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Jemen News

Huthis: 40 saudische Luftangriffe binnen 24 Stunden im Jemen
Saudi-Arabien hat nach Angaben der proiranischen Huthi-Miliz in den vergangenen 24 Stunden Dutzende Angriffe auf Ziele im Westen des Jemen geflogen. F-15-Kampfflugzeuge hätten 40 Angriffe ausgeführt, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Sari gestern in Onlinediensten. Dabei seien Ziele in den jemenitischen Provinzen Tais, Marib und Hodeida attackiert worden.

Die Huthi-Miliz hatte in der vergangenen Woche die Kontrolle über große Teile der westjemenitischen Küste übernommen. Saudi-Arabien hatte der Huthi-Miliz zuletzt einen Drohnenangriff auf die für Muslime heilige Stadt Mekka vorgeworfen.

 
Heftige Gefechte im Jemen nahe Meerenge Bab al-Mandab
Die Kämpfe zwischen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz und der international anerkannten Regierung des Jemen gehen unvermindert weiter. Wie die dpa aus Militärkreisen im Umfeld der Regierungstruppen erfuhr, konzentrierten sich die Gefechte seit der Nacht auf den Westen der Provinz Tais nahe der Meerenge Bab al-Mandab.

Die bergige Provinz ist von strategischer Bedeutung für die Beherrschung der Küste, die von der Huthi-Miliz kürzlich erobert wurde.

Vorrücken an zwei Fronten verhindert
Es sei der Regierung – unter anderem mit Hilfe von Luftschlägen – gelungen, das Vorrücken der Huthis an zwei Fronten zu verhindern. Dabei seien Dutzende Huthis getötet oder verwundet worden. Eine Huthi-Drohne sei nahe der Meerenge abgeschossen worden, hieß es weiter.

 
Mehrere Tote bei Angriffen im Jemen und in Saudi-Arabien
Im eskalierenden Konflikt zwischen Huthi-Rebellen, jemenitischen Regierungstruppen und Saudi-Arabien sind heute mindestens fünf Menschen getötet worden. Der saudische Zivilschutz erklärte, herabfallende Trümmerteile einer abgeschossenen Huthi-Drohne hätten in der Region Taif östlich von Mekka zum Tod eines Menschen geführt.

Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Almasirah sprach derweil von vier Toten – darunter drei Kindern – bei Angriffen jemenitischer Einheiten und der saudischen Armee.

Die von Teheran unterstützten Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Die gegenseitigen Angriffe der verfeindeten Lager nahmen daraufhin stark zu.

 
Durchfahrt von Bab al-Mandab: Italien mit Alleingang
Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto gestern mit. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen.“

Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto. „Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen.“

 
Ölreiche Provinz im Visier der Huthi-Miliz
Im Zuge einer blitzartigen Offensive hat die Huthi-Miliz zuletzt große Teile der Rotmeer-Küste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und sich damit Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab verschafft. Doch geht die Offensive der mit dem Iran verbündeten Miliz gegen die Truppen der international anerkannten Regierung auch am Freitag weiter. Umkämpft sind strategisch wichtige Landstriche. Zudem wollen die Huthis in Richtung einer ölreichen Provinz vorstoßen.

Konkret geht es um das Gouvernement Marib, das etwa 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Sanaa liegt. Es ist von großer strategischer Bedeutung, denn in Marib liegen einige der größten Öl- und Gasfelder des Jemen. Neben den umkämpften Provinzen Tais und Hadscha könnten die Huthis auch Marib verstärkt ins Visier nehmen.

 
„Sensible“ Ziele
Huthis melden Angriffe auf Riad und Ölanlagen
Saudi-Arabien gerät offenbar wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland Jemen. Die Huthis haben nach eigenen Angaben am Samstag „sensible“ Ziele in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen. Augenzeugen berichteten von Explosionen in Riad. In der Nähe des internationalen Flughafens war eine schwarze Rauchsäule zu sehen.

Die Augenzeugen berichteten von einem Brand eines Treibstofftanks des saudischen Ölkonzerns Aramco nahe dem Flughafen. Die Website Flightradar24 zur Beobachtung des Luftverkehrs meldete größere Schwierigkeiten auf dem Flughafen. Es gebe Flugstreichungen und Verspätungen.

 
Kämpfe in ölreicher Provinz Marib im Jemen
Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen liefern den Huthi-Rebellen schwere Kämpfe um die ölreiche Provinz Marib im Jemen. Bei den Gefechten seien in den vergangenen drei Tagen mehr als 50 Huthi-Kämpfer getötet worden, hieß es aus heute aus der regulären Armee.

Laut Augenzeugen kam es dort zu gegenseitigem Artilleriefeuer, Geländegewinne konnte allerdings keine der Konfliktparteien erzielen. Auch in Tais und Lahdsch an der Küsten zum Roten Meer und dem Golf von Aden und im Kahbub-Gebirge im Südwesten wurden Kämpfe gemeldet.

Marib ist in dem Bürgerkrieg, der 2014 mit einem gewaltsamen Aufstand der Huthis begann, seit Jahren umkämpft. Die Provinz verfügt über Öl- und Gasfelder, zudem befindet sie sich in einer strategisch wichtigen Lage als Knotenpunkt zwischen mehreren Landesteilen.

Regierung: In Offensive gegangen
Marib werde uneinnehmbar bleiben, sagte Kommandeur Mansur Thawaba von den Regierungstruppen. Diese seien von der Verteidigung in die Offensive gegangen und hätten nun die von den Huthis kontrollierte Hauptstadt Sanaa als Ziel.

 
Huthis: Mindestens sechs Tote bei Angriff auf Küstenstadt
Bei einem saudi-arabischen Angriff auf die strategisch wichtige Küstenstadt Mokka sind laut Angaben der jemenitischen Huthi-Miliz mindestens sechs Menschen getötet worden.

Mindestens acht weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, berichtete die den Huthis nahestehende Nachrichtenagentur Saba heute. Unter den Toten seien auch zwei Kinder und eine Frau.

G-7-Staaten verurteilen Angriffe auf Saudi-Arabien
Die G-7-Staaten verurteilten indes das gewaltsame Vorgehen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien und im Jemen. Die Eskalation der Lage im Jemen sei eine „inakzeptable Bedrohung für die regionale Stabilität und Sicherheit, für die weltweite Energiesicherheit“ sowie die Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien.

 
Huthis warnen USA vor Einmischung im Jemen
Die Huthi-Miliz hat den USA für den Fall einer Einmischung in den Konflikt im Jemen mit Angriffen auf US-Ziele im Nahen Osten gedroht. Sollten die Vereinigten Staaten militärisch eingreifen oder versuchen, die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab zu übernehmen, werde das als „rote Linie“ betrachtet, sagte der Militärberater der Huthis, Abed Mohammed al-Thawr, gegenüber AFP.

Gleiches gelte für eine Unterstützung Saudi-Arabiens. Sollte Washington Riad „mit Luftangriffen oder Luftunterstützung“ zur Hilfe eilen, „würden wir alle amerikanischen Interessen in unserer Umgebung als Ziele betrachten“, so Thawr laut AFP. Zudem werde die strategisch wichtige Wasserstraße Bab al-Mandab für US-Schiffe „komplett geschlossen“.

Region an Meerenge Bab al-Mandab übernommen
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Kürzlich übernahm die Miliz die Kontrolle über große Teile der Küste an der für den Welthandel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis.

 
Jemen: Regierung fordert internationale Hilfe gegen Huthis
Die Regierung des Jemen hat die internationale Gemeinschaft zu mehr Unterstützung im Kampf gegen die Huthi-Miliz aufgerufen. Der Jemen sei in der Lage, die von der pro-iranischen Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi vom Präsidialrat der international anerkannten Regierung des Jemen bei der UNO-Generaldebatte in New York.

Dafür müsse die internationale Gemeinschaft jedoch ihre Verantwortung wahrnehmen, Lieferungen von Waffen und Technologie an die Huthis stoppen und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes stärken.

Der Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, sagte al-Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen aber nicht möglich.

Staat im Staat
Im Jemen ist der seit mehr als zehn Jahren laufende Bürgerkrieg seit einigen Wochen neu aufgeflammt. Die vom Iran unterstützten Huthis nahmen dabei innerhalb kurzer Zeit große Gebiete an der Westküste zum Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab ein.

 
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