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Iran misstraut Washington weiter – Straße von Hormus bleibt globales Risiko
Die iranische Führung macht deutlich, dass sie den Vereinigten Staaten weiterhin nicht vertraut. Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Rande eines Treffens der BRICS-Außenminister, Verhandlungen könnten nur dann weitergehen, wenn Washington endlich ernsthaft handle und keine widersprüchlichen Botschaften mehr sende. Gleichzeitig betonte Araghchi, Iran sei grundsätzlich bereit zu Kompromissen, sehe aber bislang keine ausreichenden Zeichen dafür, dass die amerikanische Seite tatsächlich an einer stabilen Lösung interessiert sei.

Besonders heikel bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus. Araghchi erklärte, Schiffe könnten die Meerenge weiterhin passieren, solange sie nicht am Krieg gegen Iran beteiligt seien. Gleichzeitig müssten sich Schiffe mit iranischen Marineeinheiten abstimmen, um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Der Außenminister sprach von einer „sehr komplizierten Situation“. Die Wasserstraße gehört zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Fast ein Fünftel der globalen Öl- und Gaslieferungen passiert diesen Bereich.

Obwohl zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat offiziell eine Waffenruhe verkündet wurde, stocken die Gespräche inzwischen wieder deutlich. Vermittlungsversuche über Pakistan führten bislang nicht zu einer endgültigen Einigung. Beide Seiten lehnten zuletzt Vorschläge aus den Verhandlungen ab. Laut Araghchi seien die Gespräche zwar nicht gescheitert, befänden sich aber in einer schwierigen Phase. Der Iran versucht nach eigenen Angaben derzeit, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten, um diplomatischen Lösungen noch Raum zu geben. Gleichzeitig machte Araghchi klar, dass Teheran militärisch vorbereitet bleibe, falls die Kämpfe erneut eskalieren sollten. Hauptstreitpunkte bleiben dabei weiterhin das iranische Atomprogramm und die Kontrolle über die Straße von Hormus.

Die Aussagen kommen nur kurze Zeit nach Donald Trumps Gesprächen mit Xi Jinping in China. Trump hatte zuletzt erklärt, ihm gehe langsam die Geduld mit dem Iran aus. Gleichzeitig versuchte Washington erneut, China stärker in die Gespräche über Hormus einzubinden. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass Peking bereit ist, den Druck auf Teheran deutlich zu erhöhen.
 
Teheran will „Mechanismus“ für Hormus vorstellen
Der Iran wird nach Angaben von gestern eines ranghohen Parlamentariers in Kürze einen Mechanismus zur Durchquerung der Straße von Hormus vorstellen. Es sei vorgesehen, den Schiffsverkehr entlang einer festgelegten Route durch die Meerenge zu steuern, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi.

Von der Regelung sollen nur Handelsschiffe und diejenigen profitieren, die mit dem Iran kooperieren. Im Rahmen des Mechanismus würden für spezielle Dienstleistungen Gebühren erhoben.

 
Das hätten die Mullahs vielleicht nicht machen sollen
Iran stoppt chinesisches Schiff und erinnert selbst Peking an Grenzen
Iran hat nahe der Straße von Hormus die Hui Chuan festgesetzt, ein Schiff des chinesischen Sicherheitsunternehmens Sinoguards Marine Security. Der Zugriff erfolgte am selben Tag, an dem Donald Trump und Xi Jinping in Peking zu Gesprächen zusammenkamen. Iran gehörte dabei ebenfalls zu den Themen. Trump wollte unter anderem Chinas Einfluss nutzen, um Druck auf Teheran auszuüben und Bewegung in mögliche Friedensgespräche zu bringen. Auffällig ist vor allem, was davor geschah. Einen Tag zuvor durfte ein chinesischer Tanker die Straße von Hormus passieren. Iran sprach von einer Vereinbarung, bestimmte chinesische Schiffe weiter durchzulassen. Festgesetzt wurde dagegen die Hui Chuan. Laut Unternehmensangaben organisiert Sinoguards bewaffnete Sicherheitskräfte für Handelsschiffe und betreibt schwimmende Waffenlager auf See.

Hinter Sinoguards steht Mario Yun Zhou. Das Unternehmen arbeitet offiziell unabhängig, betreut aber auch große chinesische Staatsunternehmen. Auf Firmenmaterial sind bewaffnete Sicherheitskräfte mit Sturmgewehren, Munition und Schutzwesten zu sehen. Genau dort könnte Irans Grenze verlaufen. Handel ja, bewaffnete Sicherheitsstrukturen vor der eigenen Küste offenbar nicht. Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Routen des weltweiten Ölhandels und Teheran scheint klarzumachen, wer dort am Ende die Regeln bestimmt. Es ging nicht einfach nur um ein Schiff. Es ging um die Frage, wer entscheidet.
 
IAEA verurteilt Angriff bei AKW in Abu Dhabi
Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am Sonntag beim Atomkraftwerk Baraka in Abu Dhabi ein Feuer ausgebrochen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte später Angaben, wonach die Strahlungswerte normal seien – verurteilte den Vorfall aber scharf.

Die UNO-Behörde rief zu maximaler militärischer Zurückhaltung in der Nähe von Atomanlagen auf und erklärte, die Lage genau zu beobachten. IAEA-Direktor Rafael Grossi zeigte sich schwer besorgt. „Militärische Handlungen, die die Atomsicherheit gefährden, sind nicht hinnehmbar“, teilte er mit.

Der emiratische Außenminister, Abdullah bin Sajid, bezeichnete in einem Telefonat mit Grossi den Angriff als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete. Bin Sajid habe das Recht der Emirate betont, „auf diese Terroranschläge zu reagieren und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz ihrer Sicherheit“ zu ergreifen.

Stromgenerator in Brand geraten
Abu Dhabi meldete zuvor einen Drohnenangriff beim AKW Baraka. Bei der rund 200 Kilometer westlich von Abu Dhabi gelegenen Anlage sei dabei ein Stromgenerator in Brand geraten. Der Brand habe die Sicherheit der Anlage aber nicht gefährdet und der Betrieb laufe normal, hieß es. Auch Verletzte habe es nicht gegeben.

 
Fängt der Iran-Krieg von vorne an?
Israel rechnet mit möglichem Neubeginn des Iran-Kriegs
Israel stellt sich angesichts stockender diplomatischer Bemühungen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe im Iran ein. „Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran“, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem. „Es gibt gewiss viele Möglichkeiten, wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.“ Danach telefonierte er mit US-Präsident Donald Trump. Dieser drohte online: „Für den Iran tickt die Uhr“.

Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten brach unterdessen an einem Atomkraftwerk ein Feuer aus. Ein Stromgenerator der Anlage in der Wüstenregion westlich von Abu Dhabi sei in Brand geraten, teilte das Medienbüro der Hauptstadt mit.
Auch im Libanon wird, trotz der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, weiter gekämpft: Bei israelischen Angriffen im Süden des Landes sollen mindestens fünf Menschen getötet worden sein, auch Kinder.
 
Golfstaaten und Saudiarabien: Ein Schulterschluss und Pipelines gegen den Iran
Die ölreichen arabischen Länder stellen sich auf die neue Ordnung im Nahen Osten ein. Von den USA irritiert könnten sie einen regionalen Pakt schließen. Bei einem Drohnenangriff auf eine Atomkraftwerk nahe Abu Dhabi brach ein Brand aus.

Die USA und der Iran ringen noch um eine Formel für ein Kriegsende, doch in den arabischen Golfstaaten hat das Nachdenken über den Tag danach bereits begonnen. Die Golfstaaten wie Saudi-Arabien haben akzeptiert, dass sie sich mit einem selbstbewussteren Iran arrangieren müssen, der nun den Anspruch erhebt, die wichtige Wasserstraße von Hormuz dauerhaft kontrollieren zu wollen.

Um bei ihren Ausfuhren nicht vom Iran abhängig zu sein, suchen arabische Ölexporteure am Golf deshalb neue Transportwege. Saudi-Arabien betreibt bereits eine Ölpipeline zum Roten Meer, deren Kapazität nun ausgebaut werden dürfte. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen bis zum kommenden Jahr eine zusätzliche Pipeline fertigstellen, die Öl zum Hafen Fujairah am Golf von Oman jenseits der Hormuz-Straße bringen soll.

 
Das Schweigen der Tanker – Wie der Iran-Krieg Katar an die Wand drückt!
Katar wurde reich, weil Gas das tat, was Wüstensand niemals konnte. Es verwandelte eine kleine Halbinsel am Persischen Golf in eines der reichsten Länder der Erde. Aus staubigen Straßen wurden Glasfassaden, aus leeren Flächen ganze Städte. Doha wuchs nach oben, Ras Laffan wurde zum Herzstück einer Energieindustrie, die Jahr für Jahr Milliarden in die Staatskassen spülte. Mit diesem Geld entstanden eine der teuersten Fußball-Weltmeisterschaften der Geschichte, ein Staatsfonds mit Beteiligungen auf mehreren Kontinenten und eine Zukunft, die längst nicht mehr nur auf Öl und Gas beruhen sollte.

Dann kam der Krieg.

Seit der Sperrung der Straße von Hormus verlässt praktisch kein Flüssiggas mehr Katar. Die Route, über die jahrzehntelang Energie Richtung Europa und Asien floss, ist blockiert. Gleichzeitig trifft die Unterbrechung auch die Versorgung des Landes selbst. Fahrzeuge, Lebensmittel und Waren aus aller Welt gelangen nur noch mit Umwegen oder erheblich höheren Kosten ins Land. Besonders hart trifft Katar, dass es anders als Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate keine Ausweichwege besitzt. Die Geografie macht aus dem Land eine Sackgasse.

Die Folgen sind inzwischen sichtbar. Die Industrieanlagen in Ras Laffan stehen weitgehend still. Verladekräne bewegen sich nicht mehr. Hotels melden deutlich weniger Gäste, internationale Unternehmen ziehen Mitarbeiter ab und selbst Orte, die vor wenigen Monaten noch mit Besuchern gefüllt waren, wirken plötzlich leer. In Lusail, der Stadt mit künstlichem Schnee und aufwendig gestalteten Einkaufswelten, saß zuletzt während einer großen Wassershow gerade einmal ein einzelner Zuschauer auf einer Mauer und aß ein Sandwich. Besonders schwer wiegt ein weiterer Schlag. Iranische Raketen- und Drohnenangriffe beschädigten Teile der Anlagen in Ras Laffan und reduzierten die Produktionskapazität deutlich. Selbst wenn die Straße von Hormus morgen wieder geöffnet würde, könnte es Jahre dauern, bis die frühere Leistung wieder erreicht wird. Jeden weiteren Tag verliert Katar hunderte Millionen Dollar.

Das Problem endet nicht beim Gas. Katar importiert rund neunzig Prozent seiner Lebensmittel. Obst und Gemüse, die früher auf Schiffen ankamen, werden nun per Flugzeug eingeflogen oder auf langen Landwegen transportiert. Der Staat hält Preise mit Subventionen künstlich niedrig, doch die Rechnung verschwindet nicht. Sie landet nur an anderer Stelle. Über Jahrzehnte verkaufte Katar der Welt Stabilität. Genau diese Stabilität ist plötzlich zum wertvollsten Gut geworden. Denn Geld kann Städte bauen. Geld kann Straßen bauen. Geld kann sogar künstlichen Schnee in die Wüste bringen. Aber Geld allein kann keine geschlossenen Meerengen öffnen.
 
Trump droht Iran offen mit Vernichtung – „nichts mehr von ihnen übrig“
Auf seiner Plattform Truth Social hat Donald Trump am 17. Mai 2026 um 12:42 Uhr eine Botschaft an den Iran abgesetzt, die in ihrer offenen Brutalität selbst für seine Verhältnisse heraussticht. „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten besser SCHNELL in Bewegung kommen, sonst wird nichts mehr von ihnen übrig sein. ZEIT IST ALLES! Präsident DJT“, schrieb Trump in Großbuchstaben, wie immer mit dem Gestus eines Mannes, der weiß, dass jedes seiner Worte irgendwo auf der Welt einen Knopf drücken kann. Es ist mal wieder eine offene Drohung, ein ganzes Land vom Erdboden zu wischen, abgesetzt aus dem Weißen Haus in einem Format, das einst dazu gedacht war, Frühstücksfotos zu teilen.

Ein US-Präsident kündigt in 280 Zeichen die mögliche Auslöschung eines Staates an, während im selben Moment Satellitenbilder einen kilometerlangen Ölteppich südlich von Kharg Island zeigen, der Krieg in der Region ohnehin längst läuft und die Welt damit beschäftigt ist, sich an das nächste Eskalationsniveau zu gewöhnen. Was darin steckt, ist aber alles andere als klein. Es ist die völlige Verharmlosung von Krieg als Posting, die Verwandlung von Außenpolitik in Show, die Reduktion eines Konflikts mit 90 Millionen Menschen auf einen Satz mit Ausrufezeichen. Wer so redet, will nicht verhandeln. Wer so redet, will gehört werden, gefürchtet werden und vor allem geliked werden. Und wer das aus dem mächtigsten Amt der Welt heraus tut, hat Diplomatie längst durch wilde Drohungen ersetzt.

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