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Jasenovac Thread

Serbischer Europaabgeordneter organisiert Jasenovac-Ausstellung im EU-Parlament
Der kroatische Europaabgeordnete Karlo Ressler (EVP/HDZ) warnte davor, dass es „falsch sei, Jasenovac für tagespolitische Zwecke zu instrumentalisieren“, als Reaktion auf die Ausstellung „Konzentrationslager Jasenovac: Erinnerung und Warnung“, die im Europäischen Parlament eingerichtet und vom französischen Europaabgeordneten serbischer Herkunft, Aleksandar Nikolić, organisiert wurde.

Aleksandar Nikolić, Mitglied der rechtsextremen Fraktion „Patrioten für Europa“ im Europäischen Parlament, eröffnete gestern Abend eine in Zusammenarbeit mit dem Verband Junger Serben Europas entstandene Ausstellung. Die Ausstellung ist bis zum 30. April, dem letzten Tag der April-Plenarsitzung des Parlaments in Straßburg, im Europäischen Parlament zu sehen.

17 Werbetafeln installiert
Die Ausstellung besteht aus 17 Tafeln mit Dokumenten aus den Archiven der Republika Srpska und der Vojvodina. Die Tafeln fordern unter anderem eine „obligatorische Aufklärung über die Verbrechen des Unabhängigen Staates Kroatien“.

Eine Tafel bezieht sich auf die Erinnerungen an die Nachkriegszeit und die Denkmäler. Sie zeigt ein Foto des Denkmals „Steinblume“ zum Gedenken an die Opfer und Gefangenen des Ustascha-Lagers mit der Beschreibung: „Erinnerung ist kein statischer Prozess, sie erfordert ständige Pflege, professionelle Verwaltung von Archiven und Museumsausstellungen sowie das Engagement neuer Generationen, um die Erinnerung authentisch und zugänglich zu halten.“

Ressler: Wir fördern eine Kultur des Gedenkens an alles Leid
„Ich halte es für falsch, Jasenovac in einen solchen Kontext der Instrumentalisierung für irgendwelche tagespolitischen Ziele zu stellen. Wir pflegen eine Kultur des Gedenkens an all das Leid, das wir während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren haben, aber ich denke auch, dass die Position des Parlaments in unseren Resolutionen zur Verurteilung jedes totalitären Regimes ganz klar ist“, sagte Ressler Hini als Reaktion auf die Eröffnung der Ausstellung.

Ressler fügte hinzu: „Serbien und die Republika Srpska versuchen seit Jahren, das Leid zu instrumentalisieren, das das serbische Volk, aber auch das jüdische und sogar das kroatische Volk im Konzentrationslager Jasenovac erlitten haben.“

 
Weil hier ziemlich über Stepinac diskutiert wurde. Für die einen ist er ein Held, für die anderen ein Verbrecher. Genau dieser Widerspruch macht die Recherche so schwierig. Die historische Figur Stepinac steht im Zentrum eines "Erinnerungskrieges": Für die einen ist er ein Held und Märtyrer des Widerstands gegen den Kommunismus, für die anderen ein Kollaborateur des faschistischen und mörderischen Ustascha-Regimes.
Dokumentationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
  • Stepinac: Kardinal i njegova savjest (Der Kardinal und sein Gewissen): Dieser Film von 2020 versucht, die Motive hinter seinen Entscheidungen zu beleuchten. Er thematisiert sowohl seine Rettungsaktionen für Juden und Serben als auch sein schwieriges Verhältnis zum Ustascha-Führer Ante Pavelić.
  • Für Gott und Kroatien: Eine Reportage des Deutschlandfunks (Teil 2 der Serie), die sehr präzise die "dunkle Vergangenheit" und die Nähe zum Regime analysiert, ohne die spätere Verfolgung durch die Kommunisten auszuklammern.
  • Croatia, The Untameable Cardinal: Eine englischsprachige Dokumentation, die sich stark auf den Schauprozess von 1946 konzentriert und ihn als Opfer politischer Justiz darstellt.
Die zwei Gesichter der Debatte:
  • Argumente für seine Rolle als Retter:
    • Offener Protest: Er verurteilte die Nürnberger Rassengesetze bereits 1941 von der Kanzel herab und schrieb Protestbriefe an das Regime.
    • Direkte Hilfe: Er versteckte bedrohte Menschen, rettete jüdische Kinder und unterstützte den Zagreber Oberrabbiner.
    • Widerstand gegen Totalitarismus: Er lehnte sowohl die Nazi-Ideologie als auch später den Kommunismus Titos ab, was zu seiner Verurteilung führte.
  • Kritikpunkte an seiner Haltung:
    • Frühe Unterstützung: Er begrüßte die Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien (NDH) 1941 öffentlich, was dem Regime Legitimität verlieh.
    • Zwangskonvertierungen: Kritiker werfen ihm vor, die massenhaften Zwangstaufen von orthodoxen Serben zum Katholizismus nicht entschlossen genug gestoppt zu haben.
    • Mangelnde Distanz: Obwohl er Gräueltaten kritisierte, brach er nie offiziell mit dem Pavelić-Regime.

 
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