Auch Ex-ÖVP-Finanzminister Schelling ist noch Beschuldigter in Posten-Causa rund um Wöginger
Als Minister hat er einen ÖVP-Mann zum Finanzamts-Leiter bestellt, obwohl dieser laut WKStA nicht der beste Bewerber war. Auch wenn Schelling derzeit nicht vor Gericht steht, ist die Causa für ihn nicht vorbei
Viele Zahnräder mussten ineinander greifen, um im Februar 2017 einen oberösterreichischen ÖVP-Bürgermeister zum Leiter des Finanzamtes Braunau zu befördern. Glaubt man an den Ablauf, der von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) dargestellt wird, dann setzte der Bürgermeister schon Monate zuvor ein Räderwerk von parteipolitischen Interventionen in Gang, das sich letztlich bis an die Spitze des Finanzministeriums weiterdrehte. Im Ergebnis soll zu seinen Gunsten eine besser qualifizierte Bewerberin ausgebootet worden sein.
Laut Anklage funktionierte das so: Der Bürgermeister habe sich mit dem Postenwunsch an seinen Parteifreund, den heutigen ÖVP-Klubobmann August Wöginger gewendet. Wöginger habe daraufhin beim Generalsekretär des Finanzministeriums, Thomas Schmid, für den Bürgermeister lobbyiert. Schmid wiederum soll das Ansinnen an den Gewerkschafter B. weitergegeben haben, der in der zuständigen Begutachtungskommission saß; der ebenfalls ÖVP-nahe Vorsitzende der vierköpfigen Kommission, Siegfried Manhal, soll die besagte Bewerberin beim Hearing unfair behandelt haben. Die Kommission reihte den Bürgermeister dann an die erste Stelle. Am Ende hat der damalige Finanzminister Hans Jörg Schelling den Bürgermeister zum Leiter des Finanzamtes bestellt.
Frist knapp verjährt
Im Strafprozess, der dieser Tage am Landesgericht Linz verhandelt wird, werden allerdings – um im Bild zu bleiben – nur manche Zahnräder für den Vorgang beschuldigt. August Wöginger sitzt wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch auf der Anklagebank, Manhal und B. wegen Amtsmissbrauch selbst im Rahmen der Kommission. Alle drei weisen die Vorwürfe zurück und pochen auf ihre Unschuld. Doch was ist eigentlich mit den anderen Zahnrädern? Warum sind nicht auch jene Personen angeklagt, die am Anfang und Ende des mutmaßlichen Ablaufes standen?
www.derstandard.at
Als Minister hat er einen ÖVP-Mann zum Finanzamts-Leiter bestellt, obwohl dieser laut WKStA nicht der beste Bewerber war. Auch wenn Schelling derzeit nicht vor Gericht steht, ist die Causa für ihn nicht vorbei
Viele Zahnräder mussten ineinander greifen, um im Februar 2017 einen oberösterreichischen ÖVP-Bürgermeister zum Leiter des Finanzamtes Braunau zu befördern. Glaubt man an den Ablauf, der von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) dargestellt wird, dann setzte der Bürgermeister schon Monate zuvor ein Räderwerk von parteipolitischen Interventionen in Gang, das sich letztlich bis an die Spitze des Finanzministeriums weiterdrehte. Im Ergebnis soll zu seinen Gunsten eine besser qualifizierte Bewerberin ausgebootet worden sein.
Laut Anklage funktionierte das so: Der Bürgermeister habe sich mit dem Postenwunsch an seinen Parteifreund, den heutigen ÖVP-Klubobmann August Wöginger gewendet. Wöginger habe daraufhin beim Generalsekretär des Finanzministeriums, Thomas Schmid, für den Bürgermeister lobbyiert. Schmid wiederum soll das Ansinnen an den Gewerkschafter B. weitergegeben haben, der in der zuständigen Begutachtungskommission saß; der ebenfalls ÖVP-nahe Vorsitzende der vierköpfigen Kommission, Siegfried Manhal, soll die besagte Bewerberin beim Hearing unfair behandelt haben. Die Kommission reihte den Bürgermeister dann an die erste Stelle. Am Ende hat der damalige Finanzminister Hans Jörg Schelling den Bürgermeister zum Leiter des Finanzamtes bestellt.
Frist knapp verjährt
Im Strafprozess, der dieser Tage am Landesgericht Linz verhandelt wird, werden allerdings – um im Bild zu bleiben – nur manche Zahnräder für den Vorgang beschuldigt. August Wöginger sitzt wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch auf der Anklagebank, Manhal und B. wegen Amtsmissbrauch selbst im Rahmen der Kommission. Alle drei weisen die Vorwürfe zurück und pochen auf ihre Unschuld. Doch was ist eigentlich mit den anderen Zahnrädern? Warum sind nicht auch jene Personen angeklagt, die am Anfang und Ende des mutmaßlichen Ablaufes standen?
Auch Ex-ÖVP-Finanzminister Schelling ist noch Beschuldigter in Posten-Causa rund um Wöginger
Als Minister hat er einen ÖVP-Mann zum Finanzamts-Leiter bestellt, obwohl dieser laut WKStA nicht der beste Bewerber war. Auch wenn Schelling derzeit nicht vor Gericht steht, ist die Causa für ihn nicht vorbei