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IT Nachrichten

Datenanalyse
Berlin setzt auf Palantir-Konkurrenz
Europa will von US-Technologiekonzernen unabhängiger werden. Wie „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“), NDR und WDR am Mittwoch berichteten, prescht nun das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) vor und setzt für seine Datenanalyse künftig auf das französische Unternehmen Chapsvision, einen Konkurrenten der besonders umstrittenen US-Firma Palantir. Das Innenministerium in Wien gibt aus Sicherheitsgründen keine konkreten Angaben zu Produkten, verweist aber auf „strenge Vorgaben“ für den Einsatz von Software.

Die Software des französischen Unternehmens kann große Mengen an Daten mittels künstlicher Intelligenz (KI) analysieren. Ein Test dazu sei laut BfV erfolgreich abgeschlossen worden. „Die Software, mit der Informationen aus Datenbanken miteinander in Beziehung gesetzt und ausgewertet werden sollen, sei einsatzbereit, etwa für die Terrorismusbekämpfung und in der Spionageabwehr“, schreiben „SZ“ und tagesschau.de.

In welchem Umfang die Software genau auf Daten zugreifen kann, blieb offen. Zu Angelegenheiten, die nachrichtendienstliche Erkenntnisse betreffen, nehme man „grundsätzlich nicht öffentlich Stellung“, zitierte die „SZ“ das BfV. In Frankreich benutzt etwa der Inlandsgeheimdienst DGSI die Software von Chapsvision. In Deutschland ist das BfV nun die erste Bundesbehörde, die sich für eine europäische Alternative zu Palantir entschieden hat.

 
Tech-Konzerne verdienen mit unseren Daten irrwitzige Summen. Wenn wir soziale Medien verwenden, sind wir keine Kund:innen - wir sind die Ware! Und die Aktionär:innen profitieren. Das ist Kapitalismus

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Computex 2026: Hurra, hurra, die KI-Roboter sind da
Qualcomm-CEO Amon schwärmt vom Zeitalter der Agents, die uns Aufgaben abnehmen und Maschinen lenken

Einmal im Jahr lockt die Computex als eine der größten Techmessen der Welt zahlreich das Publikum nach Taipeh. 1991 gestartet als Ausstellung für Computerkomponenten hat sich das Themenspektrum seither genauso erweitert wie der räumliche Umfang. Mittlerweile gehört Nvidias GTC zum Rahmenprogramm, gemeinsam mit dieser belegt man vier Standorte in der taiwanischen Hauptstadt.

Als DER STANDARD 2016 zuletzt vor Ort dabei war, lag der Fokus auf Virtual Reality, Gaming und der Anwerbung von Start-ups für den eigenen Standort. Letzteres passiert auch heuer, erstmals mit einem eigenen Ausstellungsareal für Jungfirmen im Rahmen des "Innovex"-Programms. Doch darüber hinaus zeigt sich die Messe zur Rückkehr des Autors dieser Zeilen deutlich verändert. Es sind nunmehr weniger private Kunden, die im Zentrum stehen. Auch Taiwans große Techmesse wurde voll vom KI-Zeitalter erfasst. Das war auch bei der Eröffnungskeynote klar zu merken.

 
Oracle hat im Zuge seines KI-Umbaus rund 21.000 Stellen gestrichen
Nach Angaben von Branchenbeobachtern haben in diesem Jahr bislang 196 Tech-Unternehmen mehr als 119.800 Mitarbeiter entlassen

Der US-Softwarekonzern Oracle hat seine Belegschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Prozent oder rund 21.000 Beschäftigte verkleinert. Der Cloud-Anbieter baut sein Geschäft um, was teilweise auf den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen zurückzuführen ist. Zum Stichtag 31. Mai zählte Oracle noch 141.000 Mitarbeiter, gegenüber 162.000 im Vorjahr, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Kosten für Abfindungen und andere umbaubedingte Ausgaben beliefen sich auf 1,84 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es 374 Millionen Dollar gewesen.

Als Gründe für die Stellenstreichungen nannte das Unternehmen in dem Bericht unter anderem Führungswechsel, Produktumstellungen, strategische Neuausrichtungen sowie Zukäufe. Es hatte in diesem Jahr bereits mehrfach Berichte über den Wegfall Tausender Arbeitsplätze bei Oracle gegeben.

 
Trotz Verbots nutzen 85 Prozent aller Jugendlichen in Australien Tiktok, Insta und Co
Das Social-Media-Verbot hat praktisch keine Auswirkungen auf die tatsächliche Nutzung, wie eine Studie zeigt

Australien wagte als erster Staat der Welt den radikalen Schritt und verbot Social Media für unter 16-Jährige. Erste Daten zeigen nun: An der Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen hat das Verbot kaum etwas verändert.

Eine jüngst im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichte Studie zeigt, dass der Versuch, soziale Netzwerke per Gesetz abzuschalten, nach australischem Modell nicht funktioniert.

"Keine nennenswerten Auswirkungen"
Forscher der University of Newcastle haben das Nutzungsverhalten von 436 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren vor und drei Monate nach der Einführung der Sperre untersucht. Das Ergebnis: 85 Prozent der unter 16-Jährigen nutzen soziale Medien auch nach dem Verbot weiter. Bei der Altersgruppe der 12- bis 13-Jährigen blieb die Nutzung stabil, bei den 14- bis 15-Jährigen war allenfalls ein marginaler Rückgang zu verzeichnen.

 
Der Preis des Datenrausches landet jetzt auf dem Küchentisch
Wer einen neuen Mac oder ein iPad kaufen will, muss weltweit deutlich tiefer in die Tasche greifen. Apple hat die Preise für zahlreiche Modelle um rund zwanzig Prozent angehoben. Nach Angaben des Unternehmens steckt dahinter kein gewöhnlicher Produktwechsel, sondern der sprunghafte Anstieg der Preise für Speicherbausteine. Der Ausbau riesiger Rechenzentren für Künstliche Intelligenz habe die Nachfrage nach Arbeitsspeicher und Datenspeichern so stark erhöht, dass Apple die zusätzlichen Kosten an seine Kunden weitergebe. Besonders deutlich zeigt sich das bei einzelnen Geräten. Das MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher steigt von 1.099 auf 1.299 Dollar. Das iPad Pro mit 256 Gigabyte kostet statt 999 nun 1.199 Dollar. Am stärksten trifft es das erst im März vorgestellte MacBook Neo. Sein Preis steigt um 25 Prozent von 599 auf 749 Dollar. Die iPhone-Reihe bleibt vorerst von den höheren Preisen verschont, obwohl sie rund die Hälfte des Apple-Umsatzes ausmacht. Firmenchef Tim Cook hatte bereits vergangene Woche erklärt, Preissteigerungen seien in diesem Jahr kaum noch zu vermeiden.

Apple steht mit diesem Schritt nicht allein. Auch Dell, HP, Lenovo und Asus haben ihre Notebookpreise erhöht. Samsung verlangt in den USA für zwei Modelle der Baureihe S26 jeweils 100 Dollar mehr. Gleichzeitig verdienen die großen Speicherhersteller so viel wie nie zuvor. Micron, SK Hynix und Samsung kontrollieren den Markt für Arbeitsspeicher. Alle drei Unternehmen überschritten in diesem Jahr erstmals eine Bewertung von einer Billion Dollar. Der Quartalsgewinn von Micron stieg nach Unternehmensangaben auf das Fünfzehnfache. Apple prüfte zwischenzeitlich den Einsatz von Speicher chinesischer Hersteller wie YMTC und CXMT, stieß damit jedoch auf Widerstand der amerikanischen Regierung. Außenminister Marco Rubio verwies auf Sicherheitsbedenken. Gleichzeitig versucht Apple weiter, günstigere Geräte anzubieten. Beim MacBook Neo kommen nach früheren Angaben des Unternehmens Prozessoren zum Einsatz, deren Grafikeinheit teilweise deaktiviert wurde, um die Produktionskosten zu senken. Jetzt zeigt sich jedoch, dass selbst solche Maßnahmen den starken Anstieg der Speicherpreise nicht mehr ausgleichen können.
 
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