Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Iran News....

Hauen und Stechen um die Interpretation des US-iranischen Plans
Die USA wollen die arabischen Golfstaaten davon überzeugen, dass ein Deal mit Teheran möglich ist, der ihre Interessen wahrt. Das führt zu Friktionen mit dem Iran

Ein paar Tage nach der Unterzeichnung des 14-Punkte-Plans und des Beginns der Verhandlungen befinden sich die USA und der Iran bereits inmitten des harten Interpretationsstreits darüber, was in dem Text wirklich steht. Meist wird er mit Worten ausgefochten – aber immer droht eine Rückkehr zur Gewalt, wie der Beschuss eines Schiffes durch den Iran am Donnerstag zeigte.

Der in Berlin forschende Iran-Experte Hamidreza Azizi sieht einen direkten Zusammenhang mit dem Besuch von US-Außenminister Marco Rubio in arabischen Golfstaaten. Das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Memorandum lässt die Möglichkeit offen, dass der Iran nach Ablauf der 60-Tage-Verhandlungen "Gebühren" für die Durchfahrt von Hormus verlangen könnte. Hört man Rubio zu, dann kommt das für die USA gar nicht infrage.

Das wollen die USA auch dem Hormus-Anrainerstaat Oman klarmachen, der am ehesten Verständnis für den iranischen Ansatz zeigt und sogar damit spekulierte, sich selbst am Geschäft zu beteiligen. Washington, aber mit Sicherheit auch die anderen Araber, versuchen – zu Recht – Maskat daran zu erinnern, dass es sich eher an internationale Konventionen für die freie Schifffahrt als an Teheran halten sollte.

Reaktion in Teheran
Das Schiff, das die iranischen Revolutionsgarden beschossen, befand sich auf einer neuen, nicht mit dem Iran abgesprochenen "omanischen" Route. Das iranische Regime reagiert darauf mit einer Demonstration, dass es die Rückkehr zum Krieg nicht scheut und die Verhandlungen in der neuen Führung durchaus umstritten und jederzeit reversibel sind.

Die US-Diplomatie hat schwer damit zu tun, die Araber davon abzuhalten, sich zu sehr mit dem Iran zu arrangieren. Denn das würde den Druck auf Teheran verringern, in Verhandlungen wenigstens einen Teil der Nachgiebigkeit zu kompensieren, die Donald "Ich will hier raus" Trump im 14-Punkte-Plan gezeigt hat. Während der US-Präsident je nach Tagesverfassung lobt oder tobt und Vizepräsident J.D. Vance, untermalt von zweckoptimistischen Tönen, verhandelt, gibt Rubio vis-à-vis den Iranern den Bad Cop – und den Arabern gegenüber den verlässlichen Sicherheitspartner: Wir werden eure Interessen durchsetzen.

 
Nach Attacke auf Frachter
US-Armee meldet Angriffe auf Iran
Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom hat am späten Freitagabend neuerliche Angriffe auf Ziele im Iran gemeldet. Hintergrund sei die Vergeltung für eine Attacke auf ein Frachtschiff. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus vorgeworfen. Das sei eine „dumme Verletzung unserer Waffenruhevereinbarung“, so Trump.

Die Iraner hätten mehrere Kampfdrohnen gegen Schiffe eingesetzt, von denen eine das Oberdeck eines „großen und sehr teuren“ Frachtschiffs getroffen habe, fügte er hinzu. Drei weitere Drohnen hätten abgeschossen werden können.

 
Iran meldet Gegenangriff auf US-Einrichtungen
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen erneuten US-Militärschlag mehrere Stützpunkte der US-Armee in der Region angegriffen. Um welche Standorte es sich genau handelt, teilt die Elitetruppe nicht mit. Zugleich warnen die Garden staatlichen Medien zufolge, dass jeder weitere US-Angriff eine noch weitreichendere Reaktion nach sich ziehen werde. „Sollte sich die Aggression wiederholen, wird unsere Reaktion noch umfassender ausfallen“, hieß es.

 
Elf Tage Frieden: Wie Trump einen Waffenstillstand gegen die Wand fuhr – und es nicht merkte
Am 25. Juni 2026, einem Donnerstag, stand Donald Trump vor seinem Mikrofon und sprach über Geschäftsmöglichkeiten für amerikanische Farmer. Der Iran, sagte er, werde ein neuer Markt sein. „Ein wunderschöner Ort.“ Man werde iranisches Geld nehmen, es in den USA ausgeben, und damit Weizen, Sojabohnen und Mais kaufen. „Eine Menge davon. Das wird gewaltig.“ An demselben Tag, zu einer Stunde, die Trump offenbar nicht kannte oder ignorierte, griff die iranische Revolutionsgarde das Containerschiff Ever Lovely in der Straße von Hormus an. Vier Drohnen. Eine traf das Oberdeck. Das Schiff war beschädigt, konnte aber weiterfahren. Der neue Traumhandelspartner hatte gerade einen Abschnitt der Haupthandelsroute gesperrt, über die der künftige Weizenhandel hätte laufen sollen.

Trump sagte am selben Tag außerdem: „Der Iran will unbedingt ein Abkommen mit uns schließen. Wahrscheinlich werden wir das tun. Ich denke, wir werden es tun. Die Straße von Hormus ist offen.“

Die Straße war in dem Moment nicht offen. Der internationale Schiffsverkehr brach nach dem Angriff auf die Ever Lovely ein. Von 73 Schiffen am Mittwoch auf 54 am Donnerstag, laut dem Datendienst Kpler. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation setzte ihre Evakuierungsoperation für hunderte festsitzende Schiffe im Persischen Golf aus. Mindestens zwei Tanker drehten um. Der Waffenstillstand, den Trump am 14. Juni als Erfolg gefeiert hatte, war elf Tage alt.

 
Das weltgrößte A....loch wird es nie lernen
US-Streitkräfte greifen erneut Ziele im Iran an
US-Streitkräfte haben einen weiteren Vergeltungsschlag gegen den Iran verübt. Wie das US-Regionalkommando CENTCOM auf X mitteilte, richteten sich die Attacken gegen „mehrere Ziele“, getroffen worden seien „iranische militärische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung“. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf einen erneuten iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff nahe der Straße von Hormuz.

US-Präsident Donald Trump nannte als Grund für die Angriffe des US-Militärs die Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. „Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren.“

Es war der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Einem Bericht des Senders Fox News zufolge sind die US-Angriffe „abgeschlossen“. Der Sender beruft sich dabei auf einen Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.

 
Die Islamische Republik wird nicht mehr existieren: Trumps gefährlichste Drohung
Es gibt einen Mechanismus, den Militärs und Philosophen gleichermaßen kennen, und er hat keine eingebaute Bremse. Jede Vergeltung ist die Antwort auf eine vorherige Tat und gleichzeitig der Anlass für die nächste. Wer in diesem Mechanismus steckt, kann immer behaupten, nur zu reagieren. Genau das geschieht seit Donnerstag zwischen den USA und dem Iran, und mit jeder Nacht wird die Kette länger.

Am frühen Sonntagmorgen Ortszeit griff das US-Militär erneut Ziele im Iran an – die dritte Runde in einem Schlagabtausch, der am Donnerstag begann und die Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs zu untergraben droht. Die USA bezeichneten die Angriffe als „direkte Antwort“ auf einen iranischen Angriff früher am Tag auf einen Öltanker in der Straße von Hormus. Ein britischer Schiffsbeobachter meldete, der Tanker sei von einem Geschoss getroffen worden. Iranische Offizielle haben den Angriff nicht für sich reklamiert.

Die Chronologie dieser Eskalation ist wichtig, weil jede Seite sie für sich auslegt. Am Donnerstag griff Iran das Containerschiff Ever Lovely an, als es die Meerenge passierte. In der Nacht zum Freitag antworteten die USA mit Schlägen auf iranische Raketen- und Drohnenstellungen – sechs Kampfjets trafen vier Ziele entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Qeshm, die Operation dauerte etwa 90 Minuten. Am Samstag startete Iran Angriffsdrohnen auf Bahrain, offenbar als Vergeltung für die US-Schläge. Daraufhin schlugen die USA in der Nacht zum Sonntag erneut zu – diesmal umfassender. Und Iran reagierte mit einem dritten Schlag.

 
Axios: USA und Iran einigen sich auf Stopp der Angriffe
Die USA und der Iran haben sich laut der US-Nachrichtenwebsite Axios auf ein Ende ihrer gegenseitigen Angriffe geeinigt. Beide Seiten planen demnach für Dienstag ein Treffen in der katarischen Hauptstadt Doha, um ihren Streit um die Straße von Hormus beizulegen. Das berichtete Axios gestern unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter. Stellungnahmen der beiden Länder lagen zunächst nicht vor.

Am Wochenende hatten beide Länder Angriffe ausgeführt. Zudem gibt es einen tiefgehenden Streit über die grundsätzlich vereinbarte, aber laut „New York Times“ offenbar sehr interpreationsoffen formulierte Einigung auf die Öffnung der Straße von Hormus.

 
USA und Iran wollen am Dienstag erneut verhandeln
Nach gegenseitigen Angriffen am Wochenende haben die USA und der Iran einen Stopp der Kämpfe und einen Verhandlungstermin für Dienstag vereinbart. Die beiden Seiten würden „vorerst zurückstecken“ und hätten vereinbart, sich in der katarischen Hauptstadt Doha zu weiteren Gesprächen zu treffen, berichtet der Sender „CNN“. Auch das US-Nachrichtenportal „Axios“ zitiert zwei US-Regierungsvertreter, die das bestätigten.

Die Schiffe in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormuz könnten sich nun wieder frei bewegen, sagt einer der Regierungsvertreter.
Teheran und Washington hatten am 17. Juni in einem Rahmenabkommen die „unverzügliche“ Einstellung aller Kämpfe vereinbart. Zudem sagte der Iran zu, Handelsschiffen für vorerst 60 Tage eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu ermöglichen.
In der Nacht auf Freitag und in der Nacht auf Samstag griff das US-Militär jedoch wieder Ziele im Iran an, was der Iran mit Angriffen auf die Golfstaaten Bahrain und Kuwait beantwortete. Anlass für die neuerlichen Gefechte war nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom ein iranischer Drohnenangriff auf einen Öltanker in der Straße von Hormuz.
 
Verwirrung über widersprüchliche Signale
Verwirrung herrscht darüber, wie es im Krieg zwischen den USA und dem Iran nach dem bewaffneten Schlagabtausch am Wochenende weitergeht. US-Medien hatten unter Berufung auf US-Regierungsvertreter von einer Einigung auf ein Einstellen der Angriffe und die Wiederaufnahme der Gespräche berichtet. Das dürfte aber falsch sein – zumindest dementierte Teheran am Montag, an den für Dienstag geplanten technischen Gesprächen in Katar teilzunehmen. Laut US-Präsident Donald Trump finden am Dienstag allerdings schon Gespräche in Doha statt.

Der Iran habe um ein Treffen gebeten, teilte Trump mit. Der Iran sah das anders. Es ist nicht das erste Mal seit Inkrafttreten eines Waffenstillstands, dass der Iran Behauptungen des Weißen Hauses oder von Trump direkt widerspricht und diese als falsch und irreführend zurückweist. Trump, der gern via öffentliche Ansagen und Drohungen Druck aufbaut, scheitert mit dieser Strategie bei Teheran seit dem von den USA und Israel gestarteten Krieg gegen den Iran.

Auch Teherans Aussagen stellen sich freilich nicht immer als korrekt heraus – vielmehr dürfte es dem iranischen Regime mit seinen Reaktionen darum gehen, sich nicht öffentlich von Trump vorführen zu lassen. Insbesondere geht es Teheran laut einer Analyse der „New York Times“ darum, die Straße von Hormus als wichtigstes und effektivstes Druckmittel nicht zu verlieren.

CNN: „Beide Seiten werden sich zurückhalten“
„Beide Seiten werden sich vorerst zurückhalten, und Schiffe können sich (in der Straße von Hormus, Anm.) frei bewegen“, zitierte CNN einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. Dazu komme eine Fortsetzung der Gespräche „in allen Bereichen des Memorandum of Understanding“.

 
Iranische Delegation reist diese Woche nach Katar
Vertreter des Iran reisen in den kommenden Tagen zu Gesprächen über die Umsetzung des Rahmenabkommens mit den USA nach Katar. „Eine Expertendelegation aus der Islamischen Republik Iran wird im Laufe dieser Woche nach Doha reisen“, sagte gestern der iranische Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei.

Verhandlungen mit der US-Seite seien in den kommenden Tagen keine geplant. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch zuvor erklärt, Teheran habe um ein Treffen heute in Doha gebeten.

Das Weiße Haus teilte mit, Trumps Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner würden für „hochrangige Treffen diese Woche nach Doha fliegen“. Trump sagte außerdem im Weißen Haus, sein Team sei bereits abgereist oder sei im Begriff, das zu tun. „Das Treffen in Doha wird vielleicht wichtig sein, vielleicht auch nicht“, sagte der US-Präsident weiter.

Iran dementiert US-Berichte
„Wir sind noch nicht in die Phase der Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen eingetreten“, erklärte Baghaei. Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi hatte zuvor im iranischen Staatsfernsehen gesagt, in dieser Woche sei kein neues Treffen der Arbeitsgruppen geplant.

 
Zurück
Oben