Nach über 10 Jahren immer noch keine Spur von Friedenswillen zwischen Fatah und Hamas. Liegt aber sicher nicht an Fatah und Hamas...., kann ja nicht sein

[h=1]Warten auf Veränderung[/h] [h=3]Die Übergabe der Verwaltung des Gazastreifens an die Autonomiebehörde wurde verschoben – viele Bürger sind skeptisch[/h]
Viele Streitthemen zwischen Hamas und Fatah sind noch nicht geklärt, so will die Hamas unter anderem ihre bewaffneten Kampfeinheiten nicht aufgeben. Die Versöhnung ist ins Stocken geraden: Statt am 1. Dezember soll die Autonomiebehörde nun erst am 10. Dezember die Verwaltung des Gazastreifens übernehme
Von Benjamin Hammer
Am 02.12.2017
Viele Bewohner des Gazastreifens sind frustriert. Sie hoffen, dass sich die humanitäre Lage im Küstenstreifen verbessert. Doch es tut sich nichts. Ein Mann, Mitte 50, sagt: „Wir spüren gar keine Veränderung, seitdem sich Hamas und Fatah nähergekommen sind. Gar nichts. Wir haben weiterhin nur drei Stunden Strom am Tag. Es gibt keine Arbeit. Alles liegt am Boden. Es tut sich einfach nichts.“ Eigentlich sollte die palästinensische Autonomiebehörde schon am 1. Dezember die Verwaltung des Gazastreifens von der Hamas übernehmen. Die Behörde des palästinensischen Präsidenten Machmud Abbas wird von der Fatah dominiert. Doch die Machtübergabe wurde kurzfristig verschoben.
Fatah und Hamas haben unsere ägyptischen Brüder gebeten, die Übergabe der Kontrolle des Gazastreifens vom 1. auf den 10. Dezember zu verschieben. In dieser Zeit wollen wir weitere Absprachen treffen, damit wir den Erfolg der Versöhnung sicherstellen. Jene Versöhnung, nach der sich das palästinensische Volk sehnt.
— Fayez Abu Eita, Fatah-Vertreter
Fatah-Sprecher Fayez Abu Eita (rechts) trat am Mittwoch vor die Presse. Foto: dpa | picture alliance
Die Regierung von Ägypten versucht, im Streit zwischen den palästinensischen Parteien zu vermitteln. Der Konflikt währt nun bereits zehn Jahre. Damals übernahm die islamistische Hamas nach bewaffneten Kämpfen mit der Fatah die Kontrolle im Gazastreifen. Beide Parteien haben sich in Kairo darauf geeinigt, eine Einheitsregierung zu bilden. Außerdem sollen die Palästinenser Ende nächsten Jahres wählen. Die letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gab es vor über zehn Jahren. Viele Streitthemen zwischen der Hamas und der Fatah sind jedoch nach wie vor völlig ungeklärt. So beansprucht die Fatah, dass nur die palästinensische Autonomiebehörde die Sicherheit im Gazastreifen kontrolliert. Die Hamas, die in den vergangenen Jahren tausende Kämpfer rekrutierte, lehnt das ab.
Unsere Waffen werden nicht angefasst. Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Dieses Waffenarsenal dient unserem Widerstand gegen Israel. Es ist eine Quelle der Macht für alle Palästinenser, auch für den palästinensischen Präsidenten Machmud Abbas.
— Khalil al-Hayya, hochrangiger Hamas-Funktionär im Gazastreifen
Khalil al-Hayya, ein hochrangiger Hamas-Funktionär im Gazastreifen, machte klar, dass die Hamas ihre Waffen nicht niederlegen wird. Foto: dpa | picture alliance
Weiterhin unklar ist außerdem, was mit zehntausenden Beamten geschieht, die von beiden Parteien eingestellt wurden. Als die Hamas vor zehn Jahren die Kontrolle im Gazastreifen übernahm, mussten Beamte der Fatah ihre Arbeit niederlegen. Die Hamas hingegen stellte eigene Mitarbeiter ein. Gestern wollten ehemalige Verwaltungsangestellte der Fatah an ihre Arbeitsplätze zurück. Die Hamas verweigerte ihnen den Zutritt. Beide Parteien werfen sich nun gegenseitig vor, den Versöhnungsprozess zu sabotieren. Die humanitäre Lage der zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens bleibt derweil schlecht.
Ich denke, dass wir immer optimistisch bleiben müssen. Aber die aktuellen Ereignisse machen mich skeptisch.
— junge Frau in Gaza-Stadt
Die Grenzen des Gazastreifens wurden von Ägypten und Israel weitgehend abgeriegelt. Beide Länder begründen das mit Sicherheitsbedenken. Die Bewohner des Gazastreifens haben weiterhin nur etwa vier Stunden Strom am Tag. Die palästinensische Autonomiebehörde hatte bereits vor Monaten die Zahlungen für Strom eingestellt, den Israel liefert. Sie wollte so den Druck auf die Hamas erhöhen. Bisher ist der palästinensische Präsident Abbas nicht bereit, die Sanktionen aufzuheben.
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