Die Angst der Nationalisten vor starken Frauen
ist kein Nebenschauplatz. Sie ist Kernbestandteil ihres Weltbilds.
Wer glaubt, beim Nationalismus gehe nur um Fahnen, Grenzen und Heimatlieder, übersieht etwas Zentrales. Es geht um Kontrolle.
Aber nichts bedroht autoritäre Fantasien mehr als Frauen, die sich nicht kontrollieren lassen.
Starke Frauen stellen Fragen.
Sie ordnen sich nicht unter.
Sie akzeptieren keine vorgegebenen Rollen.
Genau deshalb sind sie für Nationalisten ein riesiges Problem.
Auch die FPÖ erzählt seit Jahren dieselbe Geschichte.
Sie spricht von „traditionellen Werten“, von „natürlicher Ordnung“, von der „klassischen Familie“.
Übersetzt heißt das:
Männer führen, Frauen folgen.
Männer entscheiden, Frauen reproduzieren.
Politik ist Männersache, Kritik weibliche Hysterie.
Darum wird Feminismus zur „Genderideologie“ erklärt.
Darum werden Gleichstellung, Selbstbestimmung und Frauenrechte als Bedrohung dargestellt.
Nicht, weil sie der Gesellschaft schaden, sondern weil sie Machtverhältnisse infrage stellen.
Eine Frau, die selbstbestimmt lebt, passt nicht in ein Weltbild, das Hierarchien braucht.
Eine Frau, die politisch klar spricht, stört eine Bewegung, die von einfachen Feindbildern lebt.
Eine Frau, die sich nicht einschüchtern lässt, gefährdet das autoritäre Versprechen von Ordnung und Gehorsam.
Die FPÖ braucht das Bild der schwachen, abhängigen Frau, um ihr Gesellschaftsmodell verkaufen zu können.
Deshalb werden starke Frauen lächerlich gemacht, diffamiert oder als Teil eines angeblichen „Systems“ abgestempelt.
Deshalb richtet sich so viel Hass gegen Journalistinnen, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen oder Politikerinnen, die sich nicht ducken.
Das ist ihr Programm.
Nationalismus funktioniert nur, wenn Menschen ihre Rolle akzeptieren.
Wer diese Rollen sprengt, wird bekämpft.
Bei Frauen ist diese Angst besonders ausgeprägt, weil ihre Selbstbestimmung das ganze Konstrukt ins Wanken bringt.