Wenn die Elite der digitalen Stammtische kollektiv den philosophischen Hammer schwingt, bricht verlässlich die Epoche der totalen Erleuchtung an. Ein Blick auf die aktuellen intellektuellen Sternstunden im Netz zeigt echte Titanen des Geistes, die völlig schmerzfrei scharf schießen. Da werden die „linken INtellektuellen“ kurzerhand zu erschlichenen Sonderschülern erklärt, komplette „menschliche Verkommenheit“ attestiert und gefordert, die Linken mögen die Zuwanderung doch bitte aus der „privaten Geldbörse bezahlen“, während „uns Steuerzahler“ das Land in Ruhe am Laufen halten. Ausgerechnet aus jener Ecke, die seit Jahren jede Wissenschaft zum Systemdiktat deklariert, kommt plötzlich ein feinsinniger Exkurs über Bildung und Moral.
Diese Argumentation fasziniert durch eine gesellschaftliche Akrobatik, die man im Zirkus nicht besser hinbekommen würde. Die Realität abseits der patriotischen Parallelwelt ist für das schlichte Gemüt nämlich extrem unerquicklich. Österreichs Sozialstaat wird nicht durch wütendes Tippen in Großbuchstaben finanziert. Das System lebt von den Menschen in den Krankenhäusern, den Schulen, den Pflegeheimen, den Verkehrsbetrieben und den Reinigungsfirmen. Laut Statistik Austria sichern gerade in diesen systemrelevanten Bereichen übrigens Menschen mit Migrationshintergrund den Laden ab. Genau hier schnappt die logische Falle zu: Dieselben Personen, die laut den Kommentaren angeblich „nichts leisten“, sollen gleichzeitig auf magische Weise das gesamte Budget erwirtschaften. Das ist kein politischer Diskurs, das ist intellektuelles Totalversagen auf dem Niveau von Malen nach Zahlen.
Werfen wir einen nüchternen Blick auf die harten Fakten der Wahl- und Sozialforschung, um dem Märchen vom „rechten Nettozahler“ endgültig den Stecker zu ziehen. Die Demografie der FPÖ-Wählerschaft zeigt seit Jahren, dass die Partei überproportional stark in Gruppen mit maximal Pflichtschul- oder Lehrabschluss punktet, während sie im akademischen Sektor im niedrigen Bereich stagniert. Gleichzeitig sind es genau die niedrigen und mittleren Einkommensschichten – die die Basis dieser Wählerschaft bilden –, die statistisch gesehen am stärksten auf die monetären Transfers des Sozialstaates wie Wohnbeihilfe, Familienförderungen oder Mindestsicherung angewiesen sind. Der österreichische Sozialstaat stützt strukturell genau jene Schichten, die im Wahllokal ihr Kreuz bei Blau machen, während die angeblich so verachteten linken und liberalen Wählergruppen in den Ballungsräumen prozentual die höchsten Steuer- und Abgabenlasten tragen, die dieses System überhaupt erst am Leben erhalten.
Noch absurder wird es beim realen Abstimmungsverhalten im Parlament. Während die FPÖ-Wählerschaft den Sozialstaat am dringendsten als Auffangnetz braucht, stimmt die FPÖ-Führung im Nationalrat im Minutentakt gegen genau diesen Sozialstaat. Ob Erhöhung des Arbeitslosengeldes, Ausbau von kostenlosen Kinderbetreuungsplätzen oder die Anpassung des Pflegegeldes an die Inflation: Die freiheitlichen Abgeordneten stimmen verlässlich dagegen. Wer also FPÖ wählt, legitimiert den Abbau des Netzes, das ihn selbst absichert.
Am Ende bleibt beim Betrachten dieser Kommentare vor allem eine tiefschwarze Ironie zurück. Da beschimpfen Menschen im Netz lauthals die Bildungseinrichtungen dieses Landes und liefern im selben Atemzug den perfekten, lebenden Beweis dafür, warum genau diese Einrichtungen so verdammt wichtig wären.
Diese Argumentation fasziniert durch eine gesellschaftliche Akrobatik, die man im Zirkus nicht besser hinbekommen würde. Die Realität abseits der patriotischen Parallelwelt ist für das schlichte Gemüt nämlich extrem unerquicklich. Österreichs Sozialstaat wird nicht durch wütendes Tippen in Großbuchstaben finanziert. Das System lebt von den Menschen in den Krankenhäusern, den Schulen, den Pflegeheimen, den Verkehrsbetrieben und den Reinigungsfirmen. Laut Statistik Austria sichern gerade in diesen systemrelevanten Bereichen übrigens Menschen mit Migrationshintergrund den Laden ab. Genau hier schnappt die logische Falle zu: Dieselben Personen, die laut den Kommentaren angeblich „nichts leisten“, sollen gleichzeitig auf magische Weise das gesamte Budget erwirtschaften. Das ist kein politischer Diskurs, das ist intellektuelles Totalversagen auf dem Niveau von Malen nach Zahlen.
Werfen wir einen nüchternen Blick auf die harten Fakten der Wahl- und Sozialforschung, um dem Märchen vom „rechten Nettozahler“ endgültig den Stecker zu ziehen. Die Demografie der FPÖ-Wählerschaft zeigt seit Jahren, dass die Partei überproportional stark in Gruppen mit maximal Pflichtschul- oder Lehrabschluss punktet, während sie im akademischen Sektor im niedrigen Bereich stagniert. Gleichzeitig sind es genau die niedrigen und mittleren Einkommensschichten – die die Basis dieser Wählerschaft bilden –, die statistisch gesehen am stärksten auf die monetären Transfers des Sozialstaates wie Wohnbeihilfe, Familienförderungen oder Mindestsicherung angewiesen sind. Der österreichische Sozialstaat stützt strukturell genau jene Schichten, die im Wahllokal ihr Kreuz bei Blau machen, während die angeblich so verachteten linken und liberalen Wählergruppen in den Ballungsräumen prozentual die höchsten Steuer- und Abgabenlasten tragen, die dieses System überhaupt erst am Leben erhalten.
Noch absurder wird es beim realen Abstimmungsverhalten im Parlament. Während die FPÖ-Wählerschaft den Sozialstaat am dringendsten als Auffangnetz braucht, stimmt die FPÖ-Führung im Nationalrat im Minutentakt gegen genau diesen Sozialstaat. Ob Erhöhung des Arbeitslosengeldes, Ausbau von kostenlosen Kinderbetreuungsplätzen oder die Anpassung des Pflegegeldes an die Inflation: Die freiheitlichen Abgeordneten stimmen verlässlich dagegen. Wer also FPÖ wählt, legitimiert den Abbau des Netzes, das ihn selbst absichert.
Am Ende bleibt beim Betrachten dieser Kommentare vor allem eine tiefschwarze Ironie zurück. Da beschimpfen Menschen im Netz lauthals die Bildungseinrichtungen dieses Landes und liefern im selben Atemzug den perfekten, lebenden Beweis dafür, warum genau diese Einrichtungen so verdammt wichtig wären.