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Nachrichten Argentinien

Ich kenne kaum rechtsextreme Politiker die nicht korrupt sind
Kabinettschef und Milei-Vertrauter trat nach Skandal zurück
Dem Kabinettschef von Präsident Javier Milei wird unrechtmäßige Bereicherung vorgeworfen – gegen ihn wird nun ermittelt

Buenos Aires – In Argentinien ist der Kabinettschef des ultraliberalen Präsidenten Javier Milei nach monatelangen Vorwürfen wegen unrechtmäßiger Bereicherung zurückgetreten. "Man hat mich als Kriminellen und Korrupten behandelt, obwohl mir kein einziger Korruptionsvorfall zur Last gelegt werden kann", begründete Manuel Adorni seinen Rücktritt in einem Schreiben. Die Vorwürfe seien nur Lügen.

Gegen Adorni, der seit November das Amt des Kabinettschefs innehatte und vorher Regierungssprecher war, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, Immobilien für deutlich mehr Geld erworben zu haben, als er eigentlich haben sollte. Er war zuletzt erheblich unter Druck geraten. (APA, 26.6.2026)

 
Argentinien: Polizei geht mit Gummigeschosse gegen Proteste vor
Die argentinische Polizei ist mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten und Demonstrantinnen vorgegangen, die in Buenos Aires gegen einen umstrittenen Gesetzentwurf zur Stärkung von Privatbesitz protestierten. Die Demonstration fand gestern vor dem Sitz des Senats in der Hauptstadt statt und startete zunächst friedlich.

Mit Einbruch der Nacht brachen laut Nachrichtenagentur AFP dann Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Teilnehmern aus. Die Beamten seien dabei mit Steinen angegriffen worden.

Die Demonstration fand statt, während im Senat über den umstrittenen Gesetzentwurf beraten wurde. Bei den Auseinandersetzungen wurden laut Medienberichten zwei Polizisten und ein Demonstrant verletzt. Mindestens zehn Menschen seien festgenommen worden.

„Vaterland steht nicht zum Verkauf“
An der Demonstration nahmen mehrere tausend Menschen teil. Sie trugen argentinische Flaggen sowie Transparente mit der Aufschrift „Das Vaterland steht nicht zum Verkauf“. Ihr Protest richtete sich vor allem gegen – inzwischen von der Regierung bereits abgeschwächte – Pläne, ausländischen Bürgern und Unternehmen den Erwerb von Landbesitz zu erleichtern.

 
Milei und Trump heizen den Streit um die Falkland-Inseln an – mit fragwürdigen Motiven
Argentiniens Präsident ringt mit sinkender Popularität, der US-Präsident mag die britische Regierung nicht. Daraus erwächst ein unnötiger Konflikt

Ob Gibraltar, Ceuta oder die Falkland-Inseln – die kleinen Relikte der Kolonialzeit sorgen immer wieder für großen politischen Ärger. In den angrenzenden Staaten gilt die anhaltende Präsenz einer fremden Bevölkerung unter fremder Herrschaft auf "ihrem" Territorium als historisches Unrecht, das an frühere Erniedrigungen erinnert.

Diesen Unmut muss man verstehen. Aber wann immer ein Staat beginnt, mit nationalistischen Kampagnen am Status quo zu rütteln, ist das ein Warnsignal. Meist geschieht das aus innenpolitischem Kalkül.

Als Argentiniens Militärdiktatur 1982 die von Großbritannien kontrollierte Inselgruppe, die Argentinier Malvinas nennen, handstreichartig besetzte, um von der katastrophalen Wirtschaftslage abzulenken, erlitt sie nicht nur eine schwere militärische Niederlage. Der Falklandkrieg führte auch zum Sturz des Regimes und zur Rückkehr der Demokratie.

Sinkende Popularität
Auch der jetzige Präsident Javier Milei ist demokratisch gewählt, aber neigt zum autokratischen Populismus. Dass er nun den Kampf um die Inseln sogar mit Sanktionsdrohungen führt, hängt mit seiner sinkenden Popularität zusammen. Dazu kommt, dass sich US-Präsident Donald Trump entgegen einer jahrzehntelangen US-Politik Unterstützung für Argentiniens Anspruch signalisiert, weil er Milei mehr mag als die britische Labour-Regierung. Dieser willkürliche Kurswechsel wird am Status der Inseln nichts ändern, heizt aber einen unnötigen Konflikt zwischen zwei Demokratien wieder an. (Eric Frey, 4.9.2026)

 
Milei attackiert UNO und pocht auf Falkland-Anspruch
Argentiniens Präsident Javier Milei hat die Vereinten Nationen scharf kritisiert und den Anspruch seines Landes auf die unter britischer Oberhoheit stehenden Falklandinseln bekräftigt. Die UNO sei zu einer „nutzlosen Organisation“ geworden, die nur dazu diene, „eine Kaste fatal arroganter Parasiten“ zu ernähren, sagte Milei gestern bei der UNO-Generaldebatte in New York.

Besonders kritisch äußerte sich Milei zum seit Jahrzehnten andauernden Streit mit Großbritannien um die Inselgruppe. „Die Falklandinseln sind für uns eine nationale Sache“, sagte der Präsident. Die britische Delegation verfolgte seine Ausführungen regungslos.

Kritik an Ölprojekt
Milei bezog sich bei seiner Rede auf eine UNO-Resolution aus dem Jahr 1976, in der Großbritannien und Argentinien aufgefordert werden, den Streit durch Verhandlungen beizulegen. „Keine Worte und keine Resolutionen fehlen, was fehlt, ist, dass sie Konsequenzen haben“, sagte Milei.

Auch die britische Erschließung von Ölvorkommen in dem umstrittenen Gebiet kritisierte Milei. Das Projekt „Sea Lion“ im Nord-Falkland-Becken erfolge über britische Lizenzen, die Argentinien als illegitim zurückweise. Milei forderte London auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

 
Argentinien vergibt Staatsbürgerschaft an Investoren
In Argentinien soll es künftig möglich sein, durch „relevante Investitionen“ die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Ein entsprechendes Programm kündigte der argentinische Wirtschaftsminister Luis Caputo im Rahmen der „Argentina Week“ in Paris an, wie die Regierung des südamerikanischen Landes gestern mitteilte.

Ab diesem Quartal könnten Anträge gestellt werden, hieß es. Vorgesehen seien zwei Mechanismen: die Leistung einer direkten und nicht erstattungsfähigen Einzahlung in Höhe von 350.000 US-Dollar (rund 311.000 Euro) an das argentinische Finanzministerium oder die Zeichnung eines eigens geschaffenen staatlichen Wertpapiers im Wert von 800.000 US-Dollar (rund 710.000 Euro).

Auch nahe Angehörige des Hauptantragsstellers können ein Ansuchen stellen. Ehepartner sowie Kinder zwischen 18 und 25 Jahren, die unverheiratet und kinderlos sind, können die Staatsbürgerschaft demzufolge durch eine Einzahlung von 100.000 US-Dollar an das Finanzministerium beantragen. Bei Minderjährigen wird eine Einzahlung von 25.000 US-Dollar gefordert.

 
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