FPÖ: Hofers Nachfolger lehnt Wahl ab, nimmt Diversion aber an
Nachdem der FPÖ-Klub Sandro Waldmann zum neuen Klubobmann wählte, wurde Christian Ries zum Klubobmann, Waldmann nahm dafür die Diversion der Staatsanwaltschaft an.
Mitte Dezember überraschte Norbert Hofer sogar seinen eigenen FPÖ-Landtagsklub, als er mitteilte, aus dem Amt des Klubobmannes auszuscheiden, um in die Privatwirtschaft gehen zu können. Sein Landtagsmandat werde er aber behalten, teilte er Ende Dezember später mit. Das sei er den Wählerinnen und Wählern, die ihm 34.000 Vorzugstimmen gaben, schuldig. Das Behalten des Landtagsmandats war vor allem für die Entscheidung seiner Nachfolge wichtig. Die ist am Mittwoch in der Klubsitzung in Eisenstadt getroffen worden. Der ehemalige Nationalratsabgeordnete Christian Ries wird die Nachfolge Hofers als Klubobmann der FPÖ Burgenland antreten.
"Es sind große Schuhe, die ich jetzt anziehen darf, die des Norbert Hofer, der dafür gesorgt hat, dass wir bei der Landtagswahl ein hervorragendes Wahlergebnis abliefern durften", sagt Ries im Zuge einer Pressekonferenz. "Jetzt sind wir die zweitstärkste Kraft im Land, und es kommt viel auf uns zu." Ries ist allerdings nicht, wie in der Pressekonferenz angedeutet, mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung gewählt worden. Gewählt wurde Sandro Waldmann.
Gegen Waldmann ermittelt aktuell die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Körperverletzung. Er soll im Sommer in eine Schlägerei bei einem Waldfest mit dem Veranstalter desselben verwickelt gewesen sein. Heute wurde bekannt, dass er das Diversionsangebot der Staatsanwaltschaft in diesem Fall annimmt. Die Wahl zum FPÖ-Klubobmann hat er "aus persönlichen Gründen" nicht angenommen. Kurzerhand wurde in der Sitzung Ries als Nachfolger bestimmt. Gerüchten zufolge soll der Generalsekretär der Bundes-FPÖ, Michael Schnedlitz, als er von der Wahl erfahren hat, das Ergebnis nicht anerkannt haben.
Nachdem der FPÖ-Klub Sandro Waldmann zum neuen Klubobmann wählte, wurde Christian Ries zum Klubobmann, Waldmann nahm dafür die Diversion der Staatsanwaltschaft an.
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