Das Defizit ist niedriger, aber saniert ist das Land noch lange nicht
Ohne großen Wurf, mit vielen kleinen Maßnahmen und einer Portion Glück gelingt vorerst eine Trendwende beim Budget. Die Probleme könnten bald wieder mehr werden
Gute Nachrichten sind derzeit rar, aber das ist wieder eine: Die Republik hat bei der Budgetsanierung einen Etappenerfolg erzielt. Im vergangenen Jahr lag die Neuverschuldung Österreichs gemessen an der Wirtschaftsleistung bei 4,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger, als von der Koalition erwartet worden war.
Das klingt für Sie nach einem mickrigen Erfolg, jedenfalls nach nichts, um damit zu prahlen? Ja, das mag sein. Aber bei der Bewertung muss man sich das Fiasko vor Augen halten, das sich in den vergangenen Jahren in der heimischen Finanzpolitik abgespielt hat. Wir erinnern uns: Mit Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat eine "koste es, was es wolle"-Politik Einzug gehalten. Es gab Steuersenkungen und höhere Sozialleistungen für Familien sowie Goodies für Pensionisten. Nichts davon war gegenfinanziert. Im Wahljahr 2024 wurde im Finanzministerium so getan, als sei alles paletti – dann kam raus, dass sich der Haushalt in dramatischer Schieflage befindet.
Dieser finanzpolitische Ausnahmezustand wurde beendet. Den Anteil von ÖVP, SPÖ und Neos an dieser Entwicklung sollte man nicht über-, aber auch nicht unterschätzen.
www.derstandard.at
Ohne großen Wurf, mit vielen kleinen Maßnahmen und einer Portion Glück gelingt vorerst eine Trendwende beim Budget. Die Probleme könnten bald wieder mehr werden
Gute Nachrichten sind derzeit rar, aber das ist wieder eine: Die Republik hat bei der Budgetsanierung einen Etappenerfolg erzielt. Im vergangenen Jahr lag die Neuverschuldung Österreichs gemessen an der Wirtschaftsleistung bei 4,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger, als von der Koalition erwartet worden war.
Das klingt für Sie nach einem mickrigen Erfolg, jedenfalls nach nichts, um damit zu prahlen? Ja, das mag sein. Aber bei der Bewertung muss man sich das Fiasko vor Augen halten, das sich in den vergangenen Jahren in der heimischen Finanzpolitik abgespielt hat. Wir erinnern uns: Mit Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat eine "koste es, was es wolle"-Politik Einzug gehalten. Es gab Steuersenkungen und höhere Sozialleistungen für Familien sowie Goodies für Pensionisten. Nichts davon war gegenfinanziert. Im Wahljahr 2024 wurde im Finanzministerium so getan, als sei alles paletti – dann kam raus, dass sich der Haushalt in dramatischer Schieflage befindet.
Dieser finanzpolitische Ausnahmezustand wurde beendet. Den Anteil von ÖVP, SPÖ und Neos an dieser Entwicklung sollte man nicht über-, aber auch nicht unterschätzen.
Das Defizit ist niedriger, aber saniert ist das Land noch lange nicht
Ohne großen Wurf, mit vielen kleinen Maßnahmen und einer Portion Glück gelingt vorerst eine Trendwende beim Budget. Die Probleme könnten bald wieder mehr werden