Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Iran News....

Dokumentation: Der Preis der Straße von Hormus: Wie Washington und Teheran zurück in den Krieg rutschen
Nach einer weiteren Nacht gegenseitiger Angriffe kehren die Vereinigten Staaten und der Iran in jenen Zustand erhöhter Konfrontation zurück, den die Waffenruhe der vergangenen Wochen eigentlich beenden sollte. Präsident Trump kündigte an, die US-Marineblockade iranischer Häfen wieder in Kraft zu setzen, kaum drei Wochen nachdem er eine monatelange Blockade im Rahmen eines Waffenstillstands aufgehoben hatte. Zusätzlich will Washington eine Gebühr von 20 Prozent auf sämtliche Waren erheben, die durch die Straße von Hormus transportiert werden, jene Meerenge, durch die vor Kriegsbeginn ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen floss.

Trump erklärte gegenüber einem amerikanischen Fernsehsender, die Vereinigten Staaten würden die Meerenge künftig bewachen und dafür bezahlt werden wollen. Auf einer Plattform sozialer Medien präzisierte er, man werde sich mit 20 Prozent auf jede verschiffte Ladung für sämtliche notwendigen Kosten entschädigen lassen, um Sicherheit in dieser instabilen Weltregion zu gewährleisten. Der Vorschlag würde faktisch eine Ausweitung des militärischen Konflikts bedeuten und widerspricht der Position, die Außenminister Marco Rubio erst im Vormonat vertreten hatte, wonach es sich bei der Straße von Hormus um einen internationalen Wasserweg handle, für den nach geltendem Völkerrecht kein Land Gebühren erheben dürfe. Auch die internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen wandte sich gegen das Vorhaben und verurteilte zugleich die Angriffe auf zivile Handelsschiffe.

 
US-Militär: Neue Angriffe auf den Iran
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut iranische Ziele angegriffen. Um 16.45 US-Ortsküstenzeit (22.45 Uhr MESZ) hätten die Streitkräfte die dritte Nacht in Folge Angriffe gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Der Iran beschoss indes zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus, wie der Golfstaat auf X berichtete. Dabei sei ein indisches Besatzungsmitglied getötet worden.

Die Schiffe seien bei der Durchquerung auf der südlichen Schifffahrtsroute innerhalb omanischer Hoheitsgewässer von zwei Marschflugkörpern getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium der VAE mit. Es seien acht Personen verletzt worden, sechs indische und zwei ukrainische Staatsangehörige. Zudem seien Brände auf beiden Tankern ausgebrochen, schließlich aber unter Kontrolle gebracht worden.

Der Angriff stelle einen „schwerwiegenden Verstoß und klaren Bruch des Völkerrechts“ dar, erklärte das Verteidigungsministerium. Die Emirate behielten sich vor, auf diese Eskalation zu reagieren. Auch im Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. Das Innenministerium des mit den USA verbündeten Landes rief die Einwohner in der Nacht über die Plattform X auf, ruhig zu bleiben und Schutz zu suchen.

 
Trump stößt im Persischen Golf an eine militärische Grenze
Donald Trump kündigt seit Monaten an, die Straße von Hormus vollständig wieder öffnen zu wollen. Luftangriffe, Marineeinsätze, Verhandlungen, Drohungen und zuletzt die Ankündigung einer neuen Seeblockade gegen iranische Häfen haben daran bisher nichts geändert. Der wichtigste Seeweg für den weltweiten Ölhandel bleibt unsicher, und selbst amerikanische Militärexperten bezweifeln inzwischen offen, dass die Vereinigten Staaten dieses Ziel mit ihren derzeitigen Mitteln überhaupt erreichen können. Der Grund ist einfach. Der Iran hat sich über Jahrzehnte genau auf diesen Moment vorbereitet. Drohnen, Raketen und Minen wurden über das Land verteilt, Abschussanlagen versteckt und militärische Einheiten so organisiert, dass sie auch ohne direkte Befehle aus Teheran weiterkämpfen können. Selbst nach monatelangen Luftangriffen verfügt der Iran noch immer über die Fähigkeit, Schiffe in der engen Meerenge anzugreifen oder allein durch Drohungen den Schiffsverkehr zum Erliegen zu bringen.

Mehrere amerikanische Sicherheitsexperten kommen deshalb zu einem unbequemen Ergebnis. Wer die Straße von Hormus wirklich dauerhaft sichern wolle, müsse nicht nur deutlich mehr Kriegsschiffe entsenden, sondern am Ende auch Bodentruppen in den Iran schicken. Die Rede ist von Zehntausenden Soldaten, die Hunderte Kilometer Küste und Abschussstellungen sichern müssten. Ein Einsatz mit hohen Verlusten und enormen Kosten. Damit wächst auch der politische Druck auf Trump. Die Ölpreise steigen wieder, die Handelsrouten bleiben gefährdet und jeder weitere militärische Schritt erhöht zugleich das Risiko eines offenen Krieges. Genau deshalb könnte aus der Straße von Hormus für das Weiße Haus nicht nur ein militärisches, sondern auch ein innenpolitisches Problem werden.
 
Zurück
Oben