Kern springt nicht
Personelles als Symbol der tiefen Verunsicherung der österreichischen Sozialdemokratie
Der Kampf zwischen Andreas Babler und Christian Kern ist entschieden. Der Ex-Kanzler hat zurückgezogen. Das vorübergehende Hintergrundduell hat die Stärken und Schwächen der beiden in Erinnerung gerufen. Babler hatte beim Parteitag 2023 mit einer fulminanten Volksrede die Delegierten, die eigentlich eher auf Hans Peter Doskozil eingestellt waren, von sich überzeugt. Kern hatte schon als Kanzler mit seinem "Plan A" so etwas wie eine wirtschaftsfreundliche, aber doch sozialdemokratische Vision geboten. Babler ist mehr Populist, hat den Ton als Volkstribun drauf. Kern kann glänzend analysieren, wirkt kompetent in Wirtschaftsfragen und hat sicher das internationalere Auftreten.
Defizite
Bei beiden gibt es aber ein "Aber": Babler hat sich (noch vor seinem Aufstieg zum Parteichef) zu einem antieuropäischen Unsinn verstiegen (die EU sei der "aggressivste Militärpakt" überhaupt). Ein Defizit in der Weltbetrachtung. Unter ihm hob die SPÖ bisher nicht ab. Kern wiederum hat ein Defizit bei den Streetfighting-Qualitäten gezeigt: Er ließ sich von Sebastian Kurz bei Neuwahlen austricksen und schmiss dann hin. Jetzt ließ er sich vom Kärntner SP-Obmann zum skeptischen Parteigranden Michael Ludwig mitnehmen, statt allein das Überzeugungsgespräch zu suchen. Das war vielleicht schon ein Signal. Kern wagt den Sprung doch nicht. Die Umstürzler in der SPÖ müssen sich wen anderen suchen oder Ruhe geben. (Hans Rauscher, 11.2.2026)
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Personelles als Symbol der tiefen Verunsicherung der österreichischen Sozialdemokratie
Der Kampf zwischen Andreas Babler und Christian Kern ist entschieden. Der Ex-Kanzler hat zurückgezogen. Das vorübergehende Hintergrundduell hat die Stärken und Schwächen der beiden in Erinnerung gerufen. Babler hatte beim Parteitag 2023 mit einer fulminanten Volksrede die Delegierten, die eigentlich eher auf Hans Peter Doskozil eingestellt waren, von sich überzeugt. Kern hatte schon als Kanzler mit seinem "Plan A" so etwas wie eine wirtschaftsfreundliche, aber doch sozialdemokratische Vision geboten. Babler ist mehr Populist, hat den Ton als Volkstribun drauf. Kern kann glänzend analysieren, wirkt kompetent in Wirtschaftsfragen und hat sicher das internationalere Auftreten.
Defizite
Bei beiden gibt es aber ein "Aber": Babler hat sich (noch vor seinem Aufstieg zum Parteichef) zu einem antieuropäischen Unsinn verstiegen (die EU sei der "aggressivste Militärpakt" überhaupt). Ein Defizit in der Weltbetrachtung. Unter ihm hob die SPÖ bisher nicht ab. Kern wiederum hat ein Defizit bei den Streetfighting-Qualitäten gezeigt: Er ließ sich von Sebastian Kurz bei Neuwahlen austricksen und schmiss dann hin. Jetzt ließ er sich vom Kärntner SP-Obmann zum skeptischen Parteigranden Michael Ludwig mitnehmen, statt allein das Überzeugungsgespräch zu suchen. Das war vielleicht schon ein Signal. Kern wagt den Sprung doch nicht. Die Umstürzler in der SPÖ müssen sich wen anderen suchen oder Ruhe geben. (Hans Rauscher, 11.2.2026)
Kern springt nicht
Personelles als Symbol der tiefen Verunsicherung der österreichischen Sozialdemokratie