und Mitwirkung in Untergrundorganisation usw... Leider liest man kaum etwas weder über diese Äusserungen noch über solche Cover in unseren Medien. Warum wohl, weil es in das permanent lancierte Bild der Türkei als eine fast schon Diktatur nicht so passend ist?
