Immer skurriler: Iran-Krieg ohne Plan, Rundmail für Bestrafungsvorschläge soll es nun richten
Als letzte Woche in den Postfächern einer größeren Runde von Militäranalysten eine E-Mail eintraf, die um Vorschläge bat. Ein hoher Offizier aus der Aufklärungsabteilung des US-Zentralkommandos Centcom schrieb, man suche nach neuen, kreativen und unkonventionellen Wegen, den Iran unter Druck zu setzen und zu bestrafen. Eine Quelle, die den Text kennt, gab ihn so wieder, eine zweite bestätigte, dass in der vergangenen Woche ein ranghoher Offizier um frische Ideen warb. Andere Offiziere nennen es ungewöhnlich, so etwas per E-Mail in die Breite zu streuen. Es ist der Ideenkasten, aufgehängt an der Wand eines Krieges, der nicht mehr weiß, wie er endet.
Der Aufruf zeigt, wie schmal die Auswahl geworden ist, die dem Präsidenten bleibt, um den Iran zu einem Abkommen nach seinen Bedingungen zu zwingen. Die Wege sind wenige, und die gangbaren sind unappetitlich. Das Kommando prüfe alles, hieß es aus einer zweiten Quelle, man müsse die Strategie neu bewerten. Also fragte der Offizier in die Runde, ob jemand etwas Besseres wisse, so, wie man Kollegen um Rat bittet, wenn einem zu einer schweren Aufgabe nichts mehr einfällt.
Eine Person, die die Beratungen kennt, sagt es beinahe entschuldigend. Am Ende wolle der Präsident einen Deal, also suche er ohne Unterlass nach Wegen, hart aufzutreten und zugleich herauszukommen. Man brauche zuweilen kreative Köpfe, gerade wenn die üblichen Mittel zur Neige gingen. Der Satz klingt harmlos, bis man ihn zu Ende denkt. Kreativ wird hier kein Ausweg gesucht, gesucht wird eine Härte, für die den Planern die Fantasie ausgegangen ist. Ein Land soll bestraft werden, und der Apparat, der die Strafe verhängen soll, weiß nicht mehr, womit.
Als letzte Woche in den Postfächern einer größeren Runde von Militäranalysten eine E-Mail eintraf, die um Vorschläge bat. Ein hoher Offizier aus der Aufklärungsabteilung des US-Zentralkommandos Centcom schrieb, man suche nach neuen, kreativen und unkonventionellen Wegen, den Iran unter Druck zu...
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