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Fußball - News, Spekulationen, Berichte etc.

„Unerträglich“
Rassismus trübt Fußball-WM
Vor dem Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft zwischen Frankreich und Spanien am Dienstagabend in Dallas gehen die Wogen hoch. Der ehemalige spanische Premierminister Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei (PP) sorgte mit rassistischen Äußerungen über die französische Nationalmannschaft für Empörung. Es war nicht der erste Rassismuseklat bei dieser WM.

Frankreich verfüge über einen „Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen“, schrieb Rajoy in einem Gastbeitrag für das Onlinemedium El Debate. Die Entrüstung in Spanien und auch in Frankreich war groß. Der amtierende sozialistische Premier Spaniens, Pedro Sanchez, reagierte darauf mit einer Botschaft auf der Plattform X.

 
Beschwerde bei IOC gegen FIFA-Chef Infantino
Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat nach eigenen Angaben gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingelegt. Sie wirft dem mächtigsten Fußballfunktionär vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Der Hauptvorwurf: Infantino soll US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung angeboten haben.

Insgesamt gebe es fünf eindeutige Verstöße, für die es auch „überzeugende Beweise“ gebe, teilte FairSquare mit. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, der trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nicht für das Achtelfinale gegen Belgien aussetzen musste. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt.

 
Was bleibt von der größten Weltmeisterschaft der Geschichte?
104 Spiele, 48 Teams und vier Zeitzonen: Die WM in den USA, Kanada und Mexiko war größer als jede zuvor. Vor Ort zerfiel sie dennoch in mehrere Turniere. Und die Politik verschwand nie ganz

In diesem Im-Fokus-Newsletter schreibt Sportredakteur Andreas Hagenauer darüber, wie sich die Fußball-WM aus nächster Nähe anfühlte – warum sie gerade dort oft kaum als Ganzes zu erfassen war, welche politischen Konflikte sie begleiteten und weshalb am Ende vielleicht nur ein Moment bleibt.

Eine Fußball-WM ist schon lange kein Sprint mehr. Ausdauer war gefragt, besonders heuer. Am Sonntag findet das letzte der 104 (!) Spiele der Endrunde statt. Nach dem Finale zwischen Spanien und Argentinien ist die WM in den USA, Kanada und Mexiko endgültig Fußballgeschichte. Dann wird sie die 2026er-WM heißen. Oder nur 2026. Da ist die Geschichte gnadenlos unkreativ. Aber auch gnadenlos pragmatisch. Nur wenige Momente in der Vergangenheit überstrahlten ein ganzes Turnier derart, dass man sich fast nur noch an sie erinnert. Zum Beispiel Maradonas Handspiel und sein Solo bei der WM 1986 in Mexiko: Das war seine WM, die Maradona-WM.

 
Peles WM-Trikot von 1958 um 4,3 Mio. Euro versteigert
Das WM-Trikot von Brasiliens Fußballlegende Pele aus dem Jahr 1958 hat für mehrere Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Wie das Auktionshaus Sotheby’s mitteilte, wurde das blaue Dress mit der gelben Nummer zehn um 4,88 Millionen Dollar (rund 4,3 Mio. Euro) versteigert.

Teurer war mit rund 8,1 Millionen Euro bisher nur das Trikot von Diego Maradona, das dieser beim 2:1 Argentiniens im WM-Viertelfinale 1986 gegen England getragen hatte.

Auch dank Peles Doppelpack im Finale von 1958 gegen Schweden (5:2) feierte die „Selecao“ damals ihren ersten von fünf WM-Titeln. Sein Trikot soll er laut Angaben von Sotheby’s seinem damaligen Teamkollegen Dida geschenkt haben, der die Nummer zehn zuvor getragen hatte. Laut Angaben wanderte es 1993 aus dem Besitz von Didas Familie in ein Museum zu Ehren von Peles Mitspieler.

 
Sechs Wochen und ein Sündenfall: Trump störte die WM – und die Fifa ließ ihn machen
Nicht nur politische Beeinflussung und der Iran-Krieg warfen einen Schatten auf ein sportlich fesselndes Turnier. Beim Finale am Sonntag könnte es noch einmal unangenehm werden

Vielleicht wird diese WM irgendwann als sportlich großes Turnier in die Geschichte eingehen, welches selbst Donald Trump am Ende nicht zerstören konnte. Sicher ist, dass nach knapp sechs Wochen trotz großer sportlicher Momente, starker Leistungen und wunderbarer Stimmung ein herber politischer Beigeschmack bleibt. Denn nicht nur Trumps erfolgreiche Intervention für einen gesperrten US-Spieler und der Iran-Krieg warfen einen Schatten auf die Spiele. Was von der größten Weltmeisterschaft politisch bleibt, könnte auch von Trumps Auftritt beim Finale abhängen.

Sechs Punkte verdeutlichen, wie Trump die WM störte – und die Fifa ihn gewähren ließ.

 
Freiburg verkauft Manzambi für Rekordsumme
Der Schweizer WM-Spieler Johan Manzambi wechselt vom deutschen Bundesligisten Freiburg, wo auch ÖFB-Teamspieler Philipp Lienhart unter Vertrag steht, zu Aston Villa nach England in die Premier League. Medienberichten zufolge beträgt die für Freiburg historische Ablösesumme bis zu 70 Millionen Euro.

Der 20-jährige Manzambi hatte bei der WM in Nordamerika mit drei Toren und zwei Assists für Furore gesorgt, ehe er von einer Verletzung ausgebremst wurde.

 
Korruption mit Lächeln: Trump kippt die Rote Karte, Infantino nennt es das größte Ereignis der Menschheit
Es gab in diesen Wochen 104 Spiele, Tore aus 30 Metern und einen Gastgeber, der ausschied. Als Donald Trump am Freitag im Trump Tower die Höhepunkte des Turniers durchging, wählte er als den vermutlich unvergesslichsten Augenblick eine Disziplinarentscheidung. Nicht ein Tor. Eine Karte. Der Präsident des Gastgeberlandes, 80 Jahre alt, 2 Tage vor dem Endspiel zwischen Spanien und Argentinien, erinnert sich an einer Weltmeisterschaft vor allem an den Moment, in dem ein Schiedsrichter etwas entschied, das ihm nicht passte.

Der Vorgang ist schnell erzählt. Am 1. Juli trat der US-Stürmer Folarin Balogun im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina auf das Sprunggelenk eines Verteidigers und sah dafür Rot. Die Karte zog eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich, und dieses Spiel war das Achtelfinale gegen Belgien. Am 5. Juli setzte die Disziplinarkommission der FIFA die Strafe überraschend aus. Zwischen beiden Daten liegt ein Telefonat. Trump hat dieses Telefonat nie bestritten, er trägt es vor sich her wie eine Trophäe. Als sie diesem Herrn, begann er am Freitag, ist das eine Rote Karte? Der Mann, der eine Disziplinarentscheidung des Weltverbandes per Anruf aufheben ließ, war sich über den Namen der Karte nicht sicher. Er sei gezwungen gewesen, Gianni anzurufen und einfach eine Empfehlung auszusprechen, erzählte er weiter. Er habe gesagt: Gianni, ich möchte eine Empfehlung aussprechen, lass den Mann spielen. Dann unterbrach er sich selbst, nein, das habe er nicht gesagt, er habe gesagt, er wolle eine Beschwerde einlegen. Und dann, mit der Unschuld eines Mannes, der die Pointe seines eigenen Witzes nicht bemerkt: Er habe ja keine Ahnung gehabt, was daraufhin geschehen würde. Neben ihm stand Gianni Infantino und lächelte.

 
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